Fachpresse-Roundtable 2019 des Qualitätsgedämmt e.V. Ende Juli in Berlin

Ende Juli fand der Fachpresse-Roundtable 2019 des Qualitätsgedämmt e.V. in diesem Jahr ausnahmsweise in Berlin statt – in einem ungedämmten ehemaligen Industriegebäude im Naumannpark. So konnten die Teilnehmer bei über 30 Grad Außentemperatur ganz konkret körperlich feststellen, welche Bedeutung der Wärmedämmung auch an heißen Sommertagen zukommt.

Sonst ist München der Ort der Wahl für den Fachpresse-Roundtable. Dass es in diesem Jahr Berlin sein musste, hatte „politische“ Gründe. Berlin ist der Ort, an dem das Klimakabinett mittlerweile zum dritten Mal getagt hat. Mit dabei ist Peter Rathert, Ministerialrat, Referatsleiter im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat, der auch zum Fachpresse-Roundtable gekommen war. Die erste Frage an ihn lautete: Wie sieht es denn nun mit der CO2-Steuer aus? Rathert berichtete davon, dass in der letzten Sitzung sehr eifrig darüber diskutiert worden sei. Eine Vorentscheidung für einen Maßnahmenkatalog soll es aber erst am 20. September geben.

Was Gebäude anbelangt, spielt nach Meinung von Rathert steuerliche Förderung eine ganz entscheidende Rolle. Das soll helfen, 5 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr einzusparen. Und das ist auch bitter nötig, denn hierzulande entfallen rund ein Drittel des gesamten CO2-Ausstoßes auf den Gebäudebereich.

Mit einer Sanierungsrate von gerade mal noch 0,5 bis 0,8 Prozent bezogen auf den Gesamtgebäudebestand in Deutschland wird zwar noch saniert, aber weniger energetisch. Dabei wäre dies angesichts eines Wohngebäudebestandes, der zu rund zwei Dritteln vor 1990, also vor Inkrafttreten der ersten EnEV erbaut wurde, dringend nötig, um die Klimaziele zu erreichen. Dies hat nach Meinung des Podiums, bestehend aus Peter Rathert, Jan Bauer (Präsident des Bundesverbandes Farbe, Gestaltung, Bautenschutz), Reinhard Rose (stellvertretender Geschäftsführer der Franz Rebl Malereibetriebe GmbH), Ulrich Krenn (Director Media Relations UNID) und Lothar Bombös (Vorstandsvorsitzender Qualitätsgedämmt e.V.) mehrere Gründe: Zum einen liegt es daran, dass geplante Sanierungen verschoben werden, weil Handwerksbetriebe zurzeit fast 70 Prozent ihrer Kunden vertrösten müssen. Zum anderen ist es aber auch in einer Skepsis der Hausbesitzer beispielsweise gegenüber einem WDVS begründet. Peter Rathert wünscht sich daher zum einen mehr Öffentlichkeitsarbeit für dieses Thema, zum anderen ein eigenes Bundesamt für Energieberatung, um die Glaubwürdigkeit der Energieberatung in der Bevölkerung zu verbessern.

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Ausgabe 2019-09

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in den Jahren von 2008 bis 2012 lag die Sanierungsrate noch bei 2 Prozent bezogen auf den Gesamtgebäudebestand in Deutschland. Danach sank sie rapide ab. Heute sind es nur noch 0,5 bis 0,8 Prozent....

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