Liebe Leserinnen, liebe Leser,
auf dem Weg raus aus Ladbergen zwischen Münster und Osnabrück wird es immer ländlicher. Hier und da verstecken sich Gehöfte hinter Bäumen. Kein Zweifel: Hier gelten die besonderen Anforderungen des Bauens im Außenbereich, also außerhalb von Bebauungsplänen und Ortschaften. Das ist mit strengen Regeln verbunden. Der Umbau einer Hofstelle außerhalb von Ladbergen war damit für Bauherr Simon Andreae mit der Auflage verbunden, die historische Dachkonstruktion zu erhalten. Wie ab Seite 44 in dieser Ausgabe der bauhandwerk zu sehen ist, stehen nun der alte und der neue Dachstuhl nebeneinander, was erhebliche Auswirkungen auf die Dämmarbeiten hatte. Mindestens ebenso anspruchsvoll war die Aufgabe, Tageslicht in das zuvor dunkle Wohn- und Stallgebäude zu bringen. Gelöst wurde dies unter anderem mit vier Dachfeldern aus jeweils zehn Dachfenstern, durch die so viel Tageslicht ins Haus fällt, dass man sich wie in einem Atrium fühlt. Durch den Umbau des Wohn- und Stallgebäudes blieb zugleich ein Zeugnis landwirtschaftlicher Wohn- und Lebenskultur erhalten.
Deutlich urbaner ist es in der Kleinstadt Lemgo. Auch hier ist der Verfall historischer Gebäude ein wachsendes Problem. So stand der dortige „Hanse Hof“ zuletzt zwölf Jahre lang leer. Ende der 1970er-Jahre hatte man das aus einem Längsdielen- und Bruchsteinhaus bestehende Ensemble in eine Passage umgebaut. Rund 20 Jahre später wurde diese wieder geschlossen. Die nun abgeschlossene Sanierung stellt die historischen Fassaden wieder her. Wie ab Seite 25 gezeigt, sanierte die ortsansässige Firma Kramp & Kramp das Fachwerk und baute beide Häuser zu 14 hochwertigen Wohnungen und einer Gewerbeeinheit um. Eine logistische Herausforderung war der Einbau der über 10 m2 großen und 680 kg schweren Schaufensterscheiben im Erdgeschoss des Bruchsteinhauses.
Auch beim Umbau des Abts- und Siechenhauses des Klosters Zinna in Jüterbog mussten die Gebäude den unterschiedlichen Anforderungen des Denkmal-, Wärme- und Brandschutzes sowie der Barrierefreiheit gerecht werden. Wie ab Seite 10 in diesem Heft zu sehen, wurden für die Barrierefreiheit außen zwei Rampen angebaut. Im Erdgeschoss überwindet ein Hublift vier Treppenstufen und ermöglicht so eine barrierefreie Erschließung dieser Etage. Besondere Sorgfalt erforderte darüber hinaus die Restaurierung der Wandmalereien.
Viel Erfolg bei der Arbeit wünscht
