Feiner Allrounder
Kalk-Feinhaftputz: Vielfältige Oberflächen im Neubau und in der Sanierung gestaltenKalk-Feinhaftputze werden im Neubau, bei Sanierungen und in der Denkmalpflege eingesetzt. „multiFine RK 70 N“ von Baumit eignet sich für verschiedene Untergründe und lässt viele Oberflächenstrukturen zu. Neben bauphysikalischen Eigenschaften steht dabei die gestalterische Bandbreite im Vordergrund.
In der modernen Baupraxis sind Materialien gefragt, die nicht nur technisch überzeugen, sondern auch gestalterische Freiheiten eröffnen. Der Kalk-Feinhaftputz „multiFine RK 70 N“ von Baumit ist für den Einsatz im Neubau, bei Sanierungen sowie in der Denkmalpflege vorgesehen. Je nach Verarbeitung entstehen unterschiedliche Oberflächenstrukturen.
Ob gespachtelt, strukturiert, gespritzt, geschlämmt oder klassisch verputzt – das Material kann auf verschiedene Weise verarbeitet werden. Damit lassen sich nicht nur moderne Oberflächen realisieren, sondern auch historische Strukturen wie eine Sandsteinoptik nachbilden. Gerade in der Denkmalpflege kann dies von Vorteil sein, da eine originalgetreue Rekonstruktion häufig die Abstimmung mit den Denkmalschutzbehörden erleichtert.
Bauphysikalische Eigenschaften
Als kalkgebundener Haft- und Feinputz ist das Material nach DIN EN 998-1 in die Klassen GP und CS II eingestuft. Es besteht aus Baukalken, Trass, Gesteinskörnungen und Additiven. Das Produkt wird seit vielen Jahren vom eco-Institut in Köln auf seine wohngesundheitliche Unbedenklichkeit geprüft und zertifiziert.
Die Vorteile
hohe Haftfähigkeit auf fast allen Unterputzen
gute Verarbeitbarkeit per Hand oder Maschine
wasserabweisende Einstellung bei gleichzeitig diffusionsoffenem Verhalten
sichere Verarbeitung auf der Baustelle.
Der Putz eignet sich für den Innen und Außen.
„multiFine RK 70 N“ ist auf Wänden, Decken, Pfeilern oder Trennwänden einsetzbar. Darüber hinaus kann der Putz als Haftbrücke auf nicht saugenden Untergründen wie Beton oder Kalksandsteinmauerwerk dienen. Gleichzeitig kann er als Oberputz im Innen-, Außen- und sogar im Feuchtbereich eingesetzt werden.
Ob feine Risse, verwitterte Fassaden oder beschädigte Putzflächen – „multiFine RK 70 N“ eignet sich zur Überarbeitung und Instandsetzung bestehender Oberflächen. Selbst kleinere Ausbrüche an Bauteilen wie Lisenen, Pilastern oder Säulen lassen sich zuverlässig ausbessern. Für besonders filigrane und detailreiche Verzierungen empfiehlt sich ergänzend der Einsatz des schnell erhärtenden Stuckmörtels „Stuccoco“ von Baumit.
Gestalterische Freiheit
Ein entscheidender Mehrwert von „multiFine RK 70 N“ ist die individuelle Gestaltbarkeit. Durch unterschiedliche Verarbeitungstechniken wie Filzen, Modellieren oder Schlämmen entstehen vielfältige Oberflächen – von schlicht und glatt bis hin zu ausdrucksstarken Strukturen. Damit eignet sich der Kalk-Feinhaftputz sowohl für moderne Architektur als auch für die Sanierung historischer Bausubstanz.
Neben Optik und Funktion steht auch die praktische Anwendung im Mittelpunkt. Der Kalk-Feinhaftputz lässt sich sowohl von Hand als auch maschinell verarbeiten. Voraussetzung ist ein entsprechend vorbereiteter und tragfähiger Untergrund. Der Auftrag erfolgt üblicherweise mit der Stahltraufel (Glättkelle), gefolgt vom Glätten und dem anschließenden Strukturieren.
Bereits ab einer Schichtdicke von 2 mm als Oberputz beziehungsweise 5 mm als Haftbrücke entfaltet das Material seine Leistungsfähigkeit. Die Oberfläche muss nach dem Auftrag als Haftbrücke gründlich aufgeraut werden, um eine optimale Haftung zu gewährleisten. Die Erhärtungszeit beträgt ein bis zwei Tage. Alternativ kann das Produkt „nass in nass“ dünnschichtig mit einem Kalkputz überarbeitet werden.
Die folgenden Oberflächenvarianten können mit dem Kalk-Feinhaftputz ausgeführt werden:
Gefilzt, geglättet, strukturiert
Der „multiFine RK 70 N“ wird mit der Stahltraufel vollflächig aufgezogen und im ersten Arbeitsgang deckend und eben durchgeglättet. Bei beginnender Ansteifung kann die gewünschte Endstruktur, zum Beispiel durch Filzen oder Strukturieren, hergestellt werden. Für eine besonders gleichmäßige Oberfläche empfiehlt es sich, wenn die Fläche am Folgetag noch einmal dünn überzogen und strukturiert wird.
Streifenoptik
Nach dem vollflächigen und deckenden Glätten des ersten Arbeitsgangs kann, sobald das Material ausreichend angezogen hat (Klebeband haftet), die gewünschte Einteilung mit einem Klebeband vorgenommen werden. Im Anschluss erfolgt das vorsichtige Auftragen einer zweiten Lage, wobei das Klebeband im noch frischen Zustand wieder entfernt wird. Optional kann das Material mit anorganischen Pigmenten (maximal 2,5 Prozent) eingefärbt werden.
Scharrieren
Die Oberfläche wird nach dem Auftrag mit einem geeigneten Werkzeug, beispielsweise einer modifizierten Zahntraufel (negativ ausgeführt), bearbeitet und abgezogen, um die gewünschte Struktur zu erzeugen.
Sandsteinimitation
Der Kalk-Feinhaftputz wird zweilagig aufgetragen. Sobald die zweite Lage ausreichend erhärtet ist und keine Abdrücke mehr zulässt, erfolgt die Einteilung der Fläche, beispielsweise mithilfe einer Wasserwaage. Die Fugen werden anschließend mit geeignetem Werkzeug nachgearbeitet.
Aufgrund der vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten empfiehlt es sich, vorab Musterflächen anzulegen, um die gewünschte Optik festzulegen. Eine lebendigere Oberflächenwirkung entsteht, wenn die zweite Lage leicht verdichtet beziehungsweise verpresst wird.
Wattland-Struktur
„multiFine RK 70 N“ wird frisch mit der Traufel aufgezogen und anschließend mit einem groben Besen oder ähnlichem Werkzeug abgestupft. Nach der Trocknung erfolgt ein weiterer, fleckenweiser Auftrag, der erneut abgestupft wird. Dadurch entstehen typische Vertiefungen und reliefartige Strukturen. Je nach gewünschtem Erscheinungsbild kann die Oberfläche partiell nachgeglättet werden. Nach vollständiger Trocknung erfolgt die Schlussbeschichtung mit einer Lasur.
Schablonieren
Schablonen (zum Beispiel für dekorative Elemente wie Ziffern oder Ornamente) werden auf der Fläche fixiert und anschließend mit „multiFine RK 70 N“ ausgefüllt. Dabei muss darauf geachtet werden, dass die Schichtdicke nicht zu hoch gewählt wird, da es sonst beim Entfernen der Schablone zu Ausbrüchen oder Kantenbeschädigungen kommen kann.
Barbara Wiedemann ist als Produktmanagerin und Dominik Diehl als Anwendungstechniker bei der Firma Baumit in Bad Hindelang tätig.
