Sichere Verankerung der Fassaden der ehemaligen Textilfabrik Kümpers in Rheine
16.10.2026Die ehemalige Textilfabrik Spinnerei und Weberei Hermann Kümpers in Rheine ist ein bedeutendes Zeugnis der Industriekultur im Münsterland. Seit 2021 wird das um 1905 entstandene architektonische Wahrzeichen der Stadt schrittweise umgenutzt. Auf dem rund 11,5 Hektar großen Areal entsteht ein lebendiges Stadtquartier. Moderne Befestigungssysteme von fischer tragen zur sicheren Verankerung der historischen Fassaden bei.
Die ehemalige Baumwollspinnerei und Weberei Kümpers ist prägendes Zeugnis der Industriekultur im Münsterland und wird schrittweise umgenutzt
Foto: GMP Nordhorn
Die um 1905 errichtete Baumwollspinnerei und Weberei in Rheine entspricht dem Typus der klassischen Backsteinfabrik und weist Einflüsse der englischen Industriebaukunst auf. Der Entwurf geht auf den Industriearchitekten Sidney Stott aus Oldham, England zurück. Das dreigeschossige Kerngebäude ist durch turmartige Aufbauten an den Ecken über quadratischem Grundriss geprägt. Besonders charakteristisch ist der markante Treppenturm mit geschwungenem Turmhelm. Große, gleichmäßig angeordnete Fenster dienten der Belichtung der Produktionshallen. Sie strukturieren die Fassade und unterstreichen den funktionalen Charakter des Industriebaus, der zugleich hohe gestalterische Qualität aufweist.
Textilfabrik wird Mittelpunkt des neuen Stadtquartiers
Heute befindet sich das rund 11,5 Hektar große Areal in einem mehrjährigen Umnutzungs- und Entwicklungsprozess. Der Betrieb der Spinnerei und Weberei wurde bereits 1978 eingestellt. Bis voraussichtlich 2027 auf dem Gelände ein gemischt genutztes Stadtquartier. Geplant sind Betreutes Wohnen, Pflegeangebote, eine Kindertagesstätte, Gastronomie, Wohnbebauung, eine Förderschule für körperlich beeinträchtigte Kinder sowie Flächen für Gewerbe und Dienstleistungen. Die ehemalige Textilfabrik wird zum sozialen Mittelpunkt des neuen Stadtquartiers, in dem Wohnen, Pflege, Bildung und Gemeinschaft zusammengeführt werden. Dabei bleibt die denkmalgeschützte Gebäudehülle als identitätsstiftendes Element erhalten und verbindet industrielle Vergangenheit mit der Gegenwart.
Sichere Verankerung im Bestand
Moderne Befestigungssysteme sichern die historische Fassade der Baumwollspinnerei und eberei Kümpers für kommende Generationen. Dabei wird die denkmalgeschützte Fassade an das Gebäude angebunden, das im Inneren neu entsteht
Foto: fischer
Für die denkmalgerechte Sanierung der Fabrikfassade und ihre Integration in das neue Nutzungskonzept kamen unter anderem der fischer Injektionsmörtel „FIS V Plus“ und die Ankerstangen „FIS A M8 x 1000“ zum Einsatz. In Lochsteinen des Bestandsmauerwerks sorgten Ankerhülsen „FIS H 12 x 1000 L“ dafür, dass sich der Mörtel beim Einbringen der Ankerstangen gezielt verteilt. So ließ sich der Materialverbrauch reduzieren und zugleich ein sicherer Formschluss erzielen. Das Injektionssystem wurde zur Sicherung und Verbindung der denkmalgeschützten Außenfassade an das Gebäude verwendet, das im Inneren neu errichtet wird. „Die technische Ausführung wurde bei dem Projekt durch Zugversuche und eine professionelle bautechnische Begleitung zuverlässig abgesichert“, sagt Uwe Herding, Technischer Außendienstmitarbeiter bei fischer. „So stellen wir sicher, dass die Verankerungen den Belastungen und Anforderungen an Sicherheit und Tragfähigkeit dauerhaft standhalten.“
