Denkmal-Handwerker-Preise

Der Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege ist eine Institution. Alljährlich wird er in zwei Bundesländern verliehen. Ende 2015 waren Sachsen-Anhalt und Bayern an der Reihe. Die Bauherren erhalten je Bundesland insgesamt 15 000 Euro; die Handwerker werden mit einer Urkunde geehrt. Hier geht es zum ausführlichen Beitrag ->

Der von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) zusammen mit dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) gestiftete Preis wird in jedem Jahr in zwei Bundesländern an private Denkmaleigen­tümer verliehen, die bei der Bewahrung ihres Denkmals in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Handwerk Herausragendes geleistet haben. Die an den Restaurierungsarbeiten beteiligten Handwerksbetriebe erhalten Ehrenurkunden, für die privaten Denkmaleigen­tümer gibt es je Bundesland insgesamt 15 000 Euro. In Sachsen-Anhalt fand die Preisverleihung Mitte November vergangenen Jahres in Magdeburg statt. Dort erhielten sieben Denkmaleigentümer und 31 Handwerker ihre Auszeichnungen und Preise. In Bayern wurden die Preisträger Ende November in München geehrt. Dort gab es neun Denkmaleigentümer und 37 Handwerker, die sich über Preise und Auszeichnungen freuen durften.

Preise in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt wurden zwei erste Preise verliehen: Einen davon gab es für die Erhaltung und Instandsetzung des schwer geschädigten Wohnhauses Stephanikirchhof 12 in Aschersleben. Der Preis ging an das Ehepaar Claudia und Andreas Schinkel. Nach Meinung der Jury wurde beim Umbau in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege durch moderne Ergänzungen, Öffnungen und Technik das Haus zeitgemäßen Anforderungen angepasst, ohne die Gesamtwirkung im Stadtbild oder erhaltene Details aufzugeben. Die sich nach dem Gebäude richtenden überaus qualitätvollen handwerklichen Arbeiten garantieren den Erhalt des Denkmals für die Zukunft.

Ein weiterer erster Preis ging an Dr. Thomas Labusiak und seine Familie für ihr Engagement für das historische Fachwerkhaus Pölle 46 in Quedlinburg, das bis in die Jahre um 1530 datiert. Mit substanzschonenden Eingriffen und Ideen haben die Bauherren in hoher handwerklicher Qualität die notwendigen Arbeiten durchführen lassen. Nach Meinung der Jury ist mit der Unterstützung eines erfahrenen Architekten, in enger Absprache und kontinuierlichem Kontakt mit dem Denkmalschutz und unter Einbindung versierter Handwerker ein wichtiges Ackerbürgerhaus in seiner Originalität als lebendiger Lebensort einer jungen Familie erhalten worden.

Einen zweiten Preise gab es in Sachsen-Anhalt für die ehemalige Domherrenkurie in Magdeburg und den dritten Preis für das ehemalige Jagdaufseherhaus in Quellendorf. Sonderpreise gingen an das Große Schloss Blankenburg (ebenda), an das Brunnenhaus Gesundbrunnen in Halle und an das zum Wohnhaus umgebaute ehemalige Zeughaus von 1768 in Werben.

Preise in Bayern

Auch in Bayern wurden zwei erste Preise verliehen: Einen davon gab es für die Restaurierung des aus dem 15. Jahrhundert stammenden Hauses Häfnergasse 7 in Gerolzhofen. Der Preis ging an Stephanie Petermair und Matthias Braun. Die Bewältigung der anspruchsvollen Aufgaben an diesem großen Projekt gelang in vorbildlicher Weise durch das enge Zusammenspiel aller beteiligten Gewerke, die Kreativität des Architekten und die fachliche Betreuung durch die Denkmalpflege.

Ein weiterer erster Preis ging nach Lalling für die Rettung des dort in regionaltypischer Weise 1729 erbauten Waldlerhauses. Wolfgang und Sandra Wallinger durften sich über den ersten Preis freuen. Mit großem Mut haben sie sich trotz des desolaten Zustandes einer Bauaufgabe gewidmet, für die es sonst kaum eine Lobby gibt.

Auch die zweiten Preise wurden in Bayern doppelt vergeben: Einen gab es für die Erhaltung des ehemaligen Kleinbauern- und Handwerkerhauses Draht 8 in Pfaffenhofen an der Ilm und einen weiteren für die Sanierung des um 1936 entstandenen Martin-Bauer-Hauses in Dorfen, das zum Frühwerk des Architekten Sep Ruf gehört. Sonderpreise gab es in Bayern für das Schloss Lerchenberg in Erkheim, die ehemalige Gerichtsschreiberei in Happurg und das Schloss Aufseßhöflein in Bamberg. Zudem wurden zwei Handwerkerpreise für das ehemalige Bauernhaus „Beim Jäger“ in Baierbrunn und ein Wohnhaus in Ruderatshofen vergeben.

Autor

Dipl.-Ing. Thomas Wieckhorst ist Chefredakteur der Zeitschriften bauhandwerk und dach+holzbau.

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