Tageslichtdächer zentrales architektonisches Gestaltungselement bei neuem Forschungs- und Laborgebäude in Bonn

Das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) hat sich der Erforschung der Demenz gewidmet. Der spektakuläre Neubau am neuen Standort in Bonn verbindet Forschungs- und Laborarbeit mit Verwaltung und wird durch „Velux Modular Skylights“ mit Tageslicht durchflutet.

2012 gewannen wulf architekten den Generalplanerwettbewerb für die Errichtung des neuen Forschungszentrums inmitten eines Kiefernwaldes auf dem Campus des Universitätsklinikums Bonn. Ihr Entwurf für das Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen in der Helmholtz-Gemeinschaft sieht drei markante Baukörper vor, deren Dreiteilung ihren Funktionen entspricht: Im Hauptgebäude befinden sich allgemeine Einrichtungen wie Eingangshalle, Cafeteria, Hörsaal, Bibliothek, klinische Forschung, MRT und Verwaltung. Das zentrale Forschungsgebäude beherbergt sämtliche Labore sowie die dazugehörigen Büros. Im dritten Baukörper schließlich ist das präklinische Institut zuhause. Durch seine organische Form fügt sich das Gebäudetrio harmonisch in die Umgebung ein. Gläserne Gelenke, die auch als Besprechungsräume genutzt werden können, verbinden die Bauten miteinander.

Außenliegende, geschosshohe Glaslamellen prägen die Außenansicht. Inspiriert vom umgebenden Kiefernwald sind die Lamellen in den Farben Grün, Gelb und Orange gehalten und bieten nicht nur ein sich stets veränderndes Bild, sondern fungieren auch als Sonnenschutz: Je nach Sonnenstand verändern die Lamellen ihren Winkel, so dass blendendes Sonnenlicht in den Räumen verhindert wird.

Tageslicht schafft Aufenthaltsqualität

Zentrales Anliegen der Planer war, eine hohe Aufenthaltsqualität für die etwa 500 hier tätigen Wissenschaftler und Mitarbeiter zu schaffen, ohne Abstriche an der erforderlichen Funktionalität machen zu müssen. Dies erreichten sie unter anderem durch lichtdurchflutete Innenräume und ein freundliches, helles Ambiente in den Gebäuden mit elegant abgerundeten Formen und großflächigen Verglasungen. Bei zwei der drei Gebäude entschieden sich wulf architekten dafür, sie von oben mit „Velux Modular Skylights“ zu belichten. Im Hauptgebäude öffnet ein Atrium-Lichtband mit insgesamt 28 sowohl feststehenden als auch RWA-Modulen, einer Länge von fast 7 m und einer Breite von etwa 11,5 m das Zentrum des Gebäudes und lässt das Tageslicht herein. Durch das ständig wechselnde Wetter und den Lauf der Tageszeiten ergibt sich auch tief im Inneren des Gebäudes ein faszinierendes Spiel von Licht und Schatten. „Licht ist eines der wichtigsten Werkzeuge eines Architekten. Es macht Architektur erst lebendig“, ist sich Steffen Vogt, Partner bei wulf architekten, sicher.

Ellipsenförmige Oberlichter

Noch beeindruckender ist allerdings die Belichtung über das Dach im Laborgebäude. Insgesamt 110 „Modular Skylights“ sind nahezu über die gesamte Länge des ellipsenförmigen Laborgebäudes ebenfalls als Ellipse angeordnet. Die puristische Gestaltung der komplett vorgefertigten Module mit Niedrigprofilrahmen und nicht sichtbarer Mechanik für die zu öffnenden Lichtkuppeln, die sowohl zur Lüftung als auch als Rauch- und Wärmeabzug genutzt werden können, sorgen dafür, dass die Lichtbänder zum architektonischen Mittelpunkt des Gebäudes werden und perfekt zum außergewöhnlichen Design des gesamten Gebäudes passen.

Design mit lichter Eleganz

„Velux Modular Skylights“ wurden für den Einsatz in öffentlichen und gewerblichen Gebäuden wie Schulen, Krankenhäuser oder Einkaufszentren gemeinsam von Velux und dem renommierten britischen Architekturbüro Foster + Partners entwickelt. Entstanden ist dabei eine Oberlichtlösung, die dezentes und elegantes Design mit den Vorzügen vorgefertigter und einfach zu montierender Module verbindet. Mit Lichtband, Sattel-Lichtband, Stufen-Lichtband und dem Stufen-Sattel-Lichtband, Atrium und Sheddach bietet Velux standardisierte Lösungen für unterschiedliche Anforderungen in Bezug auf Größe, Anwendungssituation und Funktionalität. Die einzelnen Module sind wahlweise zu öffnen oder feststehend. Verfügbar sind sie in einer Breite von 67,5 bis 100 cm und einer Höhe von 120 bis 300 cm. „Modular Skylights“ lassen sich zu beliebig langen Licht- oder Sattel-Lichtbändern addieren. Zudem können Licht- oder Sattel-Lichtbänder zu einer großflächigen Atrium-Dachverglasung kombiniert werden, und das Wandmontage-Lichtband ermöglicht den Anschluss an eine aufgehende Wand.

Die Module werden einbaufertig angeliefert, lassen sich vor Ort mit Hilfe ohne Anpassung oder Bearbeitung schnell und unkompliziert montieren. Das spart nicht nur Platz auf der Baustelle, sondern auch Arbeits- und Kran-Zeit. Darüber hinaus gewährleistet die Vorfertigung im Werk eine ausgesprochen hohe Präzision und Produktqualität. Die Profile von Fensterflügel und -rahmen bestehen aus einem Verbundmaterial aus pultrudierten Glasfasern und Polyurethan, dessen geringe Wärmeleitfähigkeit dem System sehr gute Dämmeigenschaften verleiht. Mit 2-Scheiben-Verglasung erreicht die Einheit aus Glas und Rahmen bereits einen UW-Wert von 1,4 W/m2K, der sich mit 3-Scheiben-Verglasung auf 1,0 W/m2K optimieren lässt. Zugleich sorgt das Verbundmaterial für hohe Festigkeit und Tragfähigkeit und ermöglicht ein schlankes, leichtes Design. Die schmalen Profile sorgen in Verbindung mit dem verborgenen Kettenantrieb für ein elegantes Erscheinungsbild.

Baubeteiligte (Auswahl)

Bauherr Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen in der Helmholtz-Gemeinschaft (DZNE), Bonn

Planung wulf architekten, Stuttgart, www.wulfarchitekten.com

Produkte Hauptgebäude 28 Modular Skylights, Variante Atrium-Lichtband, Neigungswinkel 5°

Laborgebäude: 110 Modular Skylights, Variante Atrium-Sattel-Lichtband, Neigungswinkel 5°

Modulmaß Hauptgebäude: 12 feststehende Module, 16 Module mit RWA-Funktion à 0,965 x 2,19 m (Sonderanfertigung); Laborgebäude: 32 feststehende Module à 1,00 x 2,40 m, 50 feststehende Module à 0,75 x 2,40 m, 32 Module mit RWA-Funktion à 0,75 x 2,40 m

Verglasung 3-Scheiben-Isolierverglasung: Niedrigenergie Velux Deutschland, Hamburg, www.velux.de

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