Mannschaftswagen

Nicht immer geht es darum, Baumaterial auf die Baustelle zu schaffen – manchmal benötigt man einfach auch ein ganzes Team von Handwerkern. Dafür hat Mercedes-Benz den Vito Crew konzipiert: Der Transporter bietet ausreichend Platz für insgesamt neun Personen.

Ganz schön lang, wie der Vito so vor uns steht: Uns wurde für die Probefahrt die Version mit langem Radstand zur Verfügung gestellt – mit 5008 mm Gesamtlänge. Diese Länge ist Garant dafür, dass die Passagiere wirklich bequem sitzen können: Die zwei Sitzbänke mit jeweils drei Plätzen im Fond bieten auch hochgewachsenen Menschen ordentlich Beinfreiheit. Dafür ist allerdings der Platz dahinter nicht mehr ganz so großzügig. Er reicht mit rund 72 cm „Laderaumlänge“ am Boden aber noch aus, um das grundlegende Werkzeug oder Gepäck für die insgesamt neun möglichen Passagiere mitzunehmen. Doch der Vito Crew ist flexibel: Über Schnellverriegelungen können die beiden Sitzbänke im Fond relativ schnell ausgebaut werden. Es erfordert allerdings zwei Personen, um die Verriegelungen zu lösen und die doch recht schweren Bänke aus dem Transporter zu heben. Für den Transport von Baustoffen oder ähnlichem ist der so entstandene Laderaum des Vito Crew mit den nötigen Zurrpunkten ausgestattet, nur eine Laderaumabtrennung gibt es nicht (wäre ja auch für die Fondpassagiere unangenehm, hinter Gittern zu sitzen …).

Spritsparende Version

Angetrieben wird unser Testwagen von einem 136 PS starken Dieselmotor mit 2,1 Liter Hubraum. Dessen Drehmoment von maximal 310 Nm sorgt für eine gute Beschleunigung – allerdings vor allem in den niedrigen Gängen. Denn wir fahren die spritsparende „BlueEfficiency“-Version des Vito: Sie umfasst eine Start-Stopp-Funktion, rollwiderstandsoptimierte Reifen, eine effiziente Lenkhelfpumpe, Schaltpunktanzeige und verschiedene innermotorische Funktionen, durch die der Treibstoffverbrauch um 0,2 bis 0,3 Liter pro 100 Kilometer gesenkt wird. Dazu gehört auch das neue Sechsgang-Schaltgetriebe ECO Gear: Es bietet eine besonders große Getriebespreizung mit einem kurz übersetzten ersten Gang (i = 5,076) und einem drehzahlschonend lang ausgelegten sechsten Gang (i = 0,675). Die lange Auslegung des sechsten Gangs merkt man allerdings, wenn man auf der Autobahn beschleunigen will: Besonders an Steigungen kommt man dann trotz des eigentlich durchzugsstarken Motors nicht umhin, einen Gang runterzuschalten.


Robuste Ausstattung

In puncto Ausstattung kommt der Vito Crew eher robust daher: Er verfügt über das Cockpit des Kastenwagens und einen widerstandsfähigen Holzboden im Fahrgastraum – das ist funktionell und pflegeleicht zugleich. „Luxus“ wie elektrisch einstellbare Spiegel sucht man allerdings vergeblich. Dafür bietet der Vito Crew als „Personentransporter“ aber eine gute Sicherheitsausstattung. So ist das Elektronische Stabilitätsprogramm „Adaptive ESP“, das auch den Beladungszustand des Fahrzeugs berücksichtigt, serienmäßig enthalten – mit allen Funktionen vom Antiblockiersystem ABS über die Antriebsschlupfregelung ASR bis zur Anhängerstabilisierung in Verbindung mit Anhängerkupplung. Fahrer und Beifahrer werden zudem von Front-Airbags geschützt.

Alles in allem ist der Vito Crew – gleich ob mit langem oder kurzem Radstand – eine gute Option für Bauhandwerker, die öfters mal mit mehreren Kollegen auf die Baustelle müssen. Dank des flexiblen Sitzsystems lässt sich der Vito Crew aber auch als vollwertiger (Material-)Transporter nutzen. Die Preise beginnen bei 21 290 Euro (Listenpreis zzgl. MwSt.).

 

Autor

Olaf Meier studierte Maschinenbau und arbeitet seit 2001 als freier Fachjournalist. Er lebt in Mönchengladbach und schreibt unter anderem als Autor für die bauhandwerk.

Der Mercedes Vito Crew bietet ausreichend Platz für insgesamt neun Personen

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