Ecken, Kanten und Durchdringungen bei Mauerwerkssperre und Sockelabdichtung
In den Teilen 1 bis 3 der Serie zur Abdichtung haben wir uns mit Wassereinwirkungen, der Materialauswahl und der Ausführung von Mauerwerkssperren und Sockelabdichtungen befasst. In Teil 4 geht es nun um die Frage, wie die Details ausgeführt werden, wie zum Beispiel Innen- und Außenecken bei L- oder Z-Sperren.
Wie kann zum Beispiel im zweischaligen Mauerwerk die Sockelabdichtung an Mauerwerksanker angeschlossen werden, wenn diese etwa aus statischen Zwängen heraus in der Abdichtungsebene montiert werden müssen? Wie bindet man Rohrleitungen in die Abdichtung ein? Wie können Tür- und Fensteranschlüsse ausgeführt werden?
Abdichtung von Mauerwerksankern im zweischaligen Mauerwerk
Schritt 1: „Delta-Flexx-Band FG 80 L-förmig“ wird von unten gegen „Delta-Thene“ und den Mauerwerksanker geklebt
Foto: Dörken
Gemäß DIN EN 1996 ist im zweischaligen Mauerwerk die unterste Ankerlage so tief wie möglich anzuordnen. Die Bauwerks- beziehungsweise Sockelabdichtung ist nach DIN 18 533 jedoch mindestens bis 15 cm über die Geländeoberfläche zu führen. Oft wird die Vorsatzschale mehrere Steinreihen tief ins Erdreich geführt. Dann kann es sein, dass die erste Ankerreihe die Abdichtung durchdringt und abgedichtet werden muss, wenn zum Beispiel aus statischen Gründen eine höhere Positionierung dieser Befestigungsmittel nicht möglich ist. Zur Eindichtung von Mauerwerksankern, Fundamenterdern oder Kabeln werden einfach zwei Zuschnitte L-förmig gegeneinander geklebt und so angedrückt, dass kein Kapillarkanal entsteht.
Verwendung von Formteilen
Zum Anschluss von Innen- und Außenecken sowie Kabeln und Rohren bieten verschiedene Hersteller Formteile an. Der Vorteil von Formteilen liegt klar darin, dass Formteile für den betreffenden Einsatzzweck vorproduziert sind. Dies erleichtert die Detailausbildung, da die Mauersperrbahn oder Sockelabdichtung nur noch angeschlossen werden muss.
Formteile für verschiedene Innen- und Außenecken
Foto: Dörken
Dazu wird die L- oder Z-Sperre so auf die vorgefertigte Innen- oder Außenecke geführt, dass sie dort mindestens 5 cm weit überdeckt. Diese Überlappung wird dann in der Überdeckung mit einem geeigneten Kartuschenkleber, wie „Delta-Than“ oder „Delta-Tilaxx Ultra“ von Dörken dicht verklebt. Werden KSK-Bahnen, wie „Delta-Thene“ als Sockelabdichtung verwendet, können vorgefertigte Ecken, wie die „Delta-Thene-Ecken“, direkt mit dem Kartuschenkleber „Delta-Tilaxx Ultra“ dicht eingeklebt werden.
Was tun, wenn Formteile nicht passen?
Bei einfacher Geometrie passen die vorgefertigten Ecken in der Regel. Sie stoßen aber schnell an ihre Grenzen, wenn der „rechte Winkel“ verlassen wird, weil zum Beispiel am Wandfuß eine Mörtelkehle ausgeführt wurde. Je nach Steifigkeit des Formteils, kann man es vielleicht noch hinbiegen. In jedem Fall erzeugt man dann aber Spannungen, die dazu führen können, dass sich Verklebungen wieder lösen. Dies birgt langfristig das Risiko von Undichtigkeiten.
Für Kabel und Rohre wird ebenfalls eine Vielzahl an Manschetten angeboten, die im Regelfall den Anschluss deutlich vereinfachen. So werden diese Manschetten oft nur über das jeweilige Rohr oder Kabel gestülpt und auf dem Untergrund aufgeklebt beziehungsweise in die Abdichtung eingebunden. Allerdings kann es auf der Baustelle Probleme bereiten, wenn man es mit einer Vielzahl verschiedener Durchmesser und Geometrien zu tun hat. Die Herausforderung besteht darin, die jeweils geeignete Manschette in ausreichender Anzahl vor Ort zu haben. Dazu sind die meisten Kabelmanschetten dafür ausgelegt, dass sie über das Kabel geschoben werden können. Aber wie sieht es bei einer bestehenden Leitung aus? Hier wird eine mehrteilige Manschette benötigt, die um den Kabelstrang herumgeführt werden kann. Gleiches gilt für Rohre, zum Beispiel für den Hausanschluss.
Besser eine universelle Lösung
Hier kommen wahlweise flüssig aufzubringende Abdichtungssysteme (FLK) oder für diese Anwendungsbereiche geeignete flexible Klebebänder zum Einsatz. Abdichtungen aus Flüssigkunststoff sind hier sicherlich die erste Wahl, da sie ein Höchstmaß an Wasserdichtheit bei gleichzeitig mehr oder weniger universellen Einsatzmöglichkeiten bieten. So sind sie zum Beispiel für den Anschluss barrierefreier Türen auch bei Wasserbeanspruchung W2-E (aufstauendes Wasser) die erste Wahl.
Hinsichtlich der jeweiligen Untergründe können Flüssigkunststoffe anspruchsvoll sein: Bei vielen wird beispielsweise die Anwendung auf Polyethylen ausgeschlossen. Häufig werden Keller beziehungsweise Gebäudesockel im Rahmen der Wasserbeanspruchungsklassen W1-E beziehungsweise W4-E jedoch mit KSK-Bahnen abgedichtet. Bei deren Deckfolie handelt es sich um kreuzlaminierte HDPE-Folien. Eine Detailabdichtung mit FLK kann also schwierig werden, beziehungsweise eine lange Suche nach einer geeigneten Flüssigabdichtung mit sich bringen.
Für die Detailausbildung bei KSK-Bahnen eignen sich neben Zuschnitten aus diesen Bahnen auch flexible Klebebänder aus Butyl-Kautschuk, wie das „Delta-Flexx-Band FG 80/150“ von Dörken. Das Band ist hoch flexibel, sehr dehnfähig und frei von Rückstellkräften. Außerdem verfügt es über sehr gute Hafteigenschaften auf kreuzlaminierten HDPE-Folien. Dabei ist die Ausführung schwieriger dreidimensionaler Details denkbar einfach.
Anschluss von Rohrdurchführungen
Das Butyl-Kautschukklebeband mittig am Rohr ansetzen und von der Mitte nach außen dehnen und andrücken
Foto: Dörken
Der Anschluss von Rohren wird abhängig von deren Durchmesser mehrteilig ausgeführt. Dazu wird zunächst der Rohrumfang ermittelt, indem das „Delta-Flexx-Band FG 150“ um das Rohr gelegt wird. Bei Rohren mit 100 mm Durchmesser empfiehlt sich eine zweiteilige Ausführung des Anschlusses. Bei größeren Abmessungen sollte man mit drei bis vier Klebebandstücken arbeiten. Beachtet werden muss, dass die Klebeband-Abschnitte untereinander mindestens 4 cm überlappen sollten. Für die richtigen Maße der Zuschnitte sollte daher der Umfang des Rohres halbiert und die Zuschnitte dann jeweils mindestens 4 cm länger geschnitten werden. „Delta-Flexx-Band FG 150“ verfügt rückseitig über einen geteilten Folienliner. An dessen Schnittkante wird das Klebeband mit dem Liner nach außen weisend gefaltet.
Um das Band besser dehnen zu können, sollten die Ecken gerundet werden. Nun klebt man das Band mittig ans Rohr, klappt es nach unten aus und zieht den Folienliner heraus. Anschließend drückt man das Band von der Basis des Rohres nach außen arbeitend an und dehnt es dabei in die entsprechende Richtung. Auf die gleiche Weise verfährt man mit dem zweiten Zuschnitt.
Fazit
Es gibt für viele Anwendungsbereiche Formteile, die jedoch nicht alle Details abdecken können. In diesen Fällen können je nach Anforderung Flüssigkunststoffe oder universell einsetzbare Anschlussklebebänder verwendet werden.
Autor
Arne Witzke ist Dachdeckermeister und Anwendungstechniker bei der Firma Dörken in Herdecke.
