Abdichtung des Schalenhauses Balz in Leinfelden-Echterdingen
Das Haus Balz in Leinfelden-Echterdingen gilt als eines der ungewöhnlichsten Wohnhäuser Baden-Württembergs. Nach mehr als vier Jahrzehnten zeigten sich daran deutliche Gebrauchsspuren. Auf rund 160 m2 mussten die Betongeometrien mit „Triflex ProTect“ dauerhaft und nahtlos abgedichtet werden.
Das Haus Balz, erbaut 1979/80, gilt als seltenes Beispiel experimenteller Wohnarchitektur dieser Zeit. Architekt Michael Balz entwickelte ein organisch geformtes Gebäude aus dünnen Betonschalen, runden Strukturen und fließenden Innenräumen. Statt rechteckiger Wände und standardisierter Grundrisse entschied er sich für eine futuristische Schalenkonstruktion, die mit ihren Rundungen und Bullaugenfenstern mehr an ein Ufo erinnert als an ein klassisches Einfamilienhaus.
Visionäres Bauwerk seiner Zeit: Das Schalenhaus von Architekt Michael Balz in Leinfelden-Echterdingen
Foto: Triflex
Viele Einbauten wurden vom Architekten passgenau zu den geschwungenen Raumkonturen selbst gestaltet. Heute steht das Wohnhaus unter Denkmalschutz und ist ein lokales Wahrzeichen. „Dieses Haus ist Teil unserer Familiengeschichte und zugleich ein Stück Architekturgeschichte“, sagt der Sohn des Architekten, Markus Balz. „Wir möchten es so bewahren, wie es gedacht war: mit Respekt vor der Form, aber mit den technischen Möglichkeiten von heute.“
Mit Teamarbeit zum Projekterfolg
Die Erbengemeinschaft um Markus, Johannes und Angelika Balz entschied sich für eine umfassende Sanierung mit dem Ziel, das Elternhaus zu erhalten und zugleich seinen architektonischen Wert zu sichern. Über die gesamte Dauer der Sanierung hinweg stand das Triflex-Team beratend zur Seite. Gebietsverkaufsleiter Alexander Mauz sowie die Anwendungstechnik begleiteten die Arbeiten vor Ort und klärten technische Fragen. „Triflex hat zugehört, beraten und konkrete Lösungen aufgezeigt. Das war fachlich überzeugend und menschlich verbindlich“, betont Markus Balz und sagt weiter: „Die Betreuung und der fachliche Austausch haben uns das Gefühl gegeben, wirklich verstanden zu werden. Wir wollten die architektonische Idee unseres Vaters bewahren und gleichzeitig sicherstellen, dass das Haus technisch für die nächsten Jahrzehnte gerüstet ist.“
Gut vorbereitet für dauerhafte Abdichtung
Während der Planungsphase zeigte sich die besondere Komplexität der Aufgabenstellung. „Mehrere Anbieter lehnten ab: zu komplex, zu aufwendig, zu ungewöhnlich“, erinnert sich Markus Balz. Dach-
deckermeister Ralf Alber nahm schließlich die Herausforderung an. Er empfahl ein Flüssigkunststoffsystem, das sich flexibel an die ungewöhnlichen Formen anpassen kann. „Das System folgt der Architektur, nicht umgekehrt“, so Alber. „Gerade an den runden Brüstungen und den Anschlüssen an die Kuppeln zeigt sich, wie präzise und dauerhaft Flüssigkunststoff arbeitet.“ Bauherren, Handwerker und das Triflex-Team arbeiteten während der Planung und Umsetzung eng zusammen.
Bereits im Vorfeld der Sanierung wurden Haftzugtests durchgeführt, um die Tragfähigkeit des Betonuntergrunds zu überprüfen. Die Flächen wurden anschließend intensiv gereinigt und geschliffen. Für die Grundierung kam „Triflex Cryl UniPrimer 285“ zum Einsatz, um eine zuverlässige Verbindung zum Abdichtungssystem zu sichern.
Der Untergrund wurde gereinigt und geschliffen, bevor die Grundierung mit dem „Triflex Cryl UniPrimer 285“ aufgetragen wurde
Foto: Triflex
Fensteranschlüsse, Sockelzonen und sämtliche Übergänge wurden mit „Triflex ProDetail“ abgedichtet. Die vliesarmierte Lösung eignet sich besonders für geometrisch anspruchsvolle Details und sorgt für eine formschlüssige Abdichtung, die einen vollflächigen, hinterlaufsicheren Verbund zum Untergrund herstellt.
Die Dachflächen erhielten anschließend die vliesarmierte Flüssigabdichtung „Triflex ProTect“. Das System bildet zudem eine fugenlose, UV-beständige und rissüberbrückende Oberfläche, die sich spannungsfrei in die organisch geformte Dachlandschaft einfügt. Ein besonderes Qualitätsmerkmal und zugleich ein Grund für die Auswahl der Systeme „Triflex ProDetail“ sowie „Triflex ProTect“ ist ihre beeindruckende Langlebigkeit. Eine erweiterte ETA-Prüfung aus 2024 bescheinigt den Systemen eine zu erwartende Lebensdauer von 40 Jahren.
Behutsame Sanierung erfolgreich umgesetzt
Mit der Neuabdichtung der Dach- und Brüstungsflächen ist der erste Bauabschnitt abgeschlossen. Die Kombination aus sorgfältiger Untergrundvorbereitung, handwerklicher Erfahrung und leistungsfähiger PMMA-Technologie sichert eine langfristige Abdichtung, die sich harmonisch in das architektonische Gesamtbild einfügt. „Bei einem solchen Objekt kann man keine Bahnenware verlegen“, betont Alexander Mauz und ergänzt: „Nur eine flüssig aufgebrachte, vollflächig haftende Abdichtung sichert langfristig den Schutz dieser außergewöhnlichen Architektur. Hier zeigt sich, dass moderne Werkstoffe die Sprache der Architektur fortführen können.“
Im kommenden Schritt sollen auch die ikonischen Kuppeln des Gebäudes neu gestrichen werden. Der Abschluss des ersten Sanierungsabschnitts zeigt: Wenn Handwerk, Technologie und Respekt vor der Architektur Hand in Hand gehen, lassen sich historische Bauwerke nachhaltig bewahren.
AutorJan Wittemöller ist Technischer Berater bei Triflex in Minden.
