Konservierungsmittelfreier Systemaufbau von Brillux für die neue Kita „Wilde Wiese“ in Ahaus
Die neue Kita „Wilde Wiese“ in Ahaus ist eine Holzkonstruktion. Nachhaltigkeit, Gesundheit und Belastbarkeit standen bei der Planung im Fokus. Mit einem konservierungsmittelfreien Systemaufbau von Brillux setzte der Malerfachbetrieb Wiegers das Konzept im Inneren um.
Die Kita „Wilde Wiese“ der Stadt Ahaus: Der kreisförmige Baukörper und die sichtbare Holzkonstruktion prägen das architektonische Konzept von Weitkamp + Partner | Architekten und Ingenieure
Foto: Brillux
Wer auf die Kita „Wilde Wiese“ zugeht, erkennt schnell, dass ihre auffallende Form mehr ist als ein architektonisches Motiv. Der Bau wirkt offen und gefasst zugleich. Wege, Übergänge und Blickbezüge sind eingebettet in eine besondere Gebäudegeometrie. Architekt Tobias Mauritz und Architektin Sandra Thesker von Weitkamp + Partner | Architekten und Ingenieure entwickelten das Konzept aus einer klaren Anforderung heraus: Eine sechsgruppige Kita sollte kurze Wege, gute Raumzusammenhänge und eine Maßstäblichkeit „für Kinderbeine“ vereinen. Der kreisförmige Grundriss mit großzügigem Spielflur verbindet die Räume, schafft Orientierung und unterstützt Bewegung im Alltag.
Innenausbau mit ruhigem Gestaltungskonzept
Helle Wandflächen, graue Zargen und ein Boden in einem kräftigen Gelbton halten die Gestaltung bewusst schlicht und lassen die Raumform wirken
Foto: Brillux
Der Innenausbau übersetzt die architektonische Haltung in ein ruhiges Gestaltungskonzept. Helle Wandflächen, graue Zargen und ein Boden in einem Gelbton bringen so viel Farbe ins Haus, dass die Räume freundlich wirken und die Architektur nicht zurücktritt. Sie überlassen den sichtbaren Holzoberflächen an Deckenbereichen, Fenstern und Teilen des Tragwerks die Bühne. Große Fenster und helle Oberflächen holen viel Tageslicht ins Haus. Die farbliche Schlichtheit war gewollt. Die Innengestaltung sollte den Alltag tragen, nicht zusätzlich überreizen: „Die Kinder selbst bringen so viel Farbe und buntes Leben mit – das Gebäude muss das nicht zusätzlich leisten“, erklärt Christin Breuers, Leiterin der Kita „Wilde Wiese“ der Stadt Ahaus.
Schicht für Schicht konservierungsmittelfrei
Der Farbauftrag erfolgte im Airless-Verfahren. Für eine gleichmäßige und homogene Oberfläche rollte das Team des Malerfachbetriebs Wiegers im Anschluss mit der „Polyamid-Farbwalze 1314“ nach
Foto: Brillux
Die Innenarbeiten übernahm der Malerfachbetrieb Wiegers. „Die Architektur war nicht alltäglich, aber unsere Ausführung folgte einer vertrauten handwerklichen Grundlogik mit einem konsequent auf die Anforderungen abgestimmten Systemaufbau“, sagt Malermeister Thomas Gerling, der die Baustelle aufseiten des Malerfachbetriebs betreute. Gipskartonflächen verspachteln, schleifen, grundieren, Vlies kleben, abschließend beschichten: „An einzelnen Übergängen und vor allem bei der Vliesverarbeitung verlangte die besondere Geometrie mehr Sorgfalt, in der handwerklichen Umsetzung blieb sie aber gut beherrschbar“, schildert Gerling. Brillux begleitete das Projekt. „Kita-Umfeld plus Nachhaltigkeitsfokus mit dem Schwerpunkt auf Wohngesundheit. Die vollkommen konservierungsmittelfreie Innenraumgestaltung war hier das Maß der Dinge“, betont Simon Gemeine, Technischer Berater bei Brillux.
Der Innenausbau entstand Schicht für Schicht. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Firma Wiegers verspachtelten die Gipskartonflächen mit „Briplast Powerfill 1891“, um Unebenheiten auszugleichen und die Flächen für die nachfolgende Beschichtung sauber vorzubereiten. Nach der vollständigen Trocknung schliffen sie die Flächen und grundierten sie mit „Lacryl Tiefgrund 595“. So entstand ein gleichmäßig saugender Untergrund für die weiteren Arbeitsschritte. Als Basis für die Schlussbeschichtung klebte das Wiegers-Team „Lightvlies 130“ mit dem „Vlieskleber 375“ auf die Wandflächen. „Dieser konservierungsfreie Aufbau zeigt: Wohngesundheit beginnt nicht erst beim Schlussanstrich, sondern bereits bei Spachtelmasse, Grundierung und Kleber“, sagt Gemeine.
Belastbar im Alltag
Eine besondere Bedeutung kam der Produktauswahl für die Schlussbeschichtung zu, um belastbare Oberflächen für den Kitaalltag herzustellen. Das Wiegers-Team setzte dafür auf die hoch strapazierfähige Innendispersion „Sedagloss 993“. Der Auftrag im rationellen Airless-Verfahren ermöglichte eine wirtschaftliche Verarbeitung, insbesondere bei größeren Wandabschnitten. Für eine gleichmäßige und homogene Oberfläche rollten die Maler im Anschluss mit der „Polyamid-Farbwalze 1314“ nach.
Der großzügige Spielflur verbindet die Gruppenbereiche und dient im Alltag zugleich als Aufenthalts- und Bewegungsraum
Foto: Brillux
Wie robust eine Oberfläche ist hängt primär vom Glanzgrad ab: Je glänzender eine Oberfläche, desto belastbarer ist sie. Ihre besondere Stärke zeigt die seidenglänzende „Sedagloss“ im Spielflur. Dieser dient auch als Aufenthalts- und Bewegungsraum. Entsprechend häufig treffen Hände, Kleidung und Alltagsschmutz auf die Wandflächen. Die Innenbeschichtung hält dieser Beanspruchung zuverlässig stand, bietet eine gute Reinigungsfähigkeit und sorgt so für längere Renovierungsintervalle. Hinzu kommt die Beständigkeit gegenüber wässrigen Desinfektionsmitteln – ein wichtiger Punkt bei regelmäßigen Reinigungen.
Konservierungsmittelfrei bis zum Deckenbereich
Auch bei den anderen Innenflächen folgte die Ausführung einem konsequent konservierungsmittelfreien Systemaufbau. Für die Decken setzte das Team „Superlux 3000“ in Weiß ein. Die stumpfmatte Dispersionsfarbe unterstützt mit ihrem homogenen Oberflächenbild und ihrem perfekten Verlauf das Raumkonzept mit den großen Fensterflächen. Selbst bei starkem Streiflichteinfall wirken die Flächen makellos. Türen und Zargen erhielten mit dem „Hydro-PU-Tec Seidenmattlack 2088“ in Grau ein perfektes Finish mit einer hohen Oberflächengüte. Der wasserbasierte Lack schützt die Bauteile lang anhaltend gegen mechanische Belastungen.
Fazit
„Die Zusammenarbeit zwischen Kommune, Planer, Lieferanten und den anderen Handwerksbetrieben hat sehr gut funktioniert – das ist nicht selbstverständlich“, sagt Gerling. Die Koordination hielt den Bauablauf im Zeitrahmen und erleichterte die Umsetzung. So blieb der Anspruch an Nachhaltigkeit im Ausbau nicht beim Konzept, sondern bestimmte die Ausführung Schritt für Schritt.
Autor
Fabian Störkmann ist als Produktmanager Dispersionen bei Brillux in Münster tätig.
Baubeteiligte (Auswahl)
Bauherr Stadt Ahaus
Architekt Weitkamp + Partner, Ahaus, www.weitkamp-partner.de
Malerarbeiten Malerfachbetrieb Wiegers, Ahaus, www.malerfachbetrieb-wiegers.de
Produkte Briplast Powerfill 1891, Hydro-PU-Tec Seidenmattlack 2088, Lacryl Tiefgrund 595, Lightvlies 130, Sedagloss 993, Superlux 3000, Vlieskleber 375
Brillux, Münster, www.brillux.de
