Studium zum Restaurator im Handwerk

Am 20. Oktober beginnt an der Akademie des Handwerks im Schloss Raesfeld ein weiterer Studiengang zum „Geprüften Restaurator im Handwerk“ – einer Fortbildung für Meister verschiedener Gewerke, die sich in ihrem Fach in der Denkmalpflege weiterbilden wollen.

Bereits 1985 legten die ersten Restauratoren ihre Prüfung ab – ein Trend der bis heute ungebrochen ist. Rund 1230 Meisterinnen und Meister haben seitdem den Studiengang besucht. Doch nicht allein der Abschluss, sondern die Sensibilisierung der Handwerker für Zeitzeugnisse, der behutsame Umgang mit dem Denkmal und nicht zuletzt das Erlernen der alten Handwerkstechniken stehen im Vordergrund der Fortbildung.

Die Konzeption des Studiengangs sieht entsprechend der Prüffächer eine Aufteilung der Lehrinhalte in drei Teilbereiche vor. Im fachübergreifenden Teil mit 160 Unterrichtsstunden werden Kenntnisse in der Kunst- und Kulturgeschichte, Werkstoffkunde, Dokumentation und Denkmalpflege vermittelt. Insgesamt 240 Stunden Praxis folgen im fachspezifischen Teil des Studiengangs. Hier eigenen sich die Meisterinnen und Meister die Arbeitstechniken vergangener Epochen an.

In den Werkstattseminaren wird engagierten Handwerkerinnen und Handwerkern die Möglichkeit eröffnet, sich gezielt weiterzubilden und somit in der Praxis erkannte Wissens- und Erfahrungsdefizite in ihrem jeweiligen Gewerk auszugleichen. Die Praxisseminare zu den historischen Handwerkstechniken folgen einer besonders wichtigen denkmalpflegerischen Forderung: Wenn schon an einem Baudenkmal originale Teile wegen irreparabler Schäden ausgetauscht werden müssen, ist ein Austausch beziehungsweise eine Erneuerung im gleichen Material und in gleicher Verarbeitungstechnik nach dem Vorbild des abgängigen Originals vorzunehmen.

Die Projektarbeit zu einem gewerkspezifischen Restaurierungsproblem ist ein eigener Prüfungsbestandteil. Sie ist als Klammer zwischen Theorie und Praxis zu sehen. Mit den Hilfsmitteln Foto, Text, Kartierung und Zeichnung soll eine typische Schadenssituation dargestellt und aus den Ergebnissen heraus eine Restaurierungsvorschlag erarbeitet werden.

Das Studium mit einer Gesamtdauer von etwa
18 Monaten nimmt Rücksicht auf die berufliche Situation der Teilnehmer. Im Regelfall sind die Meisterinnen und Meister im Abstand von drei bis vier Wochen für zwei oder drei Tage in Raesfeld. Die Prüfung zum „Restaurator im Handwerk“ wird vor der Handwerkskammer Münster abgelegt. Mit Förderprogrammen wie dem „Meister-BAFöG“ kann knapp ein Drittel der Fortbildungskosten finanziert werden. Mit Bestehen der Prüfung werden noch einmal 25 Prozent des Bildungsdarlehens erlassen. Die Programme „Bildungsscheck NRW“ oder „Bildungsprämie“ fördern bis zu 500 Euro, wenn eine BAFöG-Förderung nicht möglich ist.

Weitere Informationen im Internet unter www.akademie-des-handwerks.de

Seit 1985 haben rund 1230 Meisterinnen und Meister den Studiengang besucht

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