Klangerlebnis

Optimale Raumakustik für höchstes Klangerlebnis in der neuen Musikakademie in Staufen

In der neuen Musikakademie am Stadteingang von Staufen im Breisgau kommen Musizierende und Gäste gleichermaßen auf ihre Kosten. Denn die 13 Konzert- und Probesäle ermöglichen Klangerlebnisse, die ihresgleichen suchen. Verantwortlich hierfür ist die hervorragende Akustik der Decken und Wände.

Grundlage für die hohe Klangqualität in den 13 Konzert- und Probesälen in der neuen Musikakademie in Staufen ist die hervorragende Raumakustik, für deren Umsetzung die Günter Nagel Bauleistungsservice GmbH aus Teningen verantwortlich war. Dabei gehörten die Schallabsorption und Schallreflexion zu den größten Herausforderungen der Ausbauspezialisten. Insbesondere an die Decken und Wände der Probe- und Aufführungsräume wurden höchste raumakustische Anforderungen gestellt.

Eigentümer und Bauherr der 1500 m2 umfassenden Musikakademie ist der Bund Deutscher Blasmusikverbände (BDB), der in Südwestdeutschland etwa 200 000 Mitglieder aus rund 1000 Vereinen vertritt. Die Akademie bietet Kurse und Weiterbildungen für alle Altersgruppen und für jedes Niveau. Für Gäste des Hauses stehen in der oberen Etage 70 Einzel-, Doppel- und Familienzimmer zur Verfügung, während sich im ersten Obergeschoss Probe- und Tagungsräume in unterschiedlichen Größen befinden. Große Konzert- und Probesäle wie der doppelgeschossige „Bach-Saal“, ein Speisesaal sowie Verwaltungsräume befinden sich im Erdgeschoss.

Der Raum macht die Musik

Die besondere Stärke der neu geschaffenen Staufener Konzert- und Proberäume ist ihre variabel einstellbare Akustik. Die Räume lassen sich flexibel den Bedürfnissen und Anforderungen der Musizierenden anpassen und bieten unterschiedlichen musikalischen Formationen vom Chor über die Big Band und das Blasorchester bis hin zum sinfonischen Orchester die jeweils besten Bedingungen. Dabei ist besonders wichtig, dass sich die Musikerinnen und Musiker selbst und gegenseitig gut hören können.

Variabel einstellbare Raumakustik

Akustisch und auch architektonisch beeindruckend ist vor allem der „Bach-Saal“, der einen Grundriss mit außergewöhnlicher Geometrie besitzt: Um beste Voraussetzungen für eine gleichmäßige Schallausbreitung zu schaffen, wurde hier auf rechte Winkel und parallel verlaufende Wände vollständig verzichtet. Auch die schuppenartige Struktur der Wandverkleidung, Stuck und Holzvertäfelungen, trapezförmige Fensternischen sowie die ansteigende Deckenhöhe tragen zur gleichmäßigen Verteilung des Schalls in alle Richtungen bei. Ausgestattet ist der Saal darüber hinaus mit akustischen Vorhängen, die sich auf Knopfdruck und je nach individuellem akustischem Bedarf und gewünschter Nachhallzeit bedienen lassen.

Komplex und vielfältig

„Ein ausgezeichnetes Klangerlebnis lässt sich nur auf Grundlage einer optimalen Raumakustik erzielen“, erklärt Projektleiter Günter Nagel. „Die in der Musikakademie getroffenen raumakustischen Maßnahmen waren außerordentlich komplex und vielfältig. In jedem Saal galt es, ideale Voraussetzungen etwa für die Montage der Vorhangschienen, der Akustikelemente, Revisionsöffnungen und Lüftungsleitungen zu schaffen. Bei der Herstellung der Unterkonstruktionen waren deshalb verschiedene Raumhöhen zu berücksichtigen, damit die entsprechenden Systeme das vorgegebene akustische Raumkonzept erfüllen. Und entsprechend waren für jeden Raum unterschiedliche Trockenbaukonstruktionen erforderlich. Bestimmte Schallschutzdetails reichen sogar bis in die Unterkonstruktion hinein.“

Absorbtionsabhänger bis 400 kg

Die Unterkonstruktion der Decken in den Konzert- und Proberäumen besteht aus einer Halfenschiene, die im Vorfeld statisch exakt berechnet und mit speziellen Akustikabhängesystemen an Pi-Trägern befestigt wurde. „Alle 80 cm haben wir ein UA-Profil eingebracht. Zur Aufnahme der Beplankung wurde anschließend eine Unterkonstruktion aus CD-Profilen montiert. Für das Bauprojekt waren im Vorfeld spezielle Absorptionsabhänger zur Aufnahme von Lasten bis zu einem Gewicht von jeweils 400 kg aus England importiert worden. Diese wurden mittels Schwerlastankern an der Betondecke befestigt. Insgesamt haben wir rund 600 Abhänger dieser Art verbaut“, sagt Projektleiter Nagel.

Deckenplatten für optimale Raumakustik

In den Konzert- und Probesälen sowie Aufenthaltsräumen wurden die Unterkonstruktionen mit insgesamt rund 5000 m2 aufgelegten „Isover Akustic SSP 1“ Schallschutzplatten zur Optimierung der Raumakustik sowie zur Schallabsorption an den Lüftungsleitungen ausgeführt. Davon entfielen etwa 2000 m2 auf die Ausführung der Deckenkonstruktionen. Die Beplankung erfolgte senkrecht und waagerecht mit „Rigips Rigitone Activ‘Air 8/18 Q“ und Formteilen von Rigips.

Lenkung und Absorbtion von Schall

„Da auch die gesamten Einbauten von Heizung, Lüftung und Sanitär im Deckenkonzept untergebracht werden mussten, war das Einmessen der Akustikelemente für das optische Gesamtbild und das Zusammenspiel von Decke und Wandflächen eine große Herausforderung. Die glatten Formteile, die der teilweisen Reflexion des Schalls in den Raum dienen, wurden in genau vorgegebenen Abständen montiert“, so Günter Nagel. Der übrige Schall gelangt zwischen den Formteilen an die darüberliegende Decke und wird über die rückseitig in den Formteilen eingebauten Akustikschaumelemente absorbiert. „Auf diese Weise haben wir die gewünschte raumakustische Gesamtwirkung erzielt“, betont er.

Raumluftreinigende Akustikplatten

Mit „Rigips Rigitone Activ‘Air“ hat das Ausbauteam in den Konzert- und Probesälen hochwertige Deckenflächen geschaffen und gleichzeitig zur ausgezeichneten Akustik und Raumqualität beigetragen. Die Platte mit durchlaufender Lochung überzeugt mit raumakustischen Eigenschaften, ist mit werkseitig angefasten, grundierten Kanten ausgestattet und ermöglicht ein optisch fugenloses Deckenbild. Die Akustikdeckenplatten nach DIN EN 14 190 sind mit rückseitig kaschiertem Akustikvlies ausgestattet und verfügen über die raumluftreinigende Activ‘Air-Technologie, die für eine nachhaltige Reduzierung von Luftschadstoffen, wie zum Beispiel Formaldehyd, sorgt.

Um auch im Bereich der Zimmertrennwände in den Gästeebenen für einen erhöhten Schallschutz zu sorgen, setzten die Ausbauprofis auf „Rigips Die Harte“. Die kartonummantelte Gipsplatte nach DIN EN 520, Typ DFIR, besitzt eine hohe Oberflächenhärte, einen dichten Gipskern und eine geschlossene Oberfläche. Die Platte ist ideal für die Ausführung von Wand- und Deckensystemen mit hohem Widerstand gegen mechanische Belastungen und hohen Schallschutzanforderungen.

Spachtelmassen für hochwertige Oberflächen

Da in Staufen auch eine hohe Oberflächenqualität gefordert war, kam zum einen der „Rigips Vario“-Fugenspachtel zum Einsatz, der sich durch ein gutes Haftvermögen, geringes Einfallverhalten und eine hohe Fugenfestigkeit auszeichnet. Eingesetzt wurde die Spachtelmasse zur Verspachtelung der Akustikplatten „Rigips Rigitone Activ’Air“, der Wandsysteme sowie zur Herstellung von Q3-Oberflächen.

Beste Ergebnisse erzielten die Handwerker darüber hinaus mit dem gebrauchsfertigen, manuell und maschinell zu verarbeitenden Feinspachtel „ProMix Plus“ nach DIN EN 13 963, Typ 3A. Damit profitiert die Musikakademie von Wandsystemen, die sich durch besonders glatte Oberflächen in Q4-Qualität auszeichnen.

Fazit

In Staufen entstanden in der neuen Musikakademie Räume mit optimalen akustischen Eigenschaften und einer hohen Oberflächenqualität. Das Team um
Günter Nagel hat die Konzert- und Probesäle so konzipiert, dass sie den höchsten raumakustischen Ansprüchen gerecht werden, so das Votum der Fachjury der 14. Rigips Trophy 2024/2025. Den 1. Platz in der Kategorie „Deckenlösungen“ hat sich das Team redlich verdient.

 

Autor

Christian Schuller ist Gebietsleiter bei der Saint-Gobain
Rigips GmbH in Düsseldorf.

Baubeteiligte (Auswahl)

 

Bauherr Bund Deutscher Blasmusikverbände, Staufen, www.bdb-akademie.com

Architekt Bez + Kock Architekten Generalplaner, Stuttgart, www.bez-kock.de

Trockenbauarbeiten Günter Nagel Bauleistungsservice, Teningen,
www.nagel-bauleistungsservice.de

 

 

Herstellerindex (Auswahl)

 

Trockenbau- und Akustikdeckenplatten
Saint-Gobain Rigips, Düsseldorf, www.rigips.de

Schallschutzplatten Saint-Gobain Isover G+H,
Düsseldorf, www.isover.de

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