Flexible Innenabdichtung für sichere Kellerräume mit dem flex-System von Remmers
Starre, mineralische Dichtungsschlämmen sind zwar druckwasserdicht, können dynamische Risse jedoch nicht dauerhaft überbrücken und bieten keinen Schutz gegen Radon. Für die nachträgliche Innenabdichtung von Kellerräumen hat Remmers deshalb auf Basis der Abdichtung „MB 2K“ das flex-System entwickelt.
Das flex-System ermöglicht dauerhaft sichere Innenabdichtungen für unterschiedlichste Anforderungen in der Kellersanierung. Je nach Nutzung wird der weitere Aufbau passend ergänzt – entweder mit dem kapillaraktiven Funktionsputz „SP Top SL“ für klassische Keller- und Nutzräume oder mit dem kapillaraktiven Innendämmsystem „iQ-Therm 2.0“ für beheizte und hochwertig genutzte Räume. So entsteht ein Systemaufbau mit Rissüberbrückung, Feuchtepufferung, Radonschutz und – je nach Variante – zusätzlicher Dämmleistung.
Anwendung Schritt für Schritt
So funktioniert die Anwendung des flex-Systems auf der Baustelle Schritt für Schritt:
1. Vorarbeiten
Alte Putze und Anstriche werden mindestens 80 cm über der Schadenszone entfernt. Geschädigte Fugen müssen etwa 2 cm tief ausgekratzt werden. Eventuell vorhandene Fließstellen oder Wassereinbrüche werden mit dem Stopfmörtel „WP RH rapid“ verschlossen.
2. Grundierung
Das Verkieselungskonzentrat „Kiesol“ wird im Verhältnis 1:1 mit Wasser verdünnt und gleichmäßig auf den vorbereiteten Untergrund aufgetragen. Stark saugende Untergründe müssen vorgenässt werden.
3. Haftbrücke
Innerhalb der Reaktionszeit von „Kiesol“ wird die Haftbrücke aus „WP Sulfatex“ mit der Schlämmbürste aufgebracht.
4. Egalisierung und Dichtungsnut
Mit dem Dichtspachtel „WP DS Levell“ werden alle Unebenheiten „frisch-in-frisch“ egalisiert
Foto: Remmers
Alle Unebenheiten werden „frisch in frisch“ mit dem Dichtspachtel „WP DS Levell“ egalisiert. Gleichzeitig kann eine Dichtungsnut im Wand-/Sohlenanschluss verschlossen werden.
5. Dichtungskehle
Die Dichtungskehle wird mit „WP DS Levell“ analog zum WTA-Merkblatt 4-6 mit der Rundkelle „frisch in frisch“ eingebracht.
6. Erste Abdichtungslage
Die erste Abdichtungslage aus „MB 2K“ wird mit der Schlämmbürste auf die Egalisierungsschicht aufgetragen
Foto: Remmers
Die erste Abdichtungslage aus „MB 2K“ wird mit der Schlämmbürste oder der Schichtdickenkelle auf die Egalisierungsschicht aufgetragen.
7. Zweite Abdichtungslage
Nach der Trocknung der ersten Lage wird die zweite Abdichtungslage von den Handwerkerinnen und Handwerkern mit „MB 2K“ aufgebracht. Je nach Wassereinwirkklasse sind gegebenenfalls weitere Schichten notwendig. Es muss eine Trockenschichtdicke von ≥ 3 mm hergestellt werden. Radondicht ist der Aufbau ab einer Trockenschichtdicke von 4 mm.
Zwei Varianten je nach Anforderung
Für den weiteren Aufbau stehen je nach Anforderung zwei verschiedene Varianten zur Verfügung:
Variante A: Oberflächenfinish mit Funktionsputz (klassische Keller- und Nutzräume)
In klassischen Keller- und Nutzräumen kann das Oberflächenfinish mit dem Funktionsputz „SP Top SL“ erfolgen
Foto: Remmers
Zunächst wird der kapillaraktive Funktionsputz „SP Top SL“ als Kratzspachtelung aufgebracht. Direkt im Anschluss erfolgt der Auftrag der ersten Putzlage mit „SP Top SL“. Im ersten Zweidrittelbereich der Putzschicht wird das Armierungsgewebe „Tex 6,5/100“ mit einer Überlappung von 10 cm eingebettet. Danach wird unmittelbar eine zweite Lage „SP Top SL“ aufgetragen. Die Gesamtdicke beträgt 10 bis 15 mm. Die kapillaraktive Funktionsschicht schützt die Abdichtung vor mechanischen Beschädigungen und unterstützt die Feuchteregulierung im Raum.
Variante B: Innendämmsystem (hochwertig genutzte/beheizte Kellerräume)
Alternativ zu „SP Top SL“ kann als Kondensatpuffer und Schutz gegen mechanische Beschädigungen die Innendämmung „iQ-Therm 2.0“ direkt auf die zweite Abdichtungslage aufgebracht werden
Foto: Remmers
Alternativ kann direkt auf die zweite Abdichtungslage das kapillaraktive Innendämmsystem „iQ-Therm 2.0“ aufgebaut werden. Dazu wird „iQ M universal“ als horizontale Klebeschicht auf den Trennwandstreifen an der Lagerfuge und im Anschluss als vertikale Klebeschicht auf die Wand aufgetragen. Danach werden die „iQ-Therm 2.0“-Elemente in das Klebebett eingesetzt und verklebt. Es folgen die Armierung mit dem Gewebe „Tex 4/100“ sowie zwei Spachtellagen mit „iQ M universal“. Dadurch entsteht ein radondichter, feuchteregulierender und zusätzlich wärmedämmender Systemaufbau für hochwertig genutzte Kellerräume.
Autor
Dieter Meyer ist im Produktmanagement Bautenschutz der Firma Remmers in Löningen tätig.
