Gerüstbau am Mainzer Dom

Um das Jahr 1000 errichtet, ist der zu den Kaiserdomen zählende Dom in Mainz in seiner heutigen Form eine dreischiffige romanische Pfeilerbasilika, die Beispiele für alle großen Stilepochen von der Frühromanik über die Gotik und die Renaissance bis zu Barock, Rokoko und Historismus bietet. Auch heute noch gilt das Gotteshaus mit beeindruckenden Altären und Grabdenkmälern als das an Denkmälern reichste kirchliche Gebäude Deutschlands. Es ist nicht verwunderlich, dass der Erhaltung der gewaltigen Kathedrale, die mit 116 m in etwa so lang wie ein Fußballfeld ist, eine hohe Bedeutung zukommt. So begann schon 2001 erneut eine über mehrere Jahre angelegte und in einzelne Sanierungsschritte eingeteilte Restaurierung. Derzeit werden an der Kuppel des gut 83 m hohen westlichen Vierungsturms Schäden beseitigt, die – im Gegensatz zum Blitzeinschlag von 1767 – hauptsächlich witterungsbedingt sind. Dazu wird die Fassade gereinigt, anschließend analysieren Denkmalpfleger und Kunsthistoriker die Schäden. Schließlich kommen die Steinmetze dran, die Stein für Stein auf Vordermann bringen – mit Material aus einem regionalen Steinbruch, wo vermutlich schon vor tausend Jahren abgebaut wurde.

Maßgeblich involviert ist auch das Gerüstbau-Team, denn Voruntersuchungen hatten ergeben, dass es für einen optimalen Zugang sinnvoll ist, den gesamten Turm bis zum „Domsgickel“ einzurüsten. Hierzu ließen sich die Hecht Gerüstbau GmbH und die Noack Ingenieurgesellschaft eine clevere Lösung einfallen: Eine mehrteilige Gerüstkonstruktion als Zugang sowie ein Stütz- und Arbeitsgerüst – optimal an das mit Ornamenten geschmückte Bauwerk angepasst mit dem Allround-System von Layher. Eine Schwierigkeit lag dabei darin, dass auf dem Dach des Querhauses nicht aufgelagert werden konnte. Daher bauten die Gerüstbauer von der Leichhof-Seite (dem einstigen Domfriedhof) zuerst ein Stützgerüst inklusive Last- und Personenaufzug. Zur Überbrückung des Dachs überlegte sich das Team eine Speziallösung: Dazu ließ Gerüstbau Hecht auf Doppel-T-Trägern U-Profile anschweißen, in die Layher Stahlböden eingehängt wurden. Die Montage der 22 m langen und 3 m breiten Gerüst-Brücke erfolgte inklusive Geländer am Boden. Anschließend wurde die 12 Tonnen schwere Konstruktion per Kran eingehoben und auf dem Stützgerüst und in den Fensterlaibungen aufgelagert. Der Vorteil: Nach dem mehrjährigen Einsatz in Mainz sind die Gerüstbauteile demontier- und erneut einsetzbar.

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