Nachträglich montierte Deckensegel

Mit der Akustik eines 2016 in Obernburg eröffneten Restaurants waren die Betreiber schon nach kurzer Zeit nicht mehr zufrieden. Gäste und Personal empfanden die Akustik als „unangenehm laut“. Abhilfe schufen hier die Deckensegel „Selecta one“ von OWA.

Das Restaurant „Wirtshaus“ wurde 2016 in Obernburg eröffnet. So gediegen und gastfreundlich die Inneneinrichtung ist, so wenig waren offensichtlich akustische Faktoren in der Planungsphase berücksichtigt worden. Schon bald wurde die Atmosphäre in dem auf zwei Etagen belegten Wirtshaus von Gästen und Personal als „unangenehm laut“ empfunden. Thomas Plötzner, Akustiker von OWA: „Der hohe Lärmfaktor ergab sich vor allem aus den ‚glatten‘ Wandoberflächen im Zusammenspiel mit den großzügig angelegten Fenstern und den mit Vorsatzschalen versetzten Grundflächen. Auch von der Gipskartondecke ging keinerlei schallabsorbierende Wirkung aus. Unsere im September 2017 vorgenommenen Messungen ergaben dabei einen Nachhallwert von 1,7 Sekunden, was die als unangenehm empfundenen akustischen Verhältnisse im Raum bestätigte.“ Im Anschluss an die Messung zeigten sich die Betreiber rasch gewillt, entsprechende akustische Maßnahmen zu ergreifen. Diese sollten im laufenden Betrieb der Gaststätte erfolgen und in der Durchführung möglichst schnell, kostensparend und mit minimaler Verschmutzung vorgenommen werden. Darüber hinaus sollte die Optik der Wandflächen erhalten bleiben; diese kamen folglich für schallabsorbierende Maßnahmen nicht infrage. Selbst bezüglich der Eingriffe an den Deckenelementen gab es Einschränkungen. So sollte in die vorhandene Lichtgestaltung der Decke nach Möglichkeit nicht eingegriffen werden. 

Die akustische Lösung 

Als passende Lösung für das Wirtshaus Obernburg empfahl OWA dem ortsansässigen Trockenbauunternehmen Rehm die Montage der Elemente „Selecta one“. Die ausgewählten Deckensegel entsprechen in ihrer Form den ästhetischen Vorgaben, nach denen die Gestaltung der Decke eher zurückhaltend, also schlicht und elegant, vorgenommen werden sollte. Dazu boten die standardmäßig erhältlichen Abmessungen der Segel (in diesem Fall von 1,2 m auf 1,2 m) genau jenen Spielraum, der eine Montage ohne Beeinträchtigung der in die Decke integrierten Beleuchtungselemente erlaubte. Die Montagearbeiten konzentrierten sich auf die Deckenbefestigung der Segel und deren Abpendelung auf Höhe der Beleuchtungselemente und konnten – außerhalb der bestehenden Öffnungszeiten der Gaststätte – in kürzester Zeit ausgeführt werden.

Die außergewöhnlich hohe Schallabsorption der „Selecta“ Deckensegel rührt unter anderem daher, dass sowohl die Vorder- als auch Rückseite der Deckensegel, zur Schallabsorption im Raum beitragen. Dies bedeutet: Ein Quadratmeter Deckensegel bietet eine akustische Wirkung von 1,6 m2; der verstärkende Faktor liegt also hier bei 1,6. Infolgedessen reichte eine Installation von insgesamt zwanzig Deckensegeln im Raum aus, um die Nachhallzeit unter die empfohlene DIN-Grenze von 0,9 Sekunden zu senken. Die Installation der Deckensegel wirkte sich unmittelbar positiv auf das Lärmempfinden im Hauptraum und auf der Galerie aus und sorgt für eine Akustik, die der optisch behaglichen Atmosphäre im Wirtshaus in Obernburg entspricht.

 

Autor

Markus Kemminer ist Geschäftsführer der Agentur TextVersion in Feucht.

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