Dämmen mit der Rolle

Zweischalige Außenwände mit einer Dämmungschicht bieten Wärme- und Schallschutz. Eine Kerndämmrolle eignet sich speziell für den Einsatz zwischen zwei Mauerwerken. In Borsdorf bei Leipzig wurde sie in kurzer Zeit an der Fassade eines Hauses ausgerollt und befestigt.

Die Außenwand dient zum Schutz vor Regen und Schnee, zum Abtragen von Gebäudelasten und zum Wärmeschutz. Seit vielen Jahrzehnten wird diese auch  zweischalig gebaut – vor allem in Norddeutschland. Die innere Schale ist tragend, die äußere dient dem Witterungsschutz. Der Hohlraum zwischen Innen- und Außenmauerwerk ist in der Regel mit einer Wärmedämmung gefüllt. Bei einem Bau mit Luftschicht liegt zwischen dem Dämmstoff und dem Vormauerwerk eine hinterlüftete Ebene. Ein vollständiges Dämmen des Hohlraumes hingegen wird als Kerndämmung bezeichnet. Die für Wohngebäude geltenden Anforderungen an den Energiebedarf sind in der Energieeinsparverordnung (EnEV) festgeschrieben. Mit einer Kerndämmung können die seit 2016 verschärften Vorgaben eingehalten werden – auch für den Niedrigenergie- oder Passivhausstandard. Somit eignen sich sowohl die Kerndämmplatte „KDP“ als auch die Kerndämmrolle „KDR“ von Ursa zum Dämmen im zweischaligen Mauerwerk.

Dämmrolle im Einsatz

Beim Bau eines Einfamilienhauses mit Carport und Abstellraum in Borsdorf bei Leipzig war eine schnell verlegbare Kerndämmung mit hohem Wärmeschutz gefragt. Aufgrund der geringen Grundstücksfläche verfügen die Außenwände des Hauses über einen schlanken Aufbau. Vor dem Mauerwerk aus Kalksandsteinen verlegten die Handwerker die 100 mm dicke Kerndämmrolle der Wärmeleitfähigkeitsgruppe 032.

Einmal rollen statt zweimal dämmen

Die „Kerndämmplatte“ von Ursa wird in der Praxis vor allem zweilagig zwischen zwei Mauerwerken verlegt. Durch eine zweilagige Verlegung können Wärmebrücken und Kreuzfugen vermieden werden. Die Kerndämmrolle von Ursa wird hingegen nur einmal gerollt. Die lange Rolle mit großer Deckfläche hat den Vorteil, dass es weniger Stoßstellen und Fugen gibt als bei einer herkömmlichen Kerndämmplatte.

Die Rollenhöhe von 500 mm entspricht den üblichen Mauerwerksmaßen. Die Kerndämmrolle eignet sich demnach für Steinformathöhen von 248/249 mm im Dünnbettmörtel oder 238 mm im Dickbettmörtel. Vor der Verlegung werden Luftschichtanker in jede zweite horizontale Mauerwerksfuge eingelegt. Mit blauen und grünen Klemmscheiben sorgen die Anker dafür, dass die Mineralwolle an ihrem Platz bleibt. Außerdem verbinden sie das Vormauerwerk aus Klinker mit der inneren Schalung. Zwischen den Luftschichtankern wird die Mineralwolle einfach ausgerollt. Zur schnelleren Verlegung bog man die oberen Luftschichtanker vor dem Ausrollen leicht nach oben. Nach dem Verlegen der Dämmung wurden sie dann wieder zurück gebogen, um den Dämmstoff zu halten.

Nur ein Handwerker zum Ausrollen nötig

Das Ausrollen der Dämmrolle an dem Haus in Borsdorf erledigte lediglich ein Handwerker, mehr Personal war dafür nicht nötig. Mit nur wenigen Handgriffen war die Kerndämmrolle vor dem Hintermauerwerk ausgerollt. Da die Luftschichtanker den Dämmstoff nicht durchdringen, sondern nur horizontal fixieren, ist eine nachträgliche Ausrichtung der Kerndämmrolle problemlos möglich. „Durch die spätere Anpassung der gesamten Lage kann der Dämmstoff dicht gestoßen werden. Somit werden Fugen minimiert und Wärmebrücken vermieden“, erklärt Kay Baugut, Anwendungstechniker bei Ursa. So wurden mehrere Meter Wandfläche des Einfamilienhauses innerhalb kurzer Zeit von nur einer Person gedämmt, so dass das Mauern des Klinkers zügig folgen konnte. Die ganze Wand hat einen U-Wert von U = 0,29 W/m²K.

Glasvlies schützt vor Feuchtigkeit

Die Kerndämmrolle besteht aus einem durchgehend wasserabweisenden Filz aus Mineralwolle, der einseitig mit gelbem Glasvlies kaschiert ist. Damit ist der Dämmstoff sowohl während der Arbeit als auch in der dauerhaften Anwendung vor Feuchtigkeit geschützt. Die diffusionsoffene Struktur unterstützt die wirk­same Feuchteregulierung der Bauteile.

Die Ursa-Kerndämmung besteht aus nicht brennbarer Mineralwolle (A1). Sie kann ohne Begrenzung der Gebäudehöhe eingesetzt werden. Zugleich verhindert der Dämmstoff die Schallübertragung von Außenlärm in das Gebäudeinnere. Die wasserabweisende Kerndämmrolle bietet damit neben Wärmeschutz auch Schall-, Feuchte- und Brand­schutz.

Autorin

Mareike Wand-Quassowski ist geschäftsführende GbR-Gesellschafterin der Agentur Kommunikation 2b in Dortmund.
x

Thematisch passende Artikel:

Ausgabe 2017-09

Weserhäuser mit Dämmung von der Rolle

Charakteristisch für viele ausgediente Hafengebiete in Deutschland ist die Entwicklung hin zu attraktiven Standorten mit Wohn-, Büro-, Gewerbe- und Freizeitnutzung. Auch das Bremer Hafenviertel...

mehr
Ausgabe 2010-10

Dünne Kerndämmung

Eine deutlich bessere Dämmleistung bei gleicher Plattendicke ermöglicht die neue Ursa Glasswool Dämmplatte mit einem Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit von 0,032 W(mK). Gerade für...

mehr
Ausgabe 2010-12

Dämmung der WLG 032

Eine deutlich bessere Dämmleistung bei gleicher Plattendicke ermöglicht die neue Ursa Glasswool Dämmplatte mit einem Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit von ? = 0,032 W/(mK). Gerade für...

mehr
Ausgabe 2019-06

Randstreifen zum Fensteranschluss

Der „XPS Mauerrandstreifen“ ist eine Ergänzung für den Randabschluss bei der Dämmung eines zweischaligen Mauerwerks mit der Kerndämmplatte KDP. Er schließt die Dämmebene an Tür- und...

mehr
Ausgabe 2011-10

Hartschaumplatten mit Waffelstruktur

Optimalen Wärmeschutz für den Sockel und für Wärmebrücken bieten die gegen Feuchtigkeit unempfindlichen extrudierten Polystyrol-Hartschaumplatten Ursa XPS D N-III-PZ-I. Die Platten sind mit einer...

mehr