Steinwolle-WDVS für ein neues Wohn-Quartier in Stahlmodulbauweise in Berlin

In Berlin entsteht ein neues Wohnquartier mit mehr als 1500 Wohnungen. Ein Großteil der Gebäude wird in Stahlmodulbauweise errichtet. Steinwolle übernimmt dabei Aufgaben im Wärme-, Schall- und Brandschutz. Die Fertigstellung erfolgt in vier Bauabschnitten.

An der Grenze der Berliner Stadtbezirke Lichtenberg und Marzahn lässt das landeseigene Wohnungsunternehmen Gewobag ein neues Quartier mit mehr als 1500 Wohnungen mit ein bis fünf Zimmern, einigen Gewerbeeinheiten und Räumen für eine Kita errichten. Die Fertigstellung der vier Bauabschnitte ist noch für dieses Jahr geplant. Gebaut wird überwiegend in Stahlmodulbauweise. Hersteller der Module und Generalunternehmer ist das niederländisch-japanische Unternehmen DAIWA House Modular Europe.

Die Fassaden des Wohn-Quartiers in Berlin werden mit einem WDVS von Sto gedämmt. Seinen Dämmkern bildet „Speedrock II“ von Rockwool
Foto: Deutsche Rockwool

Die Fassaden des Wohn-Quartiers in Berlin werden mit einem WDVS von Sto gedämmt. Seinen Dämmkern bildet „Speedrock II“ von Rockwool
Foto: Deutsche Rockwool
Die DAIWA setzt bei der Modulherstellung auf einen Stahlrahmen, der auf einen Stahlbetonboden montiert wird. Dämmmatten und -platten aus nichtbrennbarer Steinwolle der Deutschen Rockwool finden sich in den Fußböden der Module, in allen Raum- und Wohnungstrennwänden sowie an den Fassaden der Gebäude. Jedes Modul wiegt nach seiner vollständigen Fertigstellung zwischen 15 und 20 Tonnen. Abhängig von den Grundrissen der Gebäude werden pro Etage zwischen 40 und 224 Module in unterschiedlichen Größen eingehoben und zu Wohneinheiten verbunden.

Nichtbrennbare Außenwanddämmung

Der Wärmeschutz der Außenwände wird durch die Kombination eines WDVS mit der nichtbrennbaren Putzträgerlamelle „Speedrock II“ komplettiert. Sie wird vollflächig geklebt und nicht gedübelt. Damit ergänzt sie die Fassadenkonstruktion der Module. Diese sind außen mit zementgebundenen Leichtbetonplatten beplankt und mit „Sonorock“-Steinwolleplatten gedämmt. Auf rund 27 000 m2 Fassadenfläche entsteht eine Wärmedämmung aus Steinwolle. Sämtliche Anschlüsse an der Fassade mit Kontakt zur Außenluft, zum Beispiel im Bereich der Balkone, wurden thermisch entkoppelt. Der Wärmeschutz entspricht den Vorgaben des KfW-55-Standards.

Als Kleber kam „Sto Coll Mineral HP“ zum Einsatz. Auf der Dämmung wurde ein Glasfasergewebe von Sto mit dem Ausgleichsputz „StoLevell Uni“ eingebettet. Anschließend wurden der Putzgrund von Sto und der „StoMital K3“- Oberputz für nichtbrennbare Systeme manuell aufgebracht und mit „StoColor Silco G“ beschichtet.

Fassadengestaltung mit schnittfesten Dämmplatten

Für eine attraktive Fassadengestaltung wurde aus „Speedrock II“-Putzträgerplatten ein umlaufender Sims zugeschnitten
Foto: Deutsche Rockwool

Für eine attraktive Fassadengestaltung wurde aus „Speedrock II“-Putzträgerplatten ein umlaufender Sims zugeschnitten
Foto: Deutsche Rockwool
Da „Speedrock II“-Dämmplatten schnittfest sind, gestalteten die Stuckateure der Grantec Malerei GmbH aus Berlin mit ihnen eine ansprechende Fassadengestaltung aus Gesimsen über jedem zweiten Geschoss. Diese wurden durch einen Rückschnitt der Grunddämmplatten um einmal 40 mm und einmal 80 mm erstellt. Auf jedem Gesims liegt eine Aluminiumschale als Wetterschutz auf. Im Erdgeschoss wurden auf die Außenwände aus Fertigbetonelementen Steinwolle-Dämmplatten in einer Dicke von 80 mm geklebt und verdübelt. Eine besondere Optik entstand durch in die Dämmung gefräste Bossennuten.

Steinwolle in Boden- und Wandkonstruktionen

„Sonorock“, eine formstabile Dämmplatte für leichte Trennwände, sowie die Trittschalldämmung „Floorrock Acoustic CP2“ auf den Betonbodenplatten der Module tragen zum Wärme- und Schallschutz bei. Da „Sonorock“ und „Floorrock Acoustic CP2“ ebenfalls aus Steinwolle bestehen, verbessern sie zusätzlich den Brandschutz. „Die Zusammenarbeit mit der Deutschen Rockwool und anderen Baustoffherstellern war für uns sehr wichtig. Da der Stahlmodulbau aktuell noch nicht auf  Verwendbarkeitsnachweise für seine eigenen Konstruktionen zurückgreifen kann, fußt unsere Wärme-, Schall- und Brandschutzplanung auf den umfangreichen Prüfungen, die unsere Industriepartner bereits durchgeführt haben“, sagt Projektingenieur Lukas Böhmer von der DAIWA.

Autor

Markus Schröder ist Senior Produktmanager bei der Deutschen Rockwool GmbH & Co. KG in Gladbeck.

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