Hut ab Totalumbau eines Bungalows aus den 1970er Jahren in Steinfurt

Anfang 2014 begann in Steinfurt der Umbau eines typischen Walmdachbungalow der 1970er Jahre. Das mit einer VH-Fassade energetisch sanierte Haus, in das die Bauherrenfamilie noch im Herbst desselben Jahres einzog, spart aber nicht nur viel Energie, sondern sieht auch noch gut aus.

Viele Bungalows, die in den 1960er und 1970er Jahren entstanden, werden heute verkauft oder vererbt und dann einer energetischen Sanierung unterzogen. Die Ergebnisse dieser Sanierungen können sich häufig sehen lassen, denn sie wirken wie zeitgemäße Neubauten. Ein gelungenes Beispiel findet sich in Steinfurt im Regierungsbezirk Münster: Der Umbau eines klassischen Walmdachbungalow Baujahr 1973/74 nach Plänen des ortsansässigen Architekten Andreas Holtfrerich.

Aus Alt mach Neu: Der Keller

Bereits im ursprünglichen Zustand ist der Bungalow vollständig unterkellert. Das Kellergeschoss ruht auf einer 22 cm dicken Betonsohle. Die Außenwände sind aus Kalksandsteinmauerwerk, verputzt und mit einem Bitumenanstrich gegen Feuchtigkeit geschützt. Das Geschoss ragt 1,2 m aus dem Erdreich heraus und bietet mit seinen etwa 140 m2 und einer Raumhöhe von 2,35 m großzügig Raum. Dieser trockene und massive Keller sollte bei der energetischen Sanierung erhalten bleiben. Das Kellergeschoss wurde entsprechend freigelegt, mit einer Perimeterdämmung versehen und mit dem Knauf Scheibenputz verputzt.

Vorher und Nachher: Das Erdgeschoss

Die 20 cm dicke Kellergeschossdecke ragt etwa 50 cm über die Außenwände des Kellergeschosses heraus. Darauf war das Erdgeschoss – 1,40 m höher als Pflasterung und Gartenanlage, mit einer Raumhöhe von 2,60 m, einer Außenwand aus 24 cm Kalksandstein und einer 11,5 cm Verklinkerung aufgebaut. Die Wohnfläche betrug etwa 160 m2. Durch die enormen Dachüberstände aus nicht isoliertem Beton war das Gebäude ein Energiefresser. Die Garagendecke war zum Beispiel mit dem Kalksandsteinmauerwerk des Eltern- und Kinderzimmer verbunden.

Heute bilden Küche, Esszimmer und Wintergarten die zentrale Wohn- und Lebenseinheit und sind direkt über das Garagentreppenhaus zu erreichen. Die Garage wurde neu aufgebaut und im Bezug auf Schall und Wärme entkoppelt.

Umfassende Sanierungsarbeiten

Im Rahmen der Sanierung wurden die gesamte Dachkonstruktion und ihre Betondeckenüberstände entfernt. Das Haus erhielt eine Öffnung in Richtung Süden durch bodentiefe Fenster und Türelemente, einen Wintergarten und eine Terrasse. Die Dreifach-Verglasung enthält einen zusätzlichen Luftzwischenraum. Umgesetzt wurden außerdem eine Sicherheitsaußenverglasung und eine Beschattungsanlage. Um das Pultdach optimal für eine Solarnutzung anzulegen, führten die Handwerker es als hinterlüftetes Kaltdach aus. Um die Fassade besonders geschützt, nachhaltig und mit einer effektiven Dämmung zu gestalten, entschied man sich für eine vorgehängte hinterlüftete Fassade (VH-Fassade) im System der Knauf Außenwand mit Aquapanel Technologie.

Montage der VH-Fassade

Für die Unterkonstruktion der VHF schraubten die Mitarbeiter der Firma A. Schöne aus Billerbeck an das Außenmauerwerk aus 24 cm Kalksandstein Aquapanel Wandhalter für die Anordnung am Sockel und an jedem Tragprofilstoß sowie in kleineren Abmessungen für die Anordnung bei jedem Gleitlager. Alle Wandhalter montierten die Handwerker auf dem Mauerwerk mit den zum System gehörenden thermischen Trennele­menten, um die Aluminium-Wandhalter vom Verankerungsgrund thermisch zu entkoppeln. Zur Befestigung diente das zum System gehörende VHF-Verankerungselement – ein korrosionsbeständiger Langschaftdübel mit einer Schraube aus Edelstahl (V4A).

Auf die Außenwand mit den bereits montierten Wandhaltern kam anschließend die formaldehydfreie Knauf Insulation Fassaden-Dämmplatte TP 435 B, ein hydrophobierter Dämmstoff aus Mineralfasern in 20 cm Dicke. Zur Befestigung der Dämmung verwendeten die Handwerker die zum System passenden Dämmstoffhalter. Danach montierten sie die vertikalen Tragprofile so, dass eine 40 mm breite Hinterlüftung zwischen Dämmung und den noch zu montierenden Zementbauplatten entstand. Als Profile dienten VHF Tragprofile; ein T-Profil 100 x 100 x 2 m beziehungsweise L-Profil 50 x 100 x 2 mm. Die statisch erforderliche maximale Tragprofillänge betrug 150 cm. Die Verbindung mit den Wandhaltern erfolgte mit den zum System gehördenden VHF Verbindungselementen.

Witterungsbeständige Putzträgerplatten

Auf die Profile schraubten den Handwerker die witterungsbeständigen und schimmelresistenten Zementbauplatten Aquapanel Cement Board Outdoor mit den Fassadenschrauben SB 40. Diese Schrauben sind aus rostfreiem Stahl V2A hergestellt. Das Gewinde der Fassadenschrauben ist als HiLo-Gewinde ausgeführt. Zusätzlich besitzen die Schrauben Fräsrippen am Schraubenkopf, um ein einwandfreies Versenken zu ermöglichen.

Nach dem Auftrag des Fugenspachtel – grau und dem Einlegen des 10 cm breiten Fugenbandes kam der Klebe- und Armiermörtel von Knauf Aquapanel zum Einsatz, in den abschließend vollflächig das Gewebe eingelegt wurde. Sämtliche Komponenten der Verarbeitung sind als Systemzubehör optimal aufeinander abgestimmt. Die Putzträgerplatte wurde abschließend mit dem mineralischen Knauf-Scheibenputz SP 260 (2 mm Körnung) geputzt und in leicht gedecktem Weiß gestrichen.

Berücksichtigung der Windlasten

Die Windlasten wurden gemäß FVHF Windlastsoftware ermittelt und ergaben zwei unterschiedliche Windlastbereiche, A und B. Der Aufbau der beiden Fassadentypen unterscheidet sich im Achsabstand der Unterkonstruktion, die im Windlastbereich A, Eckbereich, bei 417 mm liegt, im Windlastbereich B, Normalbereich, bei 625 mm. Ansonsten ist die Konstruktion identisch.

Ergebnis: ein modernes, energieeffizientes Wohnhaus

Durch die Sanierung des Bungalows ist aus dem eingeschossigen Klinkerbau ein modernes, großzügiges, helles und energieeffizientes Wohnhaus geworden. Die VH-Fassade konnte in wenigen Wochen montiert werden und wertet das Gebäude wesentlich auf: Die neue Gebäudehülle erfüllt die Wärmeschutzanforderung beziehungsweise den U-Wert ≤ 0,24 W/m2K, ermöglicht dadurch geringe Heizkosten und sorgt zudem für ein gesundes Wohnklima. Das Einfamilienhaus steht da wie neu – und kann (zukünftigen) Besitzern eines in die Jahre gekommenen Bungalows als gutes Vorbild dienen.

Autor

Michael Weyers ist Leiter der Fassadentechnik bei der Firma Knauf Aqauapanel in Dortmund.

Durch die enormen Dachüberstände aus nicht isoliertem Beton war das Gebäude ein Energiefresser

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