Liebe Leserinnen, liebe Leser,

auf deutschen Baustellen werden Baustoffe knapp. Selbst der nachwachsende Baustoff Holz ist hiervon betroffen. Gründe finden sich im Export der Baustoffe ins Ausland und in Kapazitätsengpässen. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier will die derzeit noch geltende Beschränkung für den Einschlag von Fichtenholz aufheben, damit wieder mehr gesundes und damit auch qualitativ hochwertiges Holz in Deutschland gefällt werden kann. Immerhin. Nichtsdestotrotz treibt der Engpass an Baustoffen hierzulande die Preise in die Höhe. Für PU-Schaum beträgt die Preissteigerungsrate derzeit zum Beispiel 40 Prozent, für EPS-Dämmstoffe sogar 50 Prozent. Dies war absehbar, denn schon im vierten Quartal vergangenen Jahres attestierte der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie einen Anstieg der Preise bei Holz, Stahl, Dämmstoffen und Bitumen.

So mancher Betriebsinhaber hat vielleicht auch deshalb oder aus dem Gefühl heraus schon vor der eigentlichen Baustoffverknappung Material gehortet. Aber auch diesen Betrieben gehen mittlerweile die Vorräte aus. Infolge dessen können Aufträge nicht mehr termingerecht abgearbeitet werden. Eine weitere Folge davon ist wiederum Kurzarbeit in den Betrieben – nicht wegen Corona, sondern eben wegen der klammen Materiallage. Einfache Antworten auf die Baustoffknappheit gibt es nicht, aber viele Ansätze. Rechtsanwalt Felix Korten rät auf Seite10 in dieser Ausgabe der bauhandwerk Handwerksbetrieben dazu, Preisgleitklauseln in Verträgen mit dem Bauherrn festzuhalten.

Langfristig bietet das Recycling von Baustoffen und das Urban Mining, das den gebauten Bestand als Rohstofflager ansieht, Wege aus der Baustoffknappheit. Ab Seite 12 stellen wir kreative Recycling-Lösungen vor: Aus Ziegelschutt werden von Hand gefertigte Ziegelsteine, die sich dank Langlöchern auf Stangen zu einer mörtellosen Wand auffädeln lassen, Glasscherben, die man zu Glaskeramikscheiben sintert und ein sortenrein rückbaubares WDVS.

Die Wiederverwertung von Baustoffen und ganzen Bauteilen hat im Handwerk ohnehin eine lange Tradition. Zahlreiche Spolien im Mauerwerk historischer Gebäude zeugen davon, Hölzer aus ehemaligem Fachwerk und Dachstuhl wurden schon immer gerne wiederverwendet. Die Mitglieder des UHB (Unternehmerverband Historische Baustoffe e.V.) setzen sich schon seit rund 30 Jahren für die Bergung historischer Baustoffe ein. Welche Materialien man dort in welchem Zustand bekommen kann, stellen wir ab Seite 17 in diesem Heft vor.

Viel Erfolg bei der Arbeit wünscht

Auf deutschen Baustellen werden Baustoffe knapp. Selbst der nachwachsende Baustoff Holz ist betroffen
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