Energetische Innendämmung mit „Foamglas T3+“ im Kulturzentrum Marschall 66 in Marl

Unter dem Namen „Marschall 66“ entsteht in Marl aus einem seit 2002 leerstehenden Schulgebäude ein „Dritter Ort“ – ein offenes Zentrum für Bildung und Kultur. Die energetische Sanierung erfolgt bestandsgerecht von innen – mit dem nichtbrennbaren und diffusionsdichten Dämmstoff „Foamglas T3+“.

Das seit 2002 leerstehende Nachkriegsmoderne-Gebäude zeichnet sich durch klare Linien sowie funktionale Architektur aus Das seit 2002 leerstehende Nachkriegsmoderne-Gebäude zeichnet sich durch klare Linien sowie funktionale Architektur aus
Foto: Susan Feind

Das seit 2002 leerstehende Nachkriegsmoderne-Gebäude zeichnet sich durch klare Linien sowie funktionale Architektur aus
Foto: Susan Feind
Seit dem Jahr 2002 stand das ehemalige Schulgebäude an der Kampstraße in Marl leer. Seine Architektur ist geprägt von klaren Linien, funktionaler Strenge und städtebaulichem Anspruch. Nun, Jahrzehnte später, wird dem Gebäude neues Leben eingehaucht. Mit dem Projekt „Marschall 66“ entsteht ein multifunktionales Kultur- und Erlebniszentrum. Der Name erinnert an den Architekten und Stadtplaner Günther Marschall, der maßgeblich an der Entwicklung der Stadt beteiligt war, sowie an das Baujahr des Gebäudes, 1966.

Den Umbau zum multifunktionalen Kultur- und Erlebniszentrum verantwortet das Architekturbüro Feja + Kemper aus Recklinghausen. Das Projekt ist Bestandteil des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts ISEK 2030+, mit dem die Stadt Marl ihre Mitte funktional, sozial und gestalterisch neu aufstellen will. In unmittelbarer Nachbarschaft zum Grimme-Institut werden künftig das Skulpturenmuseum, die Stadtbibliothek, eine Kleinkunstbühne, das Museumscafé sowie Angebote der Volkshochschule und Musikschule unter einem Dach zusammengeführt. So dient das Gebäude künftig als „Dritter Ort“ – ein Begriff, der Orte außerhalb von Zuhause und Arbeitsplatz beschreibt, an denen sich Menschen begegnen, gemeinsam lernen, diskutieren und Kultur erleben können. Im Februar 2024 erfolgte der Spatenstich, die Arbeiten werden voraussichtlich im Juni dieses Jahres abgeschlossen.

Substanz mit Potenzial – energetisch neu aufgestellt

Doch bevor das Gebäude neu genutzt werden kann, muss es grundlegend saniert  werden. Dazu zählt auch eine energetische Sanierung. Die städtebauliche Vision geht mit hohen Anforderungen an die Bausubstanz einher, insbesondere an den Wärmeschutz. Da die Fassade aus Gründen des Denkmalschutzes erhalten bleiben musste, kam nur eine energetische Ertüchtigung von innen infrage. Aufgrund seiner bauphysikalisch sicheren Eigenschaften fiel die Wahl auf die hochleistungsfähige Innendämmung „Foamglas T3+“. Insgesamt erhielten 700 m2 Wandflächen 80 mm dicke „Foamglas“-Platten. Weitere 430 m2 wurden in Fensterlaibungen sowie Unterzügen mit 40 mm dicken Platten gedämmt.

Verlässlich dicht von innen

In den Fensterlaibungen und Unterzügen kam eine 40 mm dicke Ausführung zum Einsatz ? für eine durchgängige Dämmwirkung bis in baulich anspruchsvolle Detailzonen In den Fensterlaibungen und Unterzügen kam eine 40 mm dicke Ausführung zum Einsatz – für eine durchgängige Dämmwirkung bis in baulich anspruchsvolle Detailzonen
Foto: OC Foamglas

In den Fensterlaibungen und Unterzügen kam eine 40 mm dicke Ausführung zum Einsatz – für eine durchgängige Dämmwirkung bis in baulich anspruchsvolle Detailzonen
Foto: OC Foamglas
Gerade bei der energetischen Sanierung von Bestandsgebäuden mit unbekannter oder inhomogener Feuchtebelastung sowie bei denkmalgeschützten Fassaden stellt die Wahl eines dampfdichten Innendämmsystems oft die sicherste Lösung dar. „Foamglas T3+“ bietet hierfür bauphysikalisch verlässliche Eigenschaften: Es besteht aus Millionen mikroskopisch kleiner, hermetisch verschlossener Glaszellen. Diese geschlossenzellige Struktur macht den Schaumglas-Dämmstoff diffusionsdicht – Feuchtigkeit kann weder in das Mauerwerk eindringen noch ins Gebäudeinnere gelangen. So wird das Risiko von Tauwasserbildung minimiert und die bestehende Bausubstanz dauerhaft geschützt.

Druckfest, maßhaltig und dauerhaft

Ein weiterer Vorteil von „Foamglas T3+“ ist seine mechanische Belastbarkeit, denn die Schaumglasplatten weisen eine charakteristische Druckfestigkeit von mindestens 500 Kilopascal (kPa) auf. Dies war in Marl vor allem im Bereich der Fensterlaibungen und der zahlreichen Wandanschlüsse wichtig. Hier muss die Dämmung auch punktuellen Belastungen standhalten, etwa durch mechanische Beanspruchung bei der Nutzung oder durch spätere bauliche Anpassungen.

Die ?Foamglas?-Platten wurden direkt auf das Mauerwerk aufgebracht und anschließend mit Gipskarton oder Putz weiterverarbeitet Die „Foamglas“-Platten wurden direkt auf das Mauerwerk aufgebracht und anschließend mit Gipskarton oder Putz weiterverarbeitet
Foto: OC Foamglas

Die „Foamglas“-Platten wurden direkt auf das Mauerwerk aufgebracht und anschließend mit Gipskarton oder Putz weiterverarbeitet
Foto: OC Foamglas
Auch die Formstabilität des Dämmstoffs erwies sich bei der Verarbeitung als vorteilhaft. „Foamglas T3+“ verändert weder unter Temperatureinfluss noch bei Feuchteeinwirkung seine Form. Das Material bleibt dauerhaft maßhaltig und erlaubt so eine präzise Verarbeitung – selbst auf unebenen oder verwinkelten Wandflächen, wie sie bei Bestandsgebäuden häufig vorkommen. Die gewählte Plattengröße von 60 x 45 cm ermöglichte dem Verarbeitungsbetrieb ELM-Ausbau aus Marl einen zügigen Baufortschritt bei gleichzeitig hoher Ausführungsqualität.

Öffentlicher Raum brandschutzgerecht gedämmt

Der nichtbrennbare, diffusionsdichte Innendämmstoff ?Foamglas T3+? ermöglicht eine energetische Sanierung von innen unter Wahrung des Denkmalschutzes Der nichtbrennbare, diffusionsdichte Innendämmstoff „Foamglas T3+“ ermöglicht eine energetische Sanierung von innen unter Wahrung des Denkmalschutzes

Der nichtbrennbare, diffusionsdichte Innendämmstoff „Foamglas T3+“ ermöglicht eine energetische Sanierung von innen unter Wahrung des Denkmalschutzes
Bei der Sanierungsplanung war auch das Thema Brandschutz ein zentraler Bestandteil. Das neue Kulturzentrum wird künftig von vielen Menschen genutzt. Daraus ergeben sich besonders hohe Anforderungen an den vorbeugenden Brandschutz. Die „Foamglas“-Platten sind nichtbrennbar und erfüllen die Anforderungen der höchsten Baustoffklasse A1 nach DIN EN 13 501-1. Im Brandfall verhindern sie die Entstehung von Rauch und toxischen Gasen sowie die Ausbreitung von Feuer über die Dämmschicht. Die Wahl des nichtbrennbaren Innendämmsystems schafft hier zusätzliche Sicherheit und erfüllt die hohen Anforderungen an den Personenschutz.

Direkte Haftung bei einfacher Handhabung

Neben den bauphysikalischen Vorteilen stand in Marl auch eine praktische Verarbeitung im Fokus. Vor der Montage wurden schadstoffbelastete Bereiche sorgfältig vorbehandelt, um eine sichere und dauerhafte Haftung zum Untergrund zu gewährleisten. Anschließend konnte die Innendämmung direkt auf das bestehende Mauerwerk aufgebracht werden. Im Vergleich zu anderen Systemen reduziert das Material die planerische Komplexität erheblich: Es benötigt weder eine zusätzliche Dampfbremse noch eine kapillaraktive Ausgleichsschicht und stellt keine besonderen Anforderungen an die raumseitige Oberfläche. Für den weiteren Ausbau wurden die Dämmelemente größtenteils mit Gipskartonplatten beklebt oder – je nach Bereich – mit Gipsputz beschichtet.

Gebäudeschutz auf Dauer sichergestellt

„Foamglas T3+“ punktet neben seinen technischen Eigenschaften auch ökologisch. Der Dämmstoff verwendet Glasscherben als Rohstoff in Kombination mit neuem Glas. Zudem ist er anorganisch – er enthält keine brennbaren Bestandteile, keine organischen Bindemittel und keine Treibmittel. Diese Zusammensetzung macht das Material unverrottbar und chemisch beständig. Für ein Gebäude wie das „Marschall 66“, das nun auf viele weitere Jahrzehnte kultureller Nutzung vorbereitet wird, ist diese Dauerhaftigkeit von hoher Bedeutung. Die Dämmung leistet somit einen langfristigen Beitrag zur Betriebssicherheit und Werterhaltung des Gebäudes und unterstützt damit die Nachhaltigkeitsziele der ressourcenschonenden Stadtentwicklung ISEK 2030+.

Fazit

Das Projekt „Marschall 66“ in Marl zeigt exemplarisch, wie anspruchsvolle Denkmalsanierung, energetische Modernisierung und städtebauliche Zukunftsvisionen in Einklang gebracht werden können. Die Innendämmung „Foamglas T3+“ vereint die Eigenschaften, die für die Anforderungen im Denkmalbereich essenziell sind. Die Bausubstanz konnte bewahrt werden, während im Inneren ein energetisch wirksamer Aufbau realisiert wurde, der dauerhaft vor Feuchte, Wärmeverlusten und Brandschutzrisiken schützt. Die „Foamglas“-Platten tragen somit nicht nur zur Einhaltung heutiger Effizienzstandards bei, sondern sichern auch langfristig die Nutzung des Gebäudes. Durch den Umbau wird aus einem in die Jahre gekommenen Schulgebäude ein lebendiger Ort der Begegnung und Teilhabe. Die Innendämmung hat mit ihren Materialeigenschaften einen entscheidenden Beitrag dazu geleistet, dass dieser Ort kulturell und bautechnisch für die nächsten Generationen gewappnet ist.

Weitere Informationen gibt es unter www.foamglas.com/de-de

 

Autorin

Sandra Alsen ist Marketing Managerin Central Europe bei der Deutschen Foamglas GmbH in Hilden.

Baubeteiligte (Auswahl)

 

Bauherr Stadt Marl, marl.de

Architekten Feja + Kemper Architekten, Recklinghausen, www.feja-kemper.de

Tragwerksplanung Wehlmann Beratende Ingenieure, Recklinghausen, www.w-ing.tech

Bauleitung BBM+, Coesfeld, www.bodem-bm.de

Dämmarbeiten ELM-Ausbau, Marl, www.elm-ausbau.de

Dämmmaterial Foamglas T3+, Deutsche Foamglas, Hilden, www.foamglas.de

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