Querschnittsabdichtung richtig ausführen

DIN 18533 in der Praxis: Querschnittsabdichtung fachgerecht ausführen

Kapillar aufsteigende Feuchtigkeit lässt sich nur mit einer fachgerecht ausgeführten Querschnittsabdichtung dauerhaft verhindern. Doch welche Mauersperrbahn ist zulässig, wann ist MSB-Q erforderlich? Wir geben eine praxisnahe Orientierung zur normgerechten Auswahl und Ausführung nach DIN 18 533.

Die in DIN 18 533 definierte Wassereinwirkungsklasse W4-E beschreibt neben den Anforderungen an den Feuchteschutz des Wandsockels zusätzlich Maßnahmen zur Vermeidung von Feuchteeinwirkungen durch Kapillarwasser in und unter Wänden. Die Sockelabdichtung haben wir bereits in bauhandwerk 1-2.2026 beschrieben, so dass wir uns nun auf die korrekte Auswahl und Ausführung der Querschnittsabdichtung in und unter Wänden konzentrieren. Bei der Abdichtung gegen Kapillarwasser in und unter Wänden handelt es sich um die klassische Querschnittsabdichtung, die zumeist mit Mauersperrbahnen ausgeführt wird.

Anwendungstypen MSB-Q und MSB-nQ

Die DIN 18 533-2 unterscheidet dabei unterschiedliche Anwendungstypen: Mauersperrbahnen des Anwendungstyps MSB-Q (Querschnittsabdichtung mit Querkraftübertragung in der Abdichtungsebene) und MSB-nQ (Querschnittsabdichtung ohne Querkraftübertragung in der Abdichtungsebene)

Anwendungstyp MSB-Q: Außenwände sind seitlich druckbelastet. Bei unterkellerten Gebäuden drückt das Erdreich gegen die Kelleraußenwände während die Außenwände oberhalb des Geländes Einwirkungen aus Winddruck und Windsog ausgesetzt sind. Die daraus resultierenden Scherkräfte dürfen nicht dazu führen, dass sich die Wände verschieben können. Daher sind geeignete Querschnittsabdichtungen zu verwenden, also solche, die über einen ausreichend hohen Scherwiderstand verfügen. Bitumenbahnen des Anwendungstyps MSB-Q sind in DIN 18 533-2, Tabelle 15, Kunststoff- und Elastomerbahnen im selben Normenteil in Tabelle 23 aufgeführt.

Anwendungstyp MSB-nQ: Für die Vormauerschale im zweischaligen Mauerwerk sowie bei Innenwänden besteht in der Regel keine Gefahr, dass sie verschoben werden könnten. Die Vormauerschale ist über Mauerwerksanker fest mit der tragenden Wand verbunden, so dass sie sich aufgrund von Windeinwirkungen nicht verschieben kann. Auf  Innenwände wirken normalerweise keine seitlichen Kräfte ein. Hier können daher auch Mauersperrbahnen des Anwendungstyps MSB-nQ verwendet werden. Sie sind in DIN 18 533-2, Tabelle 16 (Bitumenbahnen) beziehungsweise Tabelle 24 (Kunststoff- und Elastomerbahnen) geregelt.

In Tabelle 16 werden auch KSK-Bahnen aufgeführt. Diese können somit unter Innenwänden wie auch als L-Sperre im zweischaligen Mauerwerk verwendet werden. Dies ist ein Vorteil gegenüber PMBC, da diese für die Verwendung als Querschnittsabdichtung aufgrund ihrer Druckempfindlichkeit ungeeignet sind. Mit KSK-Bahnen hingegen ist es zum Beispiel möglich, die Abdichtung der Kellerwand unter der Vormauerschale hindurch bis zur Oberkante des Spritzwasserbereichs zu führen. Ein Materialwechsel ist dann nicht erforderlich.

Was ist bei der Auswahl der geeigneten
Mauersperre zu beachten?

Neben den Anwendungstypen MSB-Q beziehungsweise MSB-nQ gilt es, weitere Anforderungen zu berücksichtigen. So sollten die verwendeten Querschnittsabdichtungen bitumenverträglich beziehungsweise -beständig sein. Dies ermöglicht eine größere Materialauswahl, wenn es an die Abdichtung der Kelleraußenwand, des Wandsockels beziehungsweise der Bodenplatte geht. Ist die Mauerwerkssperre einmal eingebaut, wäre ein Austausch nur noch mit unverhältnismäßig hohem Aufwand möglich. Schließlich lastet das gesamte Bauwerk darauf.

Als Referenzmauerwerkssperre wird stets eine Bitumenbahn R500 genannt, die auch bei Prüfungen zur Scherfestigkeit im Mauerwerk herangezogen wird. Für die Einstufung nach Anwendungstyp MSB-Q müssen Mauersperrbahnen mindestens gleiche Scherfestigkeit im Mauerwerk erreichen wie eine Bitumenbahn R500. Es besteht aber auch die Möglichkeit, eine Querschnittsabdichtung mit mineralischen Dichtschlämmen oder geeigneten hochpolymeren Dichtungsbahnen auszuführen. Dabei werden Mauersperrbahnen immer in einem Bett aus frischem Mauermörtel verlegt, um einen möglichst schubfesten Verbund zwischen Wand und Bodenplatte zu schaffen.

Egal, welche Variante einer Querschnittsabdichtung verwendet wird, es ist wichtig, dass die Abdichtung ausreichend weit unter dem Wandbauteil herausgeführt wird, um angrenzende Abdichtungen – die Abdichtung der Bodenplatte sowie die Abdichtung der Kelleraußenwand beziehungsweise des Wandsockels – fachgerecht und funktionssicher anschließen zu können.

Mit Bahnüberstand Feuchtebrücken vermeiden

Dieser Bahnüberstand ist auch wichtig, um Feuchtebrücken zu vermeiden. Feuchtebrücken können entstehen, wenn eine Mörtelkehle am Wandfuß vorgesehen wird, die Querschnittsabdichtung  jedoch nicht aus dem Wandbauteil herausragt.

Deshalb sollte die Mörtelkehle möglichst schlank ausgeführt und auf der überstehenden Mauersperrbahn platziert werden, so dass die Mauersperrbahn darunter noch ein paar Zentimeter übersteht. Anschließend kann der gesamte Wandsockel beziehungsweise die Kellerwand grundiert werden, inklusive der Hohlkehle und der darunter hervortretenden Querschnittsabdichtung. Nach dem vollständigen Abtrocknen der Grundierung folgt dann die Sockel- oder Wandabdichtung, zum Beispiel mit KSK-Bahnen wie „Delta-Thene“ von Dörken.

Fazit

Eine sorgfältige Detailplanung, die Materialauswahl und eine fachgerechte Ausführung der Querschnittsabdichtung sind für die dauerhafte Funktionsfähigkeit des Wandbauteils essentiell, denn sie hat einen direkten Einfluss auf den Feuchteschutz sowie die Standsicherheit der Konstruktion.

Autor

Arne Witzke ist Dachdeckermeister und Anwendungstechniker bei der Firma Dörken in Herdecke.

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