Klimadecken für die Forschung Montage eines Kühl- und Heizdeckensystems im Technologie- und Forschungszentrum Lingen

2012 bezog die Rosen Gruppe ihr neues Technologie- und Forschungszentrum in Lingen. Nahezu in Rekordzeit entstanden dort rund 400 Arbeitsplätze in Räumen mit Decken, die als leistungs­starkes Kühl- und Heizsystem die optimale Klimatisierung des Neubaus sicher­stellen.

Der Büroneubau der Rosen Gruppe – einem Spezialisten auf dem Gebiet moderner Inspektionsverfahren – hat drei Geschosse, auf denen Einzel- und Gruppenbüros sowie diverse Besprechungs- und Aufenthaltsräume untergebracht sind. Andreas Breer, verantwortlicher Projektleiter der mit den Trockenbauarbeiten der Kühldecke beauftragten Gödiker GmbH, erinnert sich: „In nur drei Monaten sollte das komplette Heiz- und Kühldeckensystem montiert und einsatzfähig sein. Ein enger Zeitrahmen, den wir jedoch dank der Abstimmung mit unseren Projektpartnern Emco und Rigips einhalten konnten. Die Grundlage für den raschen Baufortschritt legten exakt vorgefertigte Elemente sowohl für die Unterkonstruktion als auch für die anzufertigende Beplankung aus Spezialgipsplatten. Und zwar so exakt, dass nahezu kein Profil und keine Trockenbauplatte mehr auf der Baustelle zugeschnitten werden musste“, berichtet Andreas Breer.

Flexible Leitungsführung möglich

Die auf Längenmaß vorgefertigten CD-Profile (60/27) montierten die Trockenbauprofis zunächst mit Direktabhängern an der Rohbetondecke des vom Architekturbüro M. Dreyer entworfenen Gebäudes. Für das ausgewählte Kühldeckensystem (emcocool GKA50WT) wurden dann spezielle Kunststoffprofile an der Unterkonstruktion befestigt. Diese sind so ausgebildet, dass das Kühldeckensystem später in direktem Kontakt mit der Beplankung steht. In die Kunststoffprofile zogen die Monteure der Firma emco anschließend Aluminiumprofile zur besseren Wärmeübertragung ein, bevor die Montage der Kühlmäander und die Verschlaufung mit einem speziellen Klimadeckenrohr aus PB (Polybuten) erfolgte. „Die Leitungen sind sehr flexibel, so dass Einbauten etwa für Lautsprecher oder Leuchten eng umfahren werden können. Und auch kurzfristige Änderungen in der Leitungsführung können problemlos ausgeführt werden. Ein weiterer Vorteil des Systems liegt in der geringen Aufbauhöhe“, so Dr.-Ing. Roland Hennig, Projektleiter bei der Firma emco. Nachdem das Kühldeckensystem an die Versorgungsleitungen angeschlossen, die Anlage auf Dichtigkeit geprüft und mit Wasser befüllt worden war, erfolgte die Beplankung.

Spezialgipsplatten für größere Wärmeleitfähigkeit

„In den Büroräumen im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss haben wir gelochte und damit auch akustisch wirksame Climatop-Platten montiert. In den Besprechungszimmern und sämtlichen Räumen im zweiten Obergeschoss kamen die besonders wärmeleitenden Climafit-Platten – ebenfalls in gelochter Ausführung – zum Einsatz, damit die dort benötigten höheren Kühlleistungen schnell und effizient erbracht werden können,“ sagt Andreas Breer. Beide Spezialgipsplatten zeichnen sich durch eine größere Wärmeleitfähigkeit und eine entsprechend optimale Wärmeübertragung in die darunter liegenden Räume aus. Die besonders hohe Wärmeleitfähigkeit der Climafit-Platte basiert auf der Kombination aus Gips und Naturgraphit. Durch das Zusammenspiel dieser beiden Materialien kann die Effizienz von Heiz- und Kühldecken­systemen verglichen mit einer Beplankung aus herkömmlichen Gipsplatten deutlich gesteigert werden.

Eine Effizienz, die insbesondere die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im neuen Technologie- und Forschungszentrum zu spüren bekommen. „Ein gutes Raumklima ist für jeden unmittelbar spürbar. Gerade in Büros wird immer stärker auf eine im Jahresverlauf gleichbleibend gute Temperierung geachtet“, erläutert Christoph van Wüllen, verantwortlicher Projektmanager bei der emco Bau- und Klimatechnik. Bei dem in Lingen eingesetzten System können, abhängig von den Auslegungsbedingungen, Kühlleistungen bis zu 73 W/m2 und Heizleistungen bis zu 87 W/m2 erreicht werden.

Deckensegel erhöhen die Leistung

Eine zusätzliche Leistungssteigerung um bis zu 15 Prozent können durch die Ausführung der Klimadecken als Deckensegel erzielt werden, da hierdurch ein höherer konvektiver Anteil Kühlleistung erreicht wird. Insgesamt 336 einzelne Deckensegel in zwei unterschiedlichen Maßen (4320 mm x 4104 mm und 1764 mm x 4104 mm) wurden hierfür erstellt. Dabei offenbarte sich für Andreas Breer ein weiterer Vorteil des hohen Vorfertigungsanteils: „Die großen Deckensegel bestanden jeweils aus acht, die kleinen Segel aus vier Climafit- beziehungsweise Climatop-Platten. Die Platten für die großen Segel wurden im Rigips-Werk zusätzlich jeweils einseitig, die für die kleinen Deckensegel beidseitig mit einer V-Fräsung und einem ungelochten Rand versehen. Alle Platten wurden vom Hersteller gemäß dem Deckenplan exakt auf Maß gebracht, ebenso wie die standardisierten V-Fräsungs-Elemente, mit denen sich die jeweils noch offenen Deckenseiten analog der vorgeschriebenen Aufkantung schließen ließen. Wir mussten auf der Baustelle somit nur noch auf eine exakte Ausrichtung der Ränder, eine sichere Verklebung und die anschließende Oberflächenbehandlung in Q 3 achten.“

Autoren

Martin Büsch ist Leiter Kommunikation und Marketing, Karin Melder Projektmanagerin für Messen, Events und Promotion bei der Saint-Gobain Rigips GmbH in Düsseldorf.

„Die Leitungen sind sehr flexibel, so dass Einbauten etwa für Lautsprecher oder Leuchten eng umfahren werden können“

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