Baugeräte und Gerüste digital tracken: Standorte, Wartung und Einsatz im Blick
Baustellen sind komplexe und dynamische Arbeitsumgebungen, in denen täglich zahlreiche Baugeräte, Maschinen und Werkzeuge bewegt werden. Dabei ist nicht immer klar, wo sich ein benötigtes Baugerät befindet, ob es einsatzbereit ist oder wann die nächste Wartung ansteht. Peri bietet dafür eine Trackinglösung an.
Bauleiter, Bauhofmitarbeiter und Handwerker des bayerischen Bauunternehmens Otto Heil verbringen nach Angaben des Unternehmens regelmäßig Zeit mit der Suche nach Baugeräten. Die Folgen sind Verzögerungen und Schwierigkeiten bei der Einsatzplanung. „Es gab immer wieder Situationen, in denen wir dringend ein bestimmtes Gerät benötigten, es aber einfach nicht finden konnten. Das führte zu Verzögerungen auf der Baustelle und zu unnötigem Stress für unsere Mitarbeiter“, berichtet Marco Wunderlich, IT-Leiter bei Otto Heil. Um die Geräteverwaltung zu vereinfachen, entschied sich das Unternehmen für die Trackinglösung.
Tracking mit GPS- und Bluetooth-Transpondern
Die Peri-Trackinglösung bietet eine digitale Bestandsübersicht über Schalung und sämtliche Baugeräte, unabhängig des Herstellers
Foto: Peri SE
Eine cloudbasierte Software wird mit GPS- oder Bluetooth-Transpondern kombiniert, die an Schalungen und Baugeräten angebracht werden. Sowohl Software als auch Hardware sind herstellerunabhängig einsetzbar, so dass Geräte verschiedener Hersteller integriert und erfasst werden können. Die Transponder sind je nach Einsatzzweck in unterschiedlichen Größen und Formen sowie mit verschiedenen Batterielaufzeiten erhältlich. Ob GPS- oder Bluetooth-Transponder zum Einsatz kommen, hängt vom jeweiligen Anwendungsfall ab.
Ein mit einem GPS-Transponder ausgestattetes Baugerät kann seine Koordinaten über größere Entfernungen übermitteln und dadurch geortet werden. GPS-Transponder werden beispielsweise für Fahrzeuge, Anhänger oder Gabelstapler eingesetzt. So lassen sich deren Standorte auf größeren Baustellen ermitteln. Zudem kann das System bei unbefugtem Entfernen eines Geräts eine Meldung ausgeben.
Bluetooth-Transponder schicken Daten an lokal platzierte oder mobile Empfängerstationen (Gateways), die sich in der Nähe befinden und die Daten von dort aus weiterleiten
Foto: Peri SE
Bluetooth-Transponder hingegen senden Daten an lokal platzierte oder mobile Empfängerstationen (Gateways), die sich in der Nähe des Transponders befinden, etwa auf der Baustelle oder am Lagerstandort. Von dort gelangen die Daten in die Cloud. Über die App-Version der Software können die Daten auch direkt per Smartphone empfangen werden, sofern sich dieses in der Nähe der Bluetooth-Transponder befindet.
Bluetooth-Transponder werden üblicherweise für Schalungen oder kleinere Baugeräte wie Bohrmaschinen, Bohrhämmer, Meißel, Sägen oder Rüttelplatten genutzt. Bei solchen Baugeräten genügt häufig die Information, auf welcher Baustelle sie sich befinden oder ob sie im Lager liegen. Die von den Transpondern übermittelten Daten werden in die Cloud übertragen und können über eine zentrale Softwareplattform abgerufen und ausgewertet werden. Der Zugriff erfolgt über eine mobile App oder eine Desktop-Anwendung.
Die Trackinglösung kann auch für Gerüstmaterial eingesetzt werden. Je nach Anwendungsfall kommen dafür unter anderem Bluetooth-Transponder, RFID oder QR-Codes zum Einsatz. Damit lassen sich Gerüstbauteile einem Standort zuordnen und Materialbewegungen nachvollziehen.
Baugeräte digital verwalten
Beim Bauunternehmen Otto Heil wird die Trackinglösung für verschiedene Aufgaben eingesetzt.
Suchzeiten reduzieren:
Über die Standortanzeige können Bauleiter, Poliere und Logistikmitarbeiter feststellen, wo sich ein benötigtes Schalungselement oder Baugerät befindet. Manuelle Bestandsaufnahmen oder Nachfragen können dadurch reduziert werden.
Verlust und Diebstahl erkennen:
Wird ein Baugerät unberechtigt von der Baustelle entfernt, erkennt das System das Verlassen eines zuvor definierten Geofences und gibt eine Warnung aus. Bei entsprechend ausgestatteten Geräten ist anschließend eine Nachverfolgung möglich.
Einsatzplanung unterstützen:
Cloudbasierte Software-Plattform zur Auswertung der übermittelten Daten in Echtzeit, per Desktop-Anwendung oder mobiler App
Foto: Peri SE
Die digitale Bestandsübersicht zeigt, welche Baugeräte sich auf Baustellen befinden und welche im Lager verfügbar sind. Dies erleichtert die Disposition und kann dazu beitragen, Engpässe, Doppelbuchungen und Leerlaufzeiten zu vermeiden.
Materialverwaltung digitalisieren:
Materialbewegungen werden digital erfasst. Dadurch lassen sich beispielsweise Bestände sowie Daten für Lieferscheine, Abrechnungen oder Inventuren digital verwalten.
Kosten Baustellen zuordnen:
Wird für ein Schalungselement oder Baugerät ein interner Tagespreis hinterlegt, können die Betriebsmittelkosten einer Baustelle ermittelt und der jeweiligen Kostenstelle zugeordnet werden.
Wartung planen:
Neben Standorten und Bewegungen lassen sich auch Nutzungszeiten, Verschleißdaten und Wartungsintervalle der Baugeräte erfassen. Wartungserinnerungen weisen auf anstehende Arbeiten hin und können dabei helfen, ungeplante Ausfälle zu vermeiden.
