WDVS gestalten, Teil 9: Kalksteinoptik

Im neunten Teil unserer Serie zur Gestaltung von WDVS-Fassaden stellen wir die Technik Jura von Brillux vor. Sie bringt die Ästhetik von Kalkstein an die gedämmte Fassade. Jura zeichnet sich durch eine wellenförmige, unregelmäßige Struktur auf dem typisch beigen Untergrund aus.

Fassadengestaltung, die über den einfachen Putzanstrich hinausgeht: Mit der Gestaltungstechnik Jura erweitern Handwerksbetriebe ihr Portfolio in mineralisch armierten Wärmedämm-Verbundsystemen. Die wellenförmige Optik entfaltet ihre Wirkung besonders in geschlossenen Teilbereichen der Gebäudehülle: Rillenförmige Strukturen in Kombination mit authentischen Farbtönen erzeugen eine markante Tiefenwirkung, während das mineralisch-matte Finish die steinerne Anmutung zusätzlich betont. Die Technik bietet Fachleuten aus Handwerk und Planung die Möglichkeit, Naturelemente in Architektur zu übersetzen – ganz ohne schwere Steine.

Einfach und wirkungsvoll: Der Weg zur Jura-Optik

Für die Langlebigkeit der Gestaltung kommen „Mineral-Leichtputz G 3679“, „Fondosil 1903“, „Extrasil 1911“ sowie „Creativ Versico 82“ zum Einsatz. Auf diese Weise lassen sich in wenigen Schritten Fassaden mit der natürlichen Eleganz des Jura-Gesteins realisieren.

Schritt 1 – Grundspachtelung: Zuerst bereiten die Handwerkerinnen und Handwerker den Untergrund vor. Sie tragen den „Mineral-Leichtputz G“ mit einem Edelstahlglätter auf, durchkämmen den Putz mit einer Zahnkelle und glätten ihn sorgfältig. Dieser Schritt schafft die geeignete Basis für die folgenden Schritte.

Schritt 2 – Strukturspachtelung und Modellieren: Nach der Trocknung folgt der entscheidende Schritt zur Nachbildung des Juragesteins. Die Handwerkerinnen und Handwerker tragen eine zweite Schicht „Mineral-Leichtputz G“ mit einer Kelle auf und glätten sie. Auf die nasse Putzschicht legen sie eine zugeschnittene Folie, die fest angedrückt wird. Mit einer Bürste modellieren sie wellenförmige Bewegungen und bilden so die typische Rillenstruktur aus – so entsteht Dreidimensionalität und eine individuelle Handschrift. Damit kein Ansatz oder wiederkehrendes Muster im Gesamtbild erkennbar wird, kann die Oberfläche vorab in unterschiedlich große Teilflächen gegliedert werden.

Schritt 3 – Grundierung: Nach Entfernung der Folie kann die Grundierung der getrockneten Oberfläche mit „Fondosil“ (1:1 mit Wasser verdünnt) erfolgen. Das Konzentrat auf Sol-Silikatbasis reguliert die Saugfähigkeit der rauen Oberfläche und ermöglicht eine gleichmäßige Farbaufnahme.

Schritt 4 – Deckender Farbanstrich: Durch den ein- bis zweimaligen Anstrich mit der Silikat-Fassadenfarbe „Extrasil 1911“ erhält die Fassade ihren deckenden Grundton in Anlehnung an das helle Jura-Gestein. Der Anstrich erfolgt mit gleichmäßigem Auftrag, vorzugsweise mit der „Polyamid-Farbwalze 1314“.

Schritt 5 – Veredelung: Nach ausreichender Trocknung bildet der Lasurauftrag mit „Creativ Versico“ den Abschluss. Um die Tiefenwirkung zu verstärken, verteilen Handwerkerinnen und Handwerker die Lasur individuell mit einer Walze oder Streichbürste. Je nach optischer Anforderung können sie die Struktur durch Abrakeln besonders hervorheben. Dafür ziehen sie die noch nasse Lasur nach kurzer Ablüftzeit mit der Kante des „Gummi-Reibebretts 3766“ in wechselndem Rhythmus ab.

Fazit

Mit diesem durchdachten Produktaufbau von Brillux entsteht Schritt für Schritt eine Fassade, die Ästhetik und Langlebigkeit vereint. Um insbesondere das Risiko des Algen- und Pilzbefalls zu reduzieren, wählen Handwerkerinnen und Handwerker „Extrasil“ und „Creativ Versico“ in Protect-Qualität.

In Teil 10 unserer Serie beschäftigen wir uns in bauhandwerk 4.2026 mit der Technik Bedrock, mit der die Ästhetik von dunklem Stein an die Fassade kommt.

Autor

Dirk Pöhlker ist Produktmanager WDVS bei Brillux in Münster.

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