Feuchte Fassade abdichten: Mineralisches System „Izonil“ als Lösung für Sockel und Dämmung
Feuchtigkeit stellt im Bestand wie im Neubau ein häufiges Schadensbild dar. Besonders problematisch wird es, wenn Nässe auf Wärmedämmung trifft und deren Funktion beeinträchtigt. Mineralische Abdichtungsputzsysteme wie „Izonil“ setzen hier an, indem sie Abdichtung mit Diffusionsoffenheit kombinieren.
Durchfeuchtete Dämmplatten verlieren ihre Funktion, begünstigen Schimmelbildung, verursachen Energieverluste und können die Fassade dauerhaft schädigen. Handwerksbetriebe stehen deshalb zunehmend vor der Aufgabe, Abdichtung, Schutz der Dämmung und bauphysikalisch sinnvolle Feuchteregulierung miteinander zu verbinden. Eine Möglichkeit dafür bietet das mineralische Abdichtungs- und Funktionsputzsystem „Izonil“, das Abdichtung und Diffusionsoffenheit kombiniert – und mit „Izonil Quatro“ zusätzlich eine wärmetechnisch optimierte Variante bereithält.
Abdichten ohne „zuzementieren“ – das Funktionsprinzip
Während klassische bituminöse Abdichtungen, dichte Kunstharzbeschichtungen oder kunststoffbasierte Sperrschichten wie eine undurchlässige Barriere auf der Fassade liegen, verfolgt „Izonil“ einen anderen Ansatz. Das System ist wasserdicht gegen eindringendes Wasser – gleichzeitig aber diffusionsoffen. Das bedeutet: Schlagregen, Spritzwasser oder Feuchtebelastungen von außen werden sicher gestoppt, vorhandene Restfeuchte wird mit „Izonil“ – wie von einem Staubsauger – aus der Gebäudehülle gezogen und als Wasserdampf an die Außenluft abgegeben.
Der Abdichtungsputz „Izonil“ lässt sich gut im Betonmischer anrühren. Wenn das Produkt an der Unterseite der Hand kleben bleibt, stimmt die Konsistenz
Foto: 1A Gebäudeabdichtung
Gerade in Sanierungsfällen ist das ein großer Vorteil, denn häufig gibt es bereits Feuchte im Bauteil, deren vollständige Abschottung zu weiteren Schäden führen kann. Der mineralische Putzaufbau von „Izonil“ ist frostbeständig, mechanisch belastbar und kommt ohne chemische Zusatzstoffe aus. Alle Wirkstoffe der so genannten IZO-Komponente sind rein pflanzlich. „Izonil“ besteht ansonsten lediglich aus Portlandzement sowie aus gesiebtem Quarzsand in der Korngröße von maximal 1 mm in der Variante „Fine“ beziehungsweise maximal 2 mm in der Variante „Coarse“ (grob).
Kräftig mit Wasser mischen
Für Planerinnen und Handwerker bedeutet das: ein natürliches, mineralisch geprägtes System, das sich handwerklich wie ein gewöhnlicher Putz verarbeiten lässt. Allerdings mit dem kosten- und zeitsparenden Unterschied, dass keine teure Grundierung benötigt wird und eine Schichtdicke von nur 10 mm völlig ausreichend ist.
Das Anmischen per Rührstab ist anfangs ein wenig gewöhnungsbedürftig, da „Izonil“ hydrophob ist und daher zunächst kein Wasser annimmt
Foto: 1A Gebäudeabdichtung
Lediglich das Anmischen im Bottich ist anfangs ein wenig gewöhnungsbedürftig, da „Izonil“ komplett hydrophob ist, also kein Wasser annimmt. Somit müssen die Handwerkerinnen und Handwerker das Produkt zwingen, sich mit dem Wasser zu vereinen. Das erreicht man durch die gleichmäßige Rotation mithilfe eines kräftigen Rührstabs. Am einfachsten gelingt das Vermischen mit 4,3 bis 4,4 Liter Wasser in einem Betonmischer, der nach 8 bis 10 Minuten ohne weitere Anstrengung das perfekte Ergebnis produziert. Die Verarbeitungszeit beträgt bis zu 3 Stunden.
Typische Einsatzbereiche in der täglichen Baupraxis
In der Anwendung auf der Fassade zeigen sich vor allem zwei typische Szenarien:
Sockelbereiche mit starker Spritzwasser- und Feuchtebelastung sowie hoher mechanischer Beanspruchung
Fassadenflächen mit Feuchteschäden, Abplatzungen oder Salzausblühungen beziehungsweise mit Schutzbedarf
Besonders relevant ist der Einsatz dort, wo Dämmmaterial bereits vorhanden ist oder nachgerüstet wird. Eine Abdichtung, die zwar Wasser stoppt, aber keinerlei Dampfdiffusion zulässt, kann Feuchtigkeit hinter der Dämmung „einsperren“. Genau hier spielt „Izonil“ seine Stärke aus: Schutz nach außen – und bauphysikalisch verträgliche Offenheit nach innen.
„Izonil Quatro“: Abdichtung mit integriertem Dämmeffekt
Eine Besonderheit innerhalb des Systems stellt „Izonil Quatro“ dar. Hier werden dem mineralischen Abdichtungsputz „Izonil“ zusätzlich Polystyrolkügelchen beigemischt, wodurch eine wärmedämmende Struktur entsteht. Ziel ist es nicht, die klassische WDVS- oder besser die atmungsaktive Steinwolle-Dämmung zu ersetzen, sondern Oberflächen und Bauteilzonen thermisch zu verbessern. Das bedeutet: Reduzierung von Wärmebrücken, Erhöhung der Oberflächentemperaturen, Minimierung des Kondensationsrisikos und zusätzliche Sicherheit gegen Schimmelbildung.
Der Anstrich mit atmungsaktiver Farbe darf erst erfolgen, wenn „Izonil“ komplett durchgetrocknet ist
Foto: 1A Gebäudeabdichtung
Gerade in sensiblen Zonen – etwa Sockelbereichen, Fassadenanschlüssen oder bei Sanierungen mit energetischem Anspruch – bietet diese Kombination aus Abdichtung und wärmetechnischer Verbesserung einen Mehrwert. Bereits eine Schichtdicke von nur 50 mm erzeugt einen Wärmeleitwert von 0,0447 W/mK. Dabei wird pro m² ein 25-kg-Sack „Izonil“ mit etwa 60 Liter Polystyrolkügelchen (3-5 mm) vermischt und dann in zwei oder drei Vorgängen auf den Sockel oder die Fassade aufgetragen. Besonders schick wird es mit weißem „Izonil“, bestehend aus schneeweißem asiatischen Quarzsand und ebenso schneeweißem Zement. Ansonsten kann durch Zugabe von ökologischen Farbpigmenten auf Eisenoxid-Basis nahezu jeder Farbton direkt eingemischt werden, so dass die Fassade beziehungsweise der Sockel nie wieder gestrichen werden muss. Diese Farbpigmente werden speziell für „Izonil“ produziert und sind 100 Prozent wetter- und lichtstabil. Wir erläutern die Vorbereitung, den Aufbau und die Verarbeitung von „Izonil“:
1. Schadensanalyse und Untergrundbewertung
Zu Beginn steht eine genaue Analyse: Handwerkerinnen und Handwerker prüfen, ob aufsteigende Feuchtigkeit, Schlagregenbelastung, seitlicher Wassereintritt oder ein defektes Regenrohr ursächlich sind. Hinzu kommt die Beurteilung des vorhandenen Putzsystems, der Dämmung und möglicher Salzschäden.
2. Untergrundvorbereitung
Lose oder geschädigte Putzbereiche werden entfernt, ebenso wie Farben, Fette, Öle und Schimmel. Der Untergrund wird gereinigt und tragfähig hergestellt. Fehlstellen lassen sich mit mineralischem Mörtel egalisieren.
3. Aufbringen des „Izonil“-Systems
Der Spezialputz wird handwerkstypisch in der vorgeschriebenen Mindestschichtdicke von 10 mm aufgebracht, nachdem die Wand ausreichend vorgenässt wurde (eventuell als Wasser-/Zementgemisch im Verhältnis 1,5 bis 2 Liter je 1 kg Zement). Eine weitere Grundierung ist nicht notwendig.
Mehrlagiger Auftrag ist grundsätzlich möglich, aber lediglich bei Integration von Polystyrolkugeln als zusätzliche Dämmung sinnvoll. Das Material lässt sich verputzen, strukturieren, filzen, glätten, schleifen und weiterbearbeiten. Bei Einsatz von „Izonil Quatro“ erfolgt der Auftrag in definierter Schichtdicke von 2, 4, 5 oder 6 cm, um den dämmenden Effekt zu erzielen.
4. Trocknungs- und Schutzphase
Während der Abbindephase sollte der neue Putz vor Dauerfeuchte, Frost und starker Regenbelastung, aber auch direkter Sonneneinstrahlung und zu schneller Austrocknung geschützt werden. Nach der Trocknung ist die Oberfläche robust, belastbar und für die weitere Gestaltung vorbereitet.
5. Oberflächenfinish
Nach vollständiger Durchtrocknung können – sofern gewünscht – fungizide und algizide Funktionsfarben aufgetragen werden.
Praxisthema Dämmung: Schützen statt riskieren
Ein zentrales Argument aus Handwerkssicht ist der aktive Schutz vorhandener Wärmedämmung. Wird Dämmmaterial durchfeuchtet, verliert es seine Dämmleistung, begünstigt Schimmelbildung und kann die gesamte Fassadenkonstruktion schwächen. Abdichtungssysteme müssen deshalb nicht nur dicht, sondern auch bauphysikalisch durchdacht sein.
„Izonil“ sorgt dafür, dass Feuchtigkeit von außen ferngehalten wird, ohne Feuchte aus dem Wandinneren dauerhaft einzuschließen. Damit bleibt die Dämmung funktionsfähig, die Fassade stabil – und der Auftragnehmer kann seinen Kunden eine dauerhafte Lösung bieten.
Für Handwerkerinnen und Handwerker ist neben der Funktionalität vor allem die Langzeitsicherheit entscheidend. Der Hersteller gibt auf die Wasserdichtigkeit und die gleichzeitige Diffusionsfähigkeit des Produkts eine 15-jährige Garantie – ein Hinweis darauf, dass die Funktionsweise nicht nur technisch, sondern auch langfristig abgesichert ist.
Autor
René Felzmann ist Fachkraft für nachträgliche Bauwerksabdichtung (TÜV Rheinland geprüft) aus dem Nürnberger Land.
