Hereinspaziert Fotoreportage: Museum im Atombunker der Bundesregierung

Der Regierungsbunker im Ahrtal war einst das geheimste Bauwerk der Bundesrepublik. Seine Planung reicht bis ins Jahr 1950 zurück. Federführend war das Bundesinnenministerium, das sich nach jahrelanger Standortsuche für zwei Eisenbahntunnel der ehemaligen (unvollendeten) strategischen Bahn durch das Ahrgebirge entschied. Von 1960 bis 1973 errichtet, hätte der Regierungsbunker im Ernstfall rund 3000 Personen aufnehmen können. Vor allem sollte er aber mit seinem 19 km langen Wegenetz der Bundesregierung bei einem Atomangriff Schutz bieten.

Seit 2008 befindet sich hinter den atombombensicheren Toren das „Museum des kalten Krieges“. Auch das vor dem Zugang zum unterirdischen Bunker gelegene Schutzgebäude aus Stahlbeton blieb beim Umbau zum Museum erhalten. Das Bonner Büro Schroeder + Schevado Architekten ergänzte es an beiden Seiten mit neuen Gebäudeteilen, die niedriger als der Bestand sind und durch vertikale Glas- und Lamellenschlitze von diesem abgesetzt sind. Die Fassade aus Corten-Stahlplatten weist die Anbauten deutlich als Zutaten unserer Tage aus. Im inneren befinden sich das Foyer mit Ticketverkauf, eine Informationstheke sowie ein Ausstellungs- und Vortragsraum.

Der eigentliche Zugang zum Bunker befindet sich hinter der im Eingangsbereich stehen gebliebenen meterdicken Splitterschutzwand. Der Bunker selbst wurde von mplus – Managementgesellschaft zur Optimierung von Arbeitsbedingungen aus Sankt Augustin – zum Museum umgestaltet. Vom 19 kam langen Wegenetz können Besucher 200 m und einen Seitenstollen besichtigen. Dort befinden sich noch große Teile der originalen Ausstattung, wie das Eingangsbauwerk des Bunkers mit Sicherheitsschleusen und Drucktoren, Sanitätsräume, Dekontaminationskammern, Schlafräume, Teile des Kontrollzentrums und des Besprechungsraums des Bundespräsidenten.

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