Wie man den Anschlusspunkt zwischen Fensterrahmen und Mauerwerk dauerhaft dicht bekommt

Professionelle Fensterabdichtung

Nach wie vor ist der Anteil der Fenster, die fachgerecht eingebaut werden, erschreckend gering. Weniger als die Hälfte der Handwerker kennen die anerkannten Regeln der Technik. Dabei ist eine fachgerechte Fenstersanierung eine einigermaßen komplex Aufgabe, die jedoch durchaus zu bewältigen ist.

Trotz unterschiedlichster bekannter Wandaufbauten und Konstruktionen sind die grundlegenden Prinzipien der Fensterabdichtung immer dieselben. Wesentlich für einen perfekten Bauanschluss sind dabei vier Dinge: Verständnis der bauphysikalischen Zusammenhänge, eine vorausschauende Planung, die passenden Abdichtungsprodukte und der Wille des Handwerkers, sie richtig einzubauen.

Ausgangspunkt aller Überlegungen ist die Forderung des Gesetzgebers, die Gebäudehülle vor allem luftdicht herzustellen. Luftdichtheit beugt Wärmeverlusten und Zugerscheinungen vor. Vor allem aber verhindert sie, dass feuchtwarme Innenraumluft in die Konstruktion eindringt und dort an den kühleren Materialien kondensiert. Das gilt ganz besonders für die Anschlüsse zwischen Fenster und Baukörper. Die Folge einer dauerhaft feuchten Konstruktion sind herabgesetzte Wirksamkeit der Dämmmaterialien, Schimmel und Fäulnis sowie schwindende Tragfähigkeit.

Der Taupunkt ist der „Knackpunkt“

Als Teil der Gebäudehülle müssen Fenster und Türen die Dämmebene (wärmeübertragende Gebäudeumfassungsfläche) rund ums Haus fortsetzen. Wichtig ist, dass der Taupunkt nicht auf der Innenseite der Gebäudehülle liegt. Während er sich bei Wänden in der Konstruktion befindet, ist der Übergang zu Fenstern und Türen der kritische Bereich, der vor allem bei einer Sanierung gut geplant und ausgeführt sein will. Werden Fenster zum Beispiel bei einer Sanierung zu weit nach außen gesetzt, „rutscht“ der durch den Kontakt mit der Außenluft kalte Wandbereich auf die Raumseite. Die Feuchtigkeit aus der warmen Raumluft kondensiert dort. Auf Dauer bildet sich Schimmel. Dies ist oft der Fall in Häusern mit dünnen oder schlecht gedämmten Außenwänden, aber auch in anderen Gebäuden, zum Beispiel bei Altbauten mit schöner Fassade, die oft sowohl Behörden als auch Bauherren sichtbar belassen wollen. Wird also die Außenwand nicht gedämmt, muss die veränderte Laibung innen entsprechend nachgerüstet werden.

Ein kleines Detail wird bei der Abdichtung häufig vernachlässigt: die Fuge zwischen Fenster und Baukörper. Auch hier tritt Kondensation auf, da warme Raumluft und kalte Oberflächen direkt aufeinander treffen. Außerdem kann Feuchtigkeit von außen, etwa durch Schlagregen, eindringen. Deshalb muss die Fuge wärmegedämmt, nach außen dampfdiffusionsoffen abgedichtet und innen luftdicht und dampfdiffusionsdichter als außen abgedichtet werden.

Welches Produkt ist das richtige?

Die Forderung „innen dichter als außen“ wird durch einen Drei-Ebenen-Aufbau der Fensteranschlussfuge erfüllt. Außen soll sie schlagregendicht und dampfdiffusionsoffen sein, um die Fuge vor eindringendem Regen zu schützen und gleichzeitig eventuell vorhandene Feuchtigkeit entweichen zu lassen. Die mittlere Ebene soll wärme- und schalldämmend sein, und die innere Ebene muss die Forderung der EnEV nach Luftdichtheit erfüllen. Um den Monteuren den Überblick zu erleichtern, hat Tremco illbruck zahlreiche seiner Premiumprodukte – Abdichtungsfolien, -bänder und -leisten, Schäume und Dichtstoffe – für die drei Ebenen zu einem Abdichtungssystem zusammengestellt, das die bauphysikalisch perfekte Abdichtung ganz einfach macht. Das illbruck „i3“ Fenster-Abdichtungssystem ist mit einer zehnjährigen Funktionsgarantie auf Luftdichtheit, Wärmedämmung und Schlagregenschutz ausgestattet. Außerdem wurden die einzelnen Produkte in anspruchsvollen Bauteilprüfungen unter Praxisbedingungen beim ift Rosenheim geprüft und deren Tauglichkeit nachwiesen.

Multifunktions-Fugendichtungsband

Ein Produkt, das alle Funktionen der drei Ebenen zugleich erfüllt, ist das erste Multifunktions-Fugendichtungsband überhaupt, illbruck TP650 illmod trioplex. Dieses Band erspart dem Handwerker zwei Arbeitsgänge, da es vor dem Einbau auf den Blendrahmen geklebt wird und nach dem Einsetzen ohne zusätzliche Arbeiten alle Anforderungen an eine Fugenabdichtung erfüllt: luftdicht und dampfbremsend innen, wärme- und schalldämmend in der Mitte, schlagregendicht und dampfdiffusionsoffen außen. Auch Eckausbildungen und Bandanschlüsse sind ganz einfach herzustellen: stumpf stoßen, fertig. Für seine Qualität wurde das Band kurz nach seiner Einführung RAL-zertifiziert.

Eine Weiterentwicklung, ist illbruck TP652 illmod trioplex+. Dieses Multifunktions-Fugenabdichtungsband hat zusätzlich ein integriertes Stufenband, das noch höhere Dichtigkeitswerte erzielt. Außerdem ist es in vier Dimensionen verfügbar, von S bis XL. Damit ist das Band für vier Einsatzgebiete geeignet: im Passivhaus (mit festem U-Wert von 0,8), im Neubau, in der Sanierung und als reine Wärmedämmung. Auch dieses Band ist RAL-zertifiziert.

Ein kleines Detail wird bei der Abdichtung oft vernachlässigt: die Fuge zwischen Fenster und Baukörper

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