Renovierung der Fassaden der Zinsvilla in Innsbruck

Von 1840 bis 1918 entstanden im Innsbrucker Stadtteil Saggen zahlreiche Wohn- und Industriebauten. Ein eindrucksvolles Beispiel dieser Gründerzeitvillen ist die Zinsvilla an der Claudiastraße. Vor zwei Jahren erhielt die Fassade einen  Beschichtungsaufbau mit dem Brillux Silikat-System.

Die Villen rund um den großen Claudiaplatz sind mit ihrem historistischen Baustil nicht nur ein Zeugnis der Baukultur in der Gründerzeit, sie spiegeln zugleich das Vermögen und die soziale Stellung der Erbauer wider. Neben den zwei- bis dreigeschossigen herrschaftlichen Villensaggen ist das Erscheinungsbild geprägt von mehrgeschossigen, geschlossenen Häuserzeilen, den so genannten Blocksaggen. Als kulturelles Erbe steht diese gesamte Gründerzeitgruppe unter Ensembleschutz.

Ein besonderes Schmuckstück in diesem historischen Stadtviertel ist die Zinsvilla in der Claudiastraße. Die Architektur der repräsentativen Gründerzeitvilla folgt dem Grundriss des Eckgrundstücks und umrahmt rückseitig einen großen Innenhof. Wie es in der Gründerzeit üblich war, wurde die Fassade der Zinsvilla unter Verwendung neobarocker Gestaltungselemente nicht nur vertikal wie horizontal anspruchsvoll gegliedert, sondern mit Fensterbögen, vorspringendem Dachsims, Erkern und Balkonen, Kuppeln und Türmchen sowie zahlreichen Reliefs und Skulpturen reich dekoriert. Ebenfalls charakteristisch für den Neobarock ist die Aufnahme von Plastiken in mit Ornamenten verzierte Nischen in der Fassade.

Alter Putz war locker und lose

Da die Fassade der Zinsvilla in die Jahre gekommen war, beauftragte der Eigentümer den Meisterbetrieb Nico – Malerarbeiten & Instandhaltung mit der Ausführung der Fassadensanierung. Nico Vujadinovic fand eine stark renovierungsbedürftige Fassade vor und holte zur Analyse und Prüfung des Untergrunds Brillux mit ins Boot.

„Die Prüfung des Untergrunds lieferte entscheidende Informationen zur Bestimmung des passenden Beschichtungsaufbaus. Das Gebäude hatte  zahlreiche Mängel. Anhand von Struktur und Körnigkeit war erkennbar, dass es sich um eine mineralische Altbeschichtung handelt“, erklärt Ricardo List, Verkaufsberater bei Brillux. Eine Kratzprobe lieferte Hinweise zur Oberflächenfestigkeit. „Der alte Putz war zu großen Teilen locker und lose“, erinnert sich Nico Vujadinovic.

Mit Blick auf den mineralischen Altbestand empfahl Brillux den Beschichtungsaufbau im Silikat-System mit „Fondosil 1903“, Mineral-Leichtputz „G 3679“ und der Sol-Silikat-Fassadenfarbe „Ultrasil HP 1901“. „Unser Silikat-System beinhaltet ein komplettes Produktspektrum vom Streichfüller bis zum Finish. Das System ist hoch wetterbeständig sowie wasserdampfdiffusionsfähig und daher besonders zur Sanierung historischer, denkmalgeschützter Gebäude bestens geeignet. Durch den chemischen Prozess der Verkieselung verbinden sich die Silikat-Produkte fest mit dem Untergrund“, erläutert Ricardo List.

Natürlicher Schutz gegen Algen und Pilze

Nachdem das Gerüst aufgebaut war, entfernte das Malerteam zunächst den schadhaften Putz und sorgte mit „Fondosil 1903“ für eine gute Verfestigung des mineralischen Untergrunds. Mit Mineral-Leichtputz „G 3679“ erzielten die Maler einen dekorativen, wetterbeständigen, mineralischen, leicht strukturierten Putz. Die Schlussbeschichtung erfolgte mit „Ultrasil HP 1901“. Mit „Sol-Xtreme“, dem Sol-Silikat-Bindemittel, wirkt „Ultrasil HP 1901“ außerdem auf natürliche Weise, ohne Biozidzusatz, gegen Algen und Pilze. „Wir haben viel mit Brillux gearbeitet, wussten aber bis zu diesem Projekt nicht, dass Brillux auch im Denkmalschutz sehr gut aufgestellt ist“, so Nico Vujadinovic. „Sowohl die Putzarbeiten als auch den Fassadenanstrich führten wir per Hand aus. Die Verarbeitung von ,Ultrasil HP 1901‘ war für uns eine Premiere. Wir waren super zufrieden und begeistert von der tollen Deckkraft“, sagt Vujadinovic.

Per Musterflächen zur optimalen Farbe

Mit der Schlussbeschichtung kam außerdem Farbe ins Spiel. Nach Vorgabe des Denkmalamts sollte sich die Farbgestaltung an der ursprünglichen Farbigkeit in einem Sandfarbton und hellem Beige orientieren. Die von Brillux angefertigten Musterflächen halfen dabei, die gewünschten zum Stil des Hauses passenden Farbtöne festzulegen. „Insgesamt hat dieses Projekt für viel Aufsehen gesorgt. Der Bauherr war mit dem Ergebnis supergut zufrieden und es folgten weitere Projekte. Deshalb sind auch wir insgesamt bestens zufrieden“, lobt Nico Vujadinovic die Zusammenarbeit mit Brillux. „Auch die Abstimmung mit dem Denkmalamt hat gut geklappt. Es war in jeder Bauphase ebenfalls vor Ort und hat die Schichtaufbauten sowie die Farbigkeit kontrolliert.“

Autor

Fabian Störkmann ist Produktmanager Dispersionen bei der Firma Brillux in Münster.

Baubeteiligte

Bauherr Dr. Carlo Foradori, Innsbruck, www.foradori.at

Malerarbeiten Nico – Malerarbeiten & Instandhaltung, Innsbruck, www.maler-nico.at

Verwendete Produkte Ultrasil HP 1901, Fondosil 1903, Mineral-Leichtputz G 3679, Brillux, Münster, www.brillux.de

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