Was Handwerkerinnen und Handwerker verdienen

Was verdienen Handwerkerinnen und Handwerker? Wie lukrativ ist das Arbeiten in den Gewerken?  Der BauGPT-Gehaltsreport Bauindustrie 2026 bietet einen Überblick über den Status quo der Gehaltsstrukturen in der Bauindustrie – von Gehaltsdaten einzelner Berufsgruppen bis hin zur Gehaltszufriedenheit.

Ziel ist es, Arbeitgebern eine fundierte Grundlage für faire Gehaltsstrukturen zu geben und Fachkräfte dabei zu unterstützen, ihre Karriereentscheidungen selbstbewusst zu treffen.

Laut Report sei 2026 ein besonderes Jahr: Erstmals gelten in Ost und West identische Tariflöhne – ein historischer Meilenstein. 100.000 Stellen bleiben jedoch weiterhin unbesetzt. „Wer den Job wechseln möchte, für den spielt das Gehalt eine große Rolle“, sagt BauGPT-Gründer Patrick Christ. Der Report soll für Transparenz sorgen, damit alle auf Augenhöhe sprechen.

Der Report lichtet die Baubranche im Detail ab. Die wichtigen Erkenntnisse sind:

Der BauGPT-Gehaltsreport zeigt die Gehaltsstrukturen in der Bauindustrie 2026
Foto: Adrian Sulyok / Pexels

Der BauGPT-Gehaltsreport zeigt die Gehaltsstrukturen in der Bauindustrie 2026
Foto: Adrian Sulyok / Pexels
1. Es gibt eine große Gehaltsspanne. Die Jahresgehälter in der Baubranche liegen 2026 je nach Tätigkeit und Verantwortung zwischen rund 26.000 und 85.000 Euro. Die niedrigsten Gehälter finden sich bei einfachen Tätigkeiten wie Bauhelfern oder in Lager/Logistik. Die höchsten Gehälter werden in Bauleitung, Planung und Projektverantwortung erreicht. Mit durchschnittlich rund 52.200 Euro jährlich gehören Bauleiter und planende Berufe zu den bestbezahlten Tätigkeiten der Branche.

2. Klassische Bauhandwerke wie Maurer (Platz 5 im Ranking) oder Zimmerer (Platz 7) erreichen 37.000 bis 38.000 Euro pro Jahr. Deutliche Unterschiede gibt es zwischen den Berufsgruppen im Garten- und Landschaftsbau sowie in Logistik und Hilfsarbeiten. Hier liegen mit etwa 33.500 Euro die Gehälter am unteren Ende der Gehaltsskala.

3. Mit steigender Qualifikation – etwa Meister, Techniker oder Bauingenieur – und mit Führungsverantwortung steigen die Gehälter deutlich an:

•            Helfer und ungelernte Kräfte: niedrigste Gehälter

•            Facharbeiter: mittlere Gehälter

•            Meister, Techniker und Bauleiter: deutlich höhere Gehälter

•            Führungsverantwortung erhöht das Einkommen zusätzlich.

 

4. Ost- und Westdeutschland haben erstmals gleiche Tariflöhne im Bauhauptgewerbe. Regionale Unterschiede bestehen dennoch weiterhin durch Lebenshaltungskosten und Nachfrage.

5. Neben dem Gehalt gewinnen Benefits zunehmend an Bedeutung, etwa Firmenwagen, Bonuszahlungen, flexible Arbeitszeiten und Weiterbildungsangebote. „Betriebe werden schon sehr kreativ. Ich kenne Firmenchefs, die auch eine Kreuzfahrt bezahlen“, sagt Patrik Christ. Oder eine Tiefbaufirma, die einen großen Fuhrpark hat, bietet Beteiligungen an. Gerade, wenn das Gehalt nicht weiter angehoben werden kann, seien Benefits ein Ausdruck der Wertschätzung.

Bei den Benefits spielt mit 95 Prozent das Urlaubsgeld die größte Rolle bei den Beschäftigten, gefolgt von der betrieblichen Altersvorsorge und Schlechtwettergeld. 72 Prozent der befragten Handwerker wünschen sich flexiblere Arbeitszeiten. Mit 7,4 Prozent hat das Baugewerbe die höchste Krankenstandsquote aller Branchen (BKK 2024). Gesundheitsförderung (nur 30 Prozent) Verbreitung) sei laut Report ein unterschätzter Wettbewerbsvorteil. 

Druck auf Gehaltsentwicklung

Laut BauGPT-Gründer Patrick Christ spielt das Gehalt beim Jobwechsel eine wichtige Rolle
Foto: BauGPT

Laut BauGPT-Gründer Patrick Christ spielt das Gehalt beim Jobwechsel eine wichtige Rolle
Foto: BauGPT
Rund 100.000 unbesetzte Stellen verschärfen den Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte im Handwerk und erhöhen langfristig den Druck auf die Gehaltsentwicklung. „Generell ist Luft nach oben!“ meint Patrik Christ. In den nächsten werde sich da noch was tun. Denn die Energiewende und die Digitalisierung seien Gehaltstreiber. Mit nur 36 Prozent Gehaltszufriedenheit drückt sich auch ein Nachbesserungs-Bedarf bei den Arbeitnehmern aus.

Der Gehaltsreport gibt auch Tipps für Arbeitsgeber und Arbeitnehmer. Beispielsweise sollte in Ausbildung investiert werden und auch die Tarifbindung hochgehalten werden. Arbeitnehmer sollten auch regionale Alternativen prüfen und neben dem Gehalt auch Benefit verhandeln.

Der Report kann hier heruntergeladen werden unter.

Quellen des Reports: StepStone Gehaltsreport 2026, Gehaltsvergleich.com, Tarifvertrag Bauhauptgewerbe 2024–2027 (IG BAU / ZDB / HDB), Bundesagentur für Arbeit – Entgeltatlas, Hauptverband der Deutschen Bauindustrie, Crafthunt Benchmark Report 2025

Autorin

Michaela Podschun ist Redakteurin der Zeitschriften bauhandwerk und dach+holzbau.

 

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