Museum St. Marien in Quedlinburg erweitert

Mitte Juni eröffnete in Quedlinburg das erweiterte Museum St. Marien auf dem Münzenberg. Es besteht nun aus der Apsis, der Krypta und Teilen des Kirchenschiffs der ehemaligen St. Marienkirche. Mit der Erweiterung des Museums um die Ostkrypta, deren Restaurierung durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ermöglicht und begleitet wurde, ist ein weiterer wichtiger Baustein in der Bau- und Kultur­geschichte Quedlinburgs wiedererstanden.

Zum geschichtlichen Hintergrund: Auf dem Münzenberg, heute ein Stadtteil von Quedlinburg, wurde 986 ein Benediktinerinnenkloster gegründet. Nach der Plünderung im Verlauf der Bauernkriege wurde es Ende der 1530er Jahre aufgegeben. Mit dem Leerstand verfielen die Gebäude und wurden als Steinbruch genutzt. Ab Ende des 16. Jahrhunderts wurde das Areal zur Besiedlung durch Handwerker, fahrende Leute, Musiker und Arme freigegeben. Es entstanden in den Ruinen der Klosteranlage kleine Häuser, die die erhaltenen Mauern und Gewölbe in ihre neuen Wohnungen einbezogen. 1994 begann das Engagement zugunsten der Sichtbarmachung, Freilegung und Ausgestaltung der Baureste der ehemaligen Klosterkirche. Durch den Aufkauf mehrerer Gebäude über deren Areal konnten wichtige Teile der ottonischen Basilika mit Apsis, Querhaus, dreischiffigem Langhaus und Westbau wieder erkennbar gemacht werden. 2006 wurde die Stiftung Klosterkirche St. Marien auf dem Münzenberg errichtet und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz drei der genannten Häuser übertragen.

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