Revival eines Luxushotels

1899 wurde das Dolder Grand Hotel & Curhaus in Zürich zum ersten Mal eröffnet. Obwohl von Kritikern als „Prototyp des Kitsches“ bezeichnet, wurde das Luxushotel im damals beliebten Schweizer Holzbaustil schnell zum Treffpunkt der Mächtigen, Reichen und Schönen. Zur Jahrtausendwende hatte das Grandhotel mit dem einst legendären Ruf seinen Charme durch viele An- und Umbauten längst eingebüßt. Der Schweizer Devisenhändler Urs E. Schwarzenbach erwarb 2001 die Mehrheit am Dolder Grand und beauftragte Norman Foster mit dem Umbau und der Erweiterung. Fosters Entwurf basiert auf dem konsequenten Rückbau aller nachträglichen Anbauten mit totaler Entkernung und Reduktion auf den originalen Zustand. Um das denkmalgeschützte Hauptgebäude mit seinen Erkern und Türmchen gruppiert sich nun Fosters Neubau, der aus einem Sockel samt neuem Untergeschoss und zwei geschwungenen Seitenflügeln besteht, die das alte Dolder flankieren.

Im Sommer 2004 begann die lange Umbauphase. Der Altbau erhielt neue, tiefer gelegte Fundamente. Denkmalgeschützte, historische Bereiche des Bestands blieben erhalten und werden nun von einem Stahlkorsett und Unterfangungen gestützt. Die Anbauten ließ man abreißen und den Haupteingang wieder an seine ursprüngliche Stelle verlegen. Aus den veranschlagten zwei Jahren Bauzeit wurden mehr als vier, die Kosten beliefen sich am Ende auf rund 275 Mio. Euro. „Die Baukosten sind nicht hoch, wenn man sie auf die Anzahl Kubikmeter umrechnet, die wir hier oben realisiert haben“, betont Urs E. Schwarzenbach. „Die Nutzfläche des Hotels liegt bei 40 000 m2. Das macht 11 000 Franken pro m2 – der Bau einer Luxusvilla käme viel teurer.“

Eine der größten Herausforderungen war die denkmalpflegerische Absicht, den Bestand zu erhalten. Einige Räume des Altbaus, wie die Steinhalle und denkmalgeschützte Zimmer, ließ man originalgetreu wiederherstellen. Außerdem wurden die wiederentdeckten Deckenmalereien im oberen Restaurant und in der Lobby rekonstruiert und die Fassade nach historischem Befund restauriert. Die Farbrenovierung der Fassade erfolgte durch den Zürcher Malerbetrieb Schaub Maler AG. Der traditionsreiche, im Umgang mit alter Bausubstanz bestens vertraute Fachbetrieb entschied sich für eine Ausführung mit Keim Soldalit, einer hochwertigen Fassadenfarbe auf Sol-Silikat-Basis. Dank seiner mineralischen Bindemittelkombination ist Keim Soldalit universell anwendbar und sowohl für mineralische Untergründe als auch für die Überarbeitung von Dispersions- und Siliconharzfarben geeignet. Die Farbgebung stützt sich auf die Befundlage und unterstützt die Architektur: Die oberen Geschosse, in denen sich die Gästezimmer befinden, sind in einem hellen Beige gefasst, und vom Sockelgeschoss, in dem die Gesellschaftsräume untergebracht sind, durch einen Fassadengurt aus grauem Granit abgetrennt. Der rau geputzte Sockel des Hauses ist in einem dunklen, grau-beigen Farbton gehalten, der die natürliche Farbe der Fenstereinfassungen aus Naturstein aufnimmt, und die Standfestigkeit des Gebäudes betont.

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