Neue Wege in der Franzensfeste bei Brixen

Die Festung Franzensfeste bei Brixen wurde in den Jahren 1833 bis 1838 erbaut und bis zum Jahre 2003 vom italienischen Heer als Munitionsdepot genutzt. Im Dezember 2007 hat die Autonome Provinz Bozen die Festung von der Agentur für Staatsgüter übernommen. Zu diesem Zeitpunkt stellte sich die denkmalgeschützte Festung als Anlage ohne Infrastrukturen dar, die seit ihrer Erbauung keine maßgeblichen Umbauten erfahren hat. Alles war also noch weitgehend so erhalten, wie man es im 19. Jahrhundert erbaut hatte. Seit 2005 war die weit über die Region von Bozen hinaus bekannte Anlage für Besucher zwar keine terra incognita mehr – nur eine vernünftige Erschließung gab es nach wie vor nicht.

Anlässlich der internationalen Ausstellung für moderne Kunst „Manifesta 7“ und der Landesausstellung 2009 „Labyrinth – Freiheit“ der Länder Südtirol, Tirol und Trentino, wurde von der Autonomen Provinz Bozen in enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde Franzensfeste die Festung samt umliegender Areale für die Nutzung vorbereitet. Die beiden Ausstellungen sind Teil des Startup-Konzeptes, welches langfristig die Ausrichtung von internationalen, nationalen und regionalen Ereignissen kultureller, künstlerischer, musikalischer und theatralischer Art vorsieht. Es sollen Kongresse, Begegnungen und Initiativen zu Forschung und Studienzwecken stattfinden und auch museale Projekte umgesetzt werden.

Mit der Umbauplanung beauftragte man die Architekten Markus Scherer und Karl Walter Dietl. Bei der Bauleitung kam Klaus Plattner noch hinzu. Im Zuge der Umbauarbeiten wurden unter anderem die Gebäudemauern zum Teil erneuert und statisch ertüchtigt, zugemauerte Fenster und Durchgänge wieder geöffnet, die alten Türen und Schlösser saniert oder komplett erneuert und die Dächer isoliert. Alles Arbeiten, wie sie bei der Sanierung eines historischen Gebäudes durchaus üblich sind. Ein besonders wichtiger Teil der Planung und Ausführung war jedoch die Schaffung neuer Wege innerhalb der Festungsanlage, um diese für die Bevölkerung überhaupt zugänglich zu machen. Hierzu zählen auch ein Parkareal für 200 PKW, vor allem aber eine behindertengerechte Erschließung mit neuen Rampen und Böden, ein bequemer und sicherer Zugang über Schrägaufzüge, Stege und sichere Treppen von der unteren zur mittleren Festung. Um der Gewalt der Granitmassen eine nüchterne, fast leichte Form entgegenzusetzen, wählte Architekt Markus Scherer für die neuen Treppentürme Sichtbeton und für die an Stangen schwebenden Stege Metall.

Im Mai des vergangenen Jahres konn­ten die rund 7,6 Mio. Euro teuren Bauarbeiten an der unteren und mittleren Festung abgeschlossen werden. Die anschließende Landesausstellung hatten bis Anfang September 2009 rund 62 000 Besucher gesehen – ein Indiz dafür, dass sich die neuen Wege in der Franzensfeste schon jetzt gelohnt haben.

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