Rahmen- und Stielbauweise zu einem offenen System vereint

Ist die starre Trennung traditioneller Systemgerüste in Rahmen- und Modulgerüst im Bauhandwerk noch zeitgemäß? Oder sind nicht die Lösungen zukunftsweisend, die beide Gerüstbauarten mit ihren spezifischen Vorteilen zu einem System vereinen? Der Gerüstbaukasten „Peri Up“ gibt eine Antwort darauf.

„Peri Up“ vereint die beiden Bauteilfamilien „Easy“ und „Flex“ zu einem Baukastensystem, das in seiner Gesamtmenge aus Kern- und Sonderbauteilen inklusive der Verbindungsmittel weniger als 500 Teile umfasst. Bei „Easy“ kann der Vertikalaufbau sowohl mit Rahmen- als auch mit Stielbauteilen ausgeführt werden. Bei den damit kombinierbaren „Flex“-Bauteilen erfolgt der Vertikalaufbau mit Stielen und Horizontalriegeln. Viele Kunden starten mit dem „Peri Up Easy“ als Kaufsystem. Falls besonders hohe Ansprüche an die geometrische Aufbauflexibilität zu bewältigen sind, sind die dafür notwendigen Flex Bauteile projektbezogen mietbar. Zudem gibt es eine Reihe an Gerüstbetrieben, die eindeutig die Rahmenbauweise bevorzugen; andere wiederum schwören auf die Stielbauweise. Diese Ansprüche können bei „Peri Up“ immer aus dem gleichen System bedient werden. In der Gerüstbaupraxis bedeutet dies, dass mit einem einzigen Baukastensystem eine hohe Anwendungsvielfalt erreicht wird.

Aus zwei wird eins

Die Zusammenführung der beiden Gerüstarten zu einem durchgängigen System basiert auf drei konstruktiven Besonderheiten: Sowohl die Rahmen- als auch die Stielbauteile haben mit dem Gerüstknoten das gleiche zentrale Anschlusselement; zudem bewegen sich alle Vertikal- und Horizontal-Bauteile im gleichen metrischen Maßsystem. Hinzu kommen die Vorteile einer vorlaufenden, selbstsichernden Montage- und Verbindungstechnik beim Seitenschutz, Horizontalriegel und den Belägen. Dadurch kann beim Einrüsten in der vertikalen wie in der horizontalen Ebene zwischen Rahmen- oder Stielbauweise gewechselt werden.

Fassadengerüste treffen oft auf Mischarchitektur

Die bisher typische Unterscheidung- und Anwendungsregel bei traditionellen Systemgerüsten hängt von der Geometrie der einzurüstenden Gebäude ab. Sind die Fassaden- beziehungsweise Außenflächen eben, kommt wegen seiner hohen Flächenleistung das Rahmengerüst zum Einsatz. Je komplexer der Baukörper ausfällt, umso eindeutiger liegt die Wahl auf dem Modulgerüst mit seiner Stielbauweise. Diese beiden Auswahlmerkmale „eben“ oder „nichteben“ sind aber in der heutigen Gebäudelandschaft nur noch selten gültig – im Gegenteil. Nicht nur im Altbau sind (aufwändig) gegliederte Fassaden häufig und typisch, sondern auch der zeitgemäße Neubau ist davon geprägt. Die geometrische Formenvielfalt in der Fassadenarchitektur verdeutlicht, warum die offene Kombinierbarkeit der Rahmen- mit der Stielbauweise für den Ersteller und den Nutzer die zeitgemäße Gerüstlösung ist.

So bleiben Sie TRBS-2121-1-konform

Die seit 2019 gültige Neufassung besagt, dass im Gerüstbau technische Schutzmaßnahmen Vorrang haben. Erst wenn objektbedingt keine technischen Maßnahmen umsetzbar sind, ist der Einsatz einer PSAgA möglich – sie sollte aber immer die Ausnahme sein.

Mit den „Easy“- und „Flex“-Bauteilen des „Peri Up“-Gerüstbaukasten kann der Gerüstersteller den systemintegrierten und vorlaufenden Seitenschutz sowohl in der Rahmen- als auch in der Stielvariante ausführen. Gleichzeitig bieten sie eine hohe Wirtschaftlichkeit, denn das Geländer für die nächste Ebene wird zum Beispiel mit dem offenen „Easy“-Rahmen oder „Easy“-Stiel im Regelaufbau immer direkt von der unteren Gerüstlage aus montiert und verbleibt im Gerüst, Temporär benötigte Zusatzbauteile für den vorlaufenden Seitenschutz entfallen dadurch. Bei schwierigen Geometrien muss davon nicht abgewichen werden, da selbst hier sowohl mit der Rahmen- als auch mit der Stielvariante vorlaufend montiert werden kann. Dies gilt für den zweiteiligen Seitenschutz, das Stirngeländer aber auch in der Stielbauweise für die Innengeländer bei Skelettbauten.

Die Belagstechnik macht den Unterschied

Die Belagstechnik entscheidet weitgehend darüber, wie passgenau und flexibel bei Fassaden unterschiedlich geformte Baukörper eingerüstet werden können. Bei den „Easy“- und „Flex“-Belägen sind damit nicht nur das metrische Maßsystem und die Belagsgrößen gemeint. Es ist vor allem das Zusammenspiel aus selbstsichernder Verriegelungstechnik, Riegellängen und frei positionierbaren Aufnehmern für Riegel und Vertikalstiele, die diese Aufbauvielfalt möglich machen. Die Belagflächen werden außerdem ohne Abstandslücken oder Höhenversätze erstellt – weder von Gerüstfeld zu Gerüstfeld noch zwischen parallel liegenden Belägen.

Warum das Gerüst „lebt“

Für den Gerüstersteller ist die Umbaufähigkeit des Gerüstsystems eine wichtiger Aspekt. Gerade bei Fassadengerüsten gehören Umbauten zum Alltagsgeschäft: Entweder um sie nachträglich an die Anforderungen verschiedener Gerüstnutzer anpassen zu können oder weil sperrige Bauteile an die Fassade oder ins Gebäude transportiert werden müssen. Dafür muss das Fassadengerüst feldweise zurück- und umgebaut werden. Beides ist mit dem „Peri Up“-Fassadengerüst problemlos ausführbar.

Autor

Dr. Dipl.-Ing. Klaus Fockenberg ist Freier Architekt und Freier Journalist. Er lebt und arbeitet in Waldenbuch bei Stuttgart und unterstützt Peri bei der Pressearbeit.

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