Fabrikhalle in München wird zur multifunktionalen Bürolandschaft

Nördlich von München entstand auf dem einstigen Firmensitz des Kosmetikunter-nehmens Avon durch Umnutzung der Hallenflächen und Nachverdichtung der Nova Neufahrn Gewerbepark. Dieser bietet mittelständischen Unternehmen moderne, flexibel nutzbare Flächen. Ein Kernelement des von Bottler Lutz Architekten entworfenen Revitalisierungskonzepts war es, den Industriecharme durch die Einbettung bestehender Bausubstanz zu erhalten und dabei den künftigen Nutzern einen hohen Baustandard zu bieten.

Mit Ganzglaswänden von Strähle entstand in der ehemaligen Fertigungshalle eine moderne, vielseitig nutzbare Bürolandschaft Mit Ganzglaswänden von Strähle entstand in der ehemaligen Fertigungshalle eine moderne, vielseitig nutzbare Bürolandschaft
Foto: Strähle / Michael Heinrich

Mit Ganzglaswänden von Strähle entstand in der ehemaligen Fertigungshalle eine moderne, vielseitig nutzbare Bürolandschaft
Foto: Strähle / Michael Heinrich

Ein Beispiel für die gelungene Umnutzung ist die ehemalige Fertigungshalle 3, die wie die übrigen Bestandsgebäude in den 1960er Jahren auf dem früheren Avon-Areal errichtet wurde. Jedes Gebäude bedurfte eines individuellen Lösungsansatzes, um es nachhaltig in die Zukunft zu führen. Das galt insbesondere auch für den Innenausbau der zweigeschossigen Fertigungs-halle. Im 2700 Quadratmeter großen und 10 m hohen Obergeschoss sollte eine moderne, multifunktionale Bürolandschaft entstehen. Die Federführung als Generalunternehmer für Innenausbau übernahm apoprojekt. Als Partner holte man sich Strähle Raum-Systeme mit ins Boot.

Wichtige Eckpunkte für die Planung bildeten die Forderungen nach inspirierenden Raumstrukturen, Kosteneffizienz und Schallschutz sowie ein straffer Zeitplan. Um diese Vorgaben zu erfüllen, entwickelten apoprojekt und Strähle speziell auf dieses Objekt zugeschnittene Büroinseln in Form von Raum-in-Raum-Systemen mit einer Grundfläche von 5 x 5 m und einer Höhe von 3 m. Insgesamt wurden drei über das Geschoss verteilte Büroinseln installiert. Jede bietet sechs in Stahlkonstruktion gefertigte Büro- respektive Konferenzräume, die um einen innenliegenden Lichthof angeordnet sind. Die Elektrifizierung der Büroinseln erfolgte über eigens dafür installierte Hohlraumböden.

Für die Abtrennung von Büros und Konferenzräumen wurden Glastrennwände aus dem „System 2000“ eingesetzt. Sie verbinden exzellente Schalldämmung mit hoher Transparenz und sorgen so für ein lichtdurchflutetes Ambiente. Insgesamt wurden 274 laufende Meter Glaswand verbaut. Bei den Türen fiel die Wahl auf die hochschallgedämmten 100-mm-Alurahmenglastüren „AR 100“, die mit seitlichen E-Paneelen kombiniert sind.

Die aus 160 mm dickem Schichtholz aufgebauten Decken der Büroinseln sind begehbar und die dort eingerichteten Loungebereiche über breite Treppen erreichbar. Weitere Büroräume und Phoneboxen entstanden entlang einer Fassadenseite. Die begrenzenden Flurwände sind ebenfalls im „Glaswandsystem 2000“ mit Glastüren vom Typ „AR 100“ ausgeführt. Schwarz eloxierte Profile korrespondieren farblich mit der offenen Hallenkonstruktion und unterstreichen den durchgängigen, auf zeitlose Ästhetik ausgerichteten Ansatz für die Neugestaltung. Den Nutzern bietet der Mix an Büroformen vielfältige, flexible Zonen für Fokusarbeit, Kollaboration und Entspannung in einer lichtdurchfluteten Atmosphäre mit Industrieflair.

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