Kalk-Leichtputz von akurit sorgt für Wohlfühlklima im größten gedruckten Wohnhaus Europas

In Wallenhausen entstand das größte gedruckte Wohnhaus Europas. Während an der Fassade die typische Wellenoptik zu sehen ist, wie sie beim 3D-Druck mit Beton entsteht, wurde innen alles mit einem Kalk-Leichtputz von akurit glatt verputzt.

Bauherr des Mehrfamilienhauses in Wallenhausen ist die Michael Rupp Bauunternehmung GmbH, die sich mit der neu gegründeten Tochter Rupp Gebäudedruck auf den 3D-Sektor spezialisieren hat. „Unser Familienunternehmen ist seit 25 Jahren erfolgreich in der Branche und hat viele zufriedene Kunden in der Region. Für den 3D-Betondruck bringen wir also einen großen Wissensvorsprung und jede Menge Erfahrung mit“, sagt Fabian Rupp, Geschäftsführer der Rupp Gebäudedruck aus Pfaffenhofen. Sein Bruder Sebastian ergänzt: „Gleichzeitig rechnen wir dieser neuen Technologie große Zukunftschancen aus, und wir wollen diese Zukunft mitgestalten. Bei aller Tradition unseres Handwerks sind wir eben auch innovativ und scheuen keine neuen Herausforderungen – im Gegenteil.“

Das Mehrfamilienhaus, das sie mit ihrer Marke Rupp Gebäudedruck und dem Projektpartner Peri aus Weißenhorn realisiert haben, ist schon jetzt eine Sensation: In Rekordzeit erstellten sie das größte gedruckte Wohnhaus Europas. „Mit dem Druck des ersten Mehrfamilienhauses in Deutschland treten wir den Beweis an, dass diese neue Bautechnologie auch für den Druck größerer Wohneinheiten geeignet ist. Damit eröffnen wir dem 3D-Betondruck weitere Anwendungsbereiche in neuen Größenordnungen“, so Thomas Imbacher, Geschäftsführer Marketing & Innovation der Peri Gruppe. Der Rohbau des dreigeschossigen Fünf-Familienhauses mit 380 m2 Wohnfläche wurde – ebenso wie beim Einfamilienhaus in Beckum – komplett vom BOD2-Portaldrucker errichtet. In Wallenhausen benötigte der Druck gerade einmal 25 Stunden für ein Geschoss. Vier der fünf Wohnungen sind bereits vermietet, lediglich eine Wohnung wollen Fabian und Michael Rupp als Musterwohnung für die neue Art des Bauens nutzen.

Damit die Wellenoptik, die der Portaldrucker im 3D-Modus an der Fassade des Hauses hinterlassen hat, lange anhält, wählte der Bauherr die Fassadenfarbe „FDK Darkfinish“ von akurit. Mit ihrer IR-Technologie reduziert die Reinacrylatfarbe auch bei dunklen Farbtönen die solare Aufheizung der Fassade und senkt somit die Oberflächentemperatur. Das wiederum senkt das Risiko einer Rissbildung im Untergrund.

Innen mit Kalk verputzt 

Damit sich die Mieterinnen und Mieter in dem aus Beton gedruckten Wohnhaus auch wohlfühlen, setzen die Rupps auf die Kalkinnenputzlinie von akurit, der Premiummarke für Dämm- und Putzsysteme der Sievert SE in Osnabrück.

„Wir haben verschiedene Anbieter kontaktiert und das Team von akurit hat die mit Abstand beste Leistung erbracht. Egal, ob technische Bauberater, Projektmanager oder Anwendungstechniker: Wir haben sofort gemerkt, dass die Kollegen über hervorragendes fachliches Know-how verfügen und für dieses Projekt brennen. Wir wurden wirklich super betreut. Und mit dem ,KIP-it. Leicht‘ haben wir bei akurit auch den idealen Innenputz gefunden“, sagt Fabian Rupp.

Die Wahl des perfekten Innenputzes hatte einiges an Engagement gefordert. „Für den 3D-Druck wurde eine neuartige Betonrezeptur mit hohem Zementanteil verwendet, daher mussten wir erst einmal eine genau Untergrundprüfung machen und natürlich eine Haftzugsprobe, um zu sehen, wie gut die Anhaftung ist“, sagt Marc Erhart, der für das Projekt verantwortliche Technische Verkaufsberater bei akurit.

Rupp und akurit gingen als eingespieltes Team stufenweise vor. Zunächst wurden die wellenförmigen Betonwände mit der Haftbrücke MH grau von akurit belegt, anschließend kam der „KIP-it. leicht“ als Grundputz zum Einsatz. Um die Wellenform der Betonwand auszugleichen und glatte Innenwandoberflächen zu erhalten, wurde der „KIP-it. leicht“ in einer Schichtdicke von 10 bis 40 mm aufgetragen.

Putz geht wie Sahne durch die Putzmaschine G4 

Von der Verarbeitbarkeit des Materials ist Herbert Ley aus dem Rupp-Team begeistert. „Ich habe den Putz zum ersten Mal verarbeitet und war anfangs etwas skeptisch. Doch der ,KIP-it. leicht‘ ging wie Sahne durch die G4, das hat wirklich super geklappt“, so der verantwortliche Verputzer, der auch von der it.-Technologie, also dem exakt ausgesteuerten Abbindeverhalten des Putzes, sehr angetan ist: „Wir haben in einem Stockwerk angefangen zu spritzen und uns dann von oben nach unten vorgearbeitet. Bereits nach einer Stunde konnten wir die abgezogene Fläche mit dem Gitterhobel abrabottieren. Das hat den Ablauf auf der Baustelle optimiert.“ Bei einer Dimension von fast 800 m2 Fläche war das ein wichtiger Faktoren für den harmonischen Baufortschritt.

Heizphase abgewartet 

Nach dem Hobeln des „KIP-it. leicht“ wartete das Rupp-Team auf Anraten der akurit-Experten die fünfwöchige Estrich-Heizphase ab, um das Verhalten des Putzes auf der Betonwand zu prüfen. „Das Ergebnis war absolut top. Es gab keine Spannungsrisse und wir konnten daher auf eine Armierungslage verzichten“, sagt Fabian Rupp. Um auf Nummer sicher zu gehen, empfahlen Marc Erhart, akurit-Verkaufsleiter Karl-Walter Schwenkel und Manuel Döhler, Leiter der Bauberatung, beim Putzauftrag den so genannten Kellenschnitt an der Decke einzusetzen. „Sollte es wirklich bei der Betonwand zum Schwund und damit zu Spannungen im Wandaufbau kommen, erhält man über diese Trennfuge einen gerichteten Riss“, erklärt Schwenkel.

Filzputz für Allergiker geeignet 

Als Oberputz wählten Fabian Rupp und sein Team auf Empfehlung der akurit-Spezialisten den „akurit-Filzputz“ mit brillantweißer Marmorkörnung in der Kornstärke von 0,8. Toll für die künftigen Bewohner: Der Filzputz ist sehr emissionsarm nach EC1Plus und vom TÜV Nord mit dem Zertifikat „Für Allergiker geeignet“ ausgezeichnet. Als passende Endbeschichtung kommt die hochdiffusionsfähige und damit atmungsaktive Innensilikatfarbe „SanaSil Raum Aktiv“ von akurit zum Einsatz. „Auch die ,SanaSil‘ ist absolut emissionsarm und darüber hinaus lösemittel- und weichmacherfrei, sie rundet das Innenraumsystem damit hervorragend ab“, so Manuel Döhler.

Fazit 

Mit der Materialauswahl ist Fabian Rupp sehr zufrieden: „Mit dem akurit-System haben wir wirklich die perfekte Wahl getroffen. Wir sind schon immer Fans von Kalkzementputzen, auch bei unseren bisherigen klassischen Bauten mit Ziegelmauerwerk oder Beton haben wir immer Wert auf einen diffusionsoffenen Wandaufbau und ein gesundes Raumklima gelegt. Bei der neuen Art des Hausdruckens ist das natürlich genauso wichtig“, sagt Fabian Rupp.

Autor

Ingo Jensen ist Geschäftsführer und Redaktionsleiter der Fach­presseagentur Jensen media GmbH in Memmingen.

Baubeteiligte (Auswahl)

 

Architekten Mühlich, Fink & Partner BDA, Ulm, www.mfp-ulm.de 

Bauherr und Bauausführung Rupp Gebäudedruck, Michael Rupp Bauunternehmung, Pfaffenhofen, https://rupp-gebaeudedruck.de

 

 

Herstellerindex (Auswahl)

 

Portaldrucker Peri, Weißenhorn, www.peri.de/betondruck  

Spezialbeton HeidelbergCement, Heidelberg, www.heidelbergcement.de  

Kalk-Leichtputz akurit, Sievert SE, Osnabrück, www.akurit.de 

Fensterbau Gugelfuss, Elchingen, www.gugelfuss.de 

Fensterprofile Veka, Sendenhorst, www.veka.de 

Verschattung Roma, Burgau, www.roma.de

Fenster mit verdeckten Blendrahmen

 

Für die Fenster hat sich der Bauherr für das „Gugelfuss-System Comfort 82 MD“ mit Dreifachverglasung und gleich doppelter Veredelung entschieden: Denn als Profiloberfläche kommt die ultramatte Beschichtung „Veka Spectral“ in anthrazit zum Einsatz und abgerundet wird das System mit den farblich passenden zipSreen.2 Textilscreens von Roma auf Basis von Intego für den optimalen Sicht- und Sonnenschutz. Mit der Dreifachverglasung erreichen die Fenster einen UW-Wert bis 0,78 W/m2K und erfüllen damit die Vorgaben nach dem KfW-55-Standard. Gugelfuss setzt bei der Fertigung seiner Kunststofffenstersysteme auf die Qualitätsprofile von Veka aus Sendenhorst.

Dem Betrachter bietet sich in Wallenhausen ein filigraner Anblick, denn die Blendrahmen der Fenster sind fast zu 100 Prozent von der außergewöhnlichen Fassade verdeckt. Diese bleibt, so ist es zu Demonstrationszwecken geplant, für die nächsten fünf Jahre unverputzt und besticht mit ihrer einzigartigen Wellenform, ohne harte Kanten.

Für die Montage der Fensterlemente nach dem RAL-Montageleitfaden waren ein paar Extra-Vorbereitungsarbeiten nötig. Das Team von Rupp musste Hohlräume mit Styrodur füllen und die Wände für eine plane Abdichtung und Befestigung mit einem Innenglattstrich versehen. Für den unteren Anschluss der Elemente setzten die Monteure von Gugelfuss spezielle Unterbaudämmprofile und Fensterbankdämmkeile ein. Seitlich erfolgte die Befestigung über Laschenmontage. „Das hat wirklich reibungslos funktioniert und ging toll Hand in Hand“, sagt Rene Dietze, Projektleiter Technik bei Gugelfuss.

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