NRW-weit erster KI-Showroom für Handwerksbetriebe in Lemgo eröffnet
Wie kann Künstliche Intelligenz schon jetzt den Handwerker-Alltag spürbar erleichtern? Das können Betriebe im NRW-weit ersten Showroom rund um die Themen Digitalisierung und Künstliche Intelligenz (KI) ausprobieren. Im InnovationSPIN in Lemgo wurde das als Wander-Ausstellung konzipierte Modell im Beisein von Mona Neubaur, der stellvertretenden Ministerpräsidentin und Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, eröffnet.
Der Showroom ist ein zentraler Baustein des Projekts KIDiHa – Künstliche Intelligenz und Digital-Offensive für das HANDwerk in NRW, ein gemeinsames Projekt der Fachhochschule des Mittelstands (FHM), des Lemgoer Fraunhofer IOSB-INA und der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe. Dort stellen 12 Firmen ihre Entwicklungen vor.
Mona Neubaur: „KI verstehen und erleben“
Eröffnung des NRW-weit ersten KI-Showrooms für Handwerksbetriebe in Lemgo mit: Markus Rempe (Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe), Mickel Biere (Kreishandwerksmeister), Michael H. Lutter (Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe), Mona Neubaur (stellvertretende Ministerpräsidentin und Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen), Prof. Dr. Anne Dreier (Rektorin der Fachhochschule des Mittelstands), Prof. Dr.-Ing. Jürgen Jasperneite (Direktor des Fraunhofer IOSB-INA) und Yannic Stangier (Abteilungsleiter Innovation und Technologietransfer bei der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe)
Foto: Dietmar Flach
„Das Handwerk ist nicht mehr denkbar ohne KI. Sie ist entscheidender Wettbewerbsvorteil für das Handwerk von heute. Mit dem KI-Showroom in Lemgo werden Technologien greifbar und Anwendungen in der Praxis erklärt. Der Ausstellungsraum ist aber noch mehr: Ein Ort, der dazu einlädt, KI nicht nur zu verstehen, sondern zu erleben. Denn die Zukunft des Handwerks entsteht jetzt – und wir haben die Chance, sie aktiv mitzugestalten“, sagt Mona Neubaur.
Im Showroom können Besucher verschiedenste KI-Anwendungen und Digitalisierungstools ausprobieren. Die Ausstellung setzt auf greifbare Inhalte: Soft- und Hardware-Demonstratoren ermöglichen es den Handwerkern, konkrete Fragestellungen zu diskutieren, Anwendungen selbst zu testen und allgemeine Eindrücke zu sammeln. „Der Showroom ist in dieser Form einzigartig in unserer Region, ein echter Leuchtturm für das Handwerk“, freute sich Markus Rempe, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe. „Wir wollen Anregungen geben, begleiten, Impulse setzen. Unser Ziel ist es, Hemmschwellen abzubauen, Neugier zu wecken und ganz konkret zu zeigen, wie vielfältig und praxisnah die digitalen Helfer sind – und zwar für Handwerkbetriebe jeder Größe.“
KI als handfestes Werkzeug
„KI als abstrakter Begriff soll ein handfestes Werkzeug werden. Es sind Prototypen entwickelt worden, die keine Spielerei sind“, betonte Mickel Biere, Kreishandwerksmeister der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe. Handwerker sollen die Angst vor KI überwinden und selbst testen, welchen Mehrwert KI biete. Laut Oliver Krämer vom Landesverband der Kreishandwerkerschaften NRW habe das Handwerk KI nicht verschlafen, vielmehr bestehe Nachholbedarf.
Auch die im Projekt KIDiHa zusammen mit Handwerksbetrieben entwickelten Prototypen sowie die Ausstellung „Zukunft. Handwerk. NRW.“ sind im Showroom zu sehen. „Unser Projekt hat inzwischen handfeste Ergebnisse hervorgebracht“, berichtet KIDiHa-Projektleiter Prof. Dr. Klaus Schafmeister von der FHM. „Mit dem Showroom schaffen wir jetzt den Transfer in die breite Praxis zu den Handwerksbetrieben in OWL und ganz NRW.“ Gemeinsam mit Nissrin Heymann (Technologietransfer am Fraunhofer-Institut) und Yannic Stangier (Abteilungsleiter Innovation und Technologietransfer bei der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe) stellte er das Konzept des Showrooms bei der Eröffnungsveranstaltung vor.
Markierroboter fährt über den Boden
Der Markierroboter „HP SitePrint“ zeichnet Baustellen ein
Foto: Michaela Podschun
Angebotserstellung, Baustellendokumentation, KI-Assistenz fürs Telefonieren, Chatbots, digitales Aufmaß, Recruiting, Baustellenmarkierung, digitale Laufkarten: Im Showroom werden verschiedene KI-Möglichkeiten erlebbar gemacht. Der Markierroboter „HP SitePrint“ fährt über den Boden und setzt digitale Layoutpläne schnell und präzise direkt auf der Baustelle um. „Der Roboter hilft in vielen Gewerken, beispielsweise Trockenbauern, Regalbauern, im Hoch-und Tiefbau“, sagte Igor Bruss, Geschäftsführer der Allsat GmbH.
Auf Interesse stieß auch „Hallo Petra“, die KI-gesteuerte Telefonassistenz. Sie nimmt Anrufe entgegen, analysiert Anliegen (dringende Notfälle oder normale Aufträge) und vermittelt die richtigen Ansprechpersonen im Betrieb. Tischler Lukas Fuchs (Kramp & Kramp) stellte die digitale Laufkarte vor. „Bei uns durchlaufen die zu restaurierenden Fenster auf dem Werkstattwagen verschiedene Stationen. An jedem Wagen gibt es ein Ampelsystem, das den Bearbeitungs-Status anzeigt.“ Auf einem Display gibt es weitere Infos zum Auftrag.
Termine zum Besuch des Showrooms können unter vereinbart werden, weitere Infos gibt es unter www.ki-di-ha.de/showroom/. Der Showroom soll zu den Kreishandwerkerschaften kommen, als nächste Station in Bonn-Rhein-Sieg geplant.
Autorin
Michaela Podschun ist Redakteurin der Zeitschriften bauhandwerk und dach+holzbau.
In diesen Beitrag ist Pressematerial der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe eingeflossen.
