Renovierung der Hauptbibliothek der Universitäts- und Landesbibliothek Tirol in Innsbruck

Mit insgesamt sieben Standorten im Innsbrucker Stadtgebiet ist die Universitäts- und Landesbibliothek Tirol die drittgrößte Bibliothek Österreichs. Nun wurde der Altbau der Hauptbibliothek renoviert und mit Produkten von Brillux neu gestaltet.

Als zentrale Dienstleisterin versorgt die Universitäts- und Landesbibliothek Tirol (ULB) neben der Universität Innsbruck und der Medizinischen Universität Innsbruck die Schulen, Bildungseinrichtungen und Hochschulen aus dem ganzen Land sowie die breite Öffentlichkeit mit Literatur- und Informationsressourcen. Vor etwa zehn Jahren wurde die bestehende Architektur durch einen geschickt eingefügten Zubau ergänzt und der Universitätscampus am Innrain restrukturiert. Ziel war neben der Zusammenführung verschiedener Institutsbibliotheken zu einer gemeinsamen Fakultätsbibliothek die Verknüpfung mit der Hauptbibliothek der Universität Innsbruck. In dem Zuge wurde die im Jahr 1914 am Innrain erstmals eröffnete Hauptbibliothek unter Leitung der Architektin Karin Kopecky saniert und modernisiert – in enger Zusammenarbeit mit der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) als Gebäudeeigentümerin und dem Bundesdenkmalamt.

Gute Zusammenarbeit

Die BIG ist eine der größten Immobilieneigentümerinnen Österreichs und betreut vor allem Immobilien der öffentlichen Infrastruktur, zu der Schul- und Universitätsliegenschaften sowie Spezialimmobilien zählen. Zielgerichtete Instandhaltungsarbeiten sind eine Kernkompetenz des Bau- und Projektmanagements der BIG. In enger Zusammenarbeit mit der Architektin Karin Kopecky erstellte Brillux für die Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten der Hauptbibliothek die Ausschreibungstexte. Malermeister Peter Mitterberger in Mühlbachl bei Matrei gewann die Ausschreibung für die Ausführung der Malerarbeiten. Das in dritter Generation geführte Unternehmen ist neben klassischen Malerleistungen auf Fassaden und Fassadensanierungen spezialisiert. Sowohl für die Fassade als auch für den historischen Lesesaal im ersten Stock des Altbaus der Hauptbibliothek waren seitens des Denkmalamtes Silikatfarben vorgegeben. „Von der Ausschreibung über die Planung und Ausführung bis zur Fertigstellung gab es bei diesem Sanierungsprojekt unzählige Details, die abzustimmen waren. Da war gute Teamarbeit gefragt. Die Bauherrin, die Architektin, das Malerteam, das Bundesdenkmalamt und Brillux – alle Projektbeteiligten haben hier sehr eng zusammengearbeitet, so dass das Projekt reibungslos abgewickelt werden konnte“, erklärt Ricardo List, Verkaufsberater bei Brillux.

Silikat-System unschlagbar an der Fassade

Bei der Fassade der Hauptbibliothek waren aufwendige Vorarbeiten notwendig, bevor der neue Beschichtungsaufbau erfolgen konnte. „Das Malerteam hat die Fassade zunächst abgewaschen“, so Ricardo List, der das Bauvorhaben vor Ort auf der Baustelle mit Rat und Tat begleitete. „Dann folgten die Grundierung und ein zweimaliger Anstrich.“ Auf dem gut vorbereiteten verkieselungsfähigen Untergrund sorgten die Maler mit „Fondosil 1903“ für eine tief eindringende, verfestigende Grundierung. Anschließend folgte ein zweimaliger Anstrich mit der Sol-Silikatfarbe „Ultrasil HP 1901“. „Das Brillux Sortiment umfasst Silikat-Beschichtungen für jedes Anwendungsgebiet – ob innen oder außen. ,Ultrasil HP 1901‘ ist erste Wahl für den Denkmalschutz: Die Silikatfarbe ist extrem langlebig, farbtonstabil, verschmutzungsresistent und kommt von Natur aus ohne Biozidzusatz aus“, bringt es Ricardo List auf den Punkt. Diese Vorteile resultieren daraus, dass Silikatfarben generell die Eigenschaft haben, dass sie nicht als Schicht auf dem Anstrichträger liegen, sondern sich durch Verkieselung fest mit dem Untergrund verbinden. Die Fassade ist dadurch vor übermäßiger Wasseraufnahme geschützt, ohne dass die Wasserdampfdiffusionsfähigkeit beeinträchtigt ist. Zugleich machen diese Eigenschaften die Beschichtungen besonders langlebig und witterungsbeständig. Mit „Ultrasil HP 1901“ kam an der Fassade der Hauptbibliothek eine Fassadenfarbe auf Basis von Sol-Silikat zum Einsatz, eine ausgewogene Kombination von hochwertigem Kieselsol und Kaliwasserglas. Ohne Biozidzusätze bietet sie natürlichen Schutz vor Algen und Pilzen. Zugleich sorgt das Bindemittel Kaliwasserglas für einen starken UV-Schutz und damit höchste Farbtonbeständigkeit, wodurch ein dauerhaft wetterbeständiger Fassadenanstrich mit geringer Verschmutzungsneigung erzielt wurde.

Stumpfmatte Wand- und Deckenanstriche im historischen Lesesaal

Im historischen Lesesaal der Universitäts- und Landesbibliothek Tirol stehen 133 Lese- und Lernplätze zur Verfügung, die für nicht ausleihbare Werke und Fernleihen genutzt werden. Für die Renovierungsarbeiten wurde der Lesesaal komplett leergeräumt und war sechs Monate lang geschlossen.

Im Denkmalschutz sind Silikatfarben insbesondere wegen ihrer hohen Wasserdampfdurchlässigkeit auch im Inneren gefordert. Die sorgt dafür, dass Wände trocken bleiben. Darüber hinaus werden Silikatprodukte dem zunehmenden Wunsch nach einer emissionsarmen, lösemittel- und weichmacherfreien Beschichtung im Innenraum gerecht. Bei den Wänden und Decken im historischen Lesesaals der Hauptbibliothek wurde die Altbeschichtung zunächst aufwendig entfernt. Dann erhielten die Wand- und Deckenflächen einen Renovierungsanstrich mit „Kalisil 1909“. Sol-Xtreme mit Sol-Silikat bewirkt, dass das Beschichtungsmaterial schneller verkieselt und eine härtere Oberfläche bildet. Das Ergebnis ist eine Nassabriebbeständigkeit der Klasse 1. Die beschichteten Wand- und Deckenflächen überzeugen zudem mit gleichmäßigen, stumpfmatten Oberflächen, die die historische Stuck-Kassettendecke und die Laibungen der Rundbogenfenster zur Geltung bringen. Für eine rationelle Verarbeitung wurde überall dort, wo es möglich war, das Airless-Spritzverfahren angewendet.

Hochwertige Lackierungen für Bücherregale

Während die filigranen Eisengeländer im historischen Lesesaal mit „Impredur Seidenmattlack 880“ lediglich ausgebessert wurden, stand für die Bücherregale im Bücherspeicher ein komplett neuer Beschichtungsaufbau auf dem Programm. Nachdem die Bücher ausgeräumt, sorgfältig katalogisiert und die Regale ausgebaut waren, sorgte das Malerteam mit „Hydro-PU-Spray Filler 2120“ im Spritzverfahren zunächst für eine haftvermittelnde Grundierung. Die Schlussbeschichtung wurde im Systemaufbau mit „Hydro-PU-Spray Seidenmattlack 2188“ ausgeführt. Der ebenfalls auf modernster PU-Bindemittel-Technologie basierende wasserbasierte Premium-Seidenmattlack erzielte besonders hochwertige Oberflächen mit sehr geringer Vergilbungsneigung. „Insgesamt kamen bei diesem Projekt etwa 40 bis 50 verschiedene Produkte zum Einsatz“, resümiert List. „Die Maler profitierten hier vom Brillux Komplettsortiment, das mit mehr als 12000 Artikeln perfekt aufeinander abgestimmte Produkte für alle Aufgaben des Maler-, Lackierer- und Stuckateurhandwerks bietet.“

Autor

Fabian Störkmann ist Produktmanager Dispersionen bei der Firma Brillux in Münster.

Baubeteiligte (Auswahl)

 

Bauherr Bundesimmobilien GmbH, Wien, www.big.at 

Planung Dipl.-Ing. Karin Kopecky, Rum, www.arch-kopecky.at 

Malerarbeiten Malerei Peter Mitterberger,
Matrei am Brenner           

Eingesetzte Produkte (Auswahl) Ultrasil HP 1901, Kalisil 1909, Impredur Seidenmattlack 880, Hydro-PU-Spray Filler 2120, Hydro-PU-Spray Seidenmattlack 2188, Brillux, Münster, www.brillux.de

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