Liebe Leserinnen, liebe Leser,

der demografische Wandel verändert unser Land. Schaut man sich die geografische Verteilung der bundesdeutschen Bevölkerung an, so sieht der Bereich der größten Bevölkerungsdichte wie eine Banane aus. Das liegt wesentlich daran, dass Menschen aus dem Osten der Republik in den jeweils äußersten Westen und Süden ziehen. Ausgenommen von dieser Abwanderung sind die Großstädte: Berlin, Potsdam, Dresden und Leipzig. Die Landflucht ist jedoch nicht auf den Osten Deutschlands beschränkt, sie gilt tendenziell für das ganze Land. Dies führt zu neuen Anforderungen an den Städtebau, denn die Menschen, die es in die Städte zieht, müssen irgendwo wohnen. Nachverdichtung ist ein damit verbundenes Schlagwort, das für die bessere Ausnutzung der vorhandenen Bausubstanz steht. Damit allein kann der Bedarf an Wohnraum jedoch nicht gedeckt werden. Es müssen auch neue Wohnhäuser entstehen. Insbesondere der Neubau von Mehrfamilienhäusern boomt derzeit in den Großstädten. Die Zahl der Baugenehmigungen stieg in diesem Segment allein in Berlin im Vergleich von 2012/2013 zu 2010/2011 um 147 Prozent. Für Architekten und Handwerker besteht eine besondere Herausforderung hierbei darin, den erforderlichen Wohnraum nicht nur hochwertig, sondern auch kostengünstig zu bauen. Das ist nur möglich, wenn sich alle am Bau Beteiligten – also Bauherr, Architekt und Handwerker – schon ganz zu Beginn eines Bauprojekts zusammensetzen, denn vieles lässt sich bis ins Detail ausführungstechnisch optimieren. Am Berliner Majakowskiring ist dies im Stadtteil Niederschönhausen gelungen. Wie Architekt Matthias Gorenflos es aufgrund seiner langjährigen Erfahrung im Wohnungsbau und der guten Zusammenarbeit mit den Handwerkern hinbekommen hat, ein Wohnhaus für sieben Familien zu bauen, das sich selbstbewusst neben den benachbarten Villen behaupten kann und dabei trotzdem nur 1390 Euro netto je Quadratmeter Wohnfläche gekostet hat, lesen Sie ab Seite 14 in dieser Ausgabe der bauhandwerk. Und dass es durchaus kostengünstig auch mehrere Nummern größer geht, beweisen die Neubauten des Architekten Stefan Forster in Würzburg. Wie ab Seite 8 in diesem Heft gezeigt, kommen auch die Geschosswohnungsbauten an der Brunostraße mit etwa 2000 Euro je Quadratmeter Wohnfläche aus. Der Wohnungsneubau in den Großstädten kann eben nicht nur qualitätvoll, sondern auch bezahlbar sein.

Viel Erfolg bei der Arbeit wünscht Ihnen

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Ausgabe 2014-7-8

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