Weiße Innenfarben auf Silikatbasis für den Sakralraum einer Kirchenerweiterung in Plaus

Decken und Wände des neuen Sakralraums der in Plaus neu erbauten Monikakirche wurden mit dem Brillux Silikat-System beschichtet. Das System erfüllt sowohl die hohen technischen und akustischen Anforderungen als auch den Wunsch nach einer hochwertigen Optik.

Mit ihrem romanischen Glockenturm und dem gotischen Kirchenschiff prägt die Pfarrkirche St. Ulrich im italienischen Plaus das Dorfbild entscheidend mit. Allerdings bot die aus dem 15. Jahrhundert stammende Kirche der Gemeinde, die sich in den vergangenen dreißig Jahren mehr als verdoppelt hatte, nicht mehr genug Platz. Nach langen Überlegungen über einen Neubau stellte dann ein Wettbewerb die Weichen für eine Erweiterung der Ulrichskirche: Der Entwurf besticht dadurch, dass die alte Ulrichskirche und die neu gebaute Monikakirche mitsamt dem erweiterten Friedhof ein einheitliches Ensemble bilden.  

Entwurf und Architektur der neuen Kirche 

Das Denkmalamt hatte vorgegeben, dass das neue Kirchendach die Traufhöhe der alten Ulrichskirche nicht überschreiten sollte, um die dorfbildprägende Dominanz der alten Kirche zu erhalten. Der Architekt entwarf daher einen Erweiterungsbau, dessen flache Dachform zu einem unauffälligen Erscheinungsbild beiträgt. Weiterhin trennte er den Neubau durch einen verglasten Verbindungsbau optisch vom historischen Bestand ab. Der geometrisch einfache Grundriss des neuen Sakralraumes bietet nun 150 Sitzplätze – 90 mehr als im ursprünglichen Bau. Altar und Chorraum sind um zwei Stufen erhöht, das Altarbild ist mit Tageslicht hinterleuchtet.

Der Innenraum ist zurückhaltend, aber hochwertig gestaltet. Ein marmorierter grau-brauner Naturstein ziert den Boden. Altar und Kanzel wurden aus weißem Marmor beziehungsweise Marmor und Holz gefertigt. Das Holz der Bänke und Türen setzt warme Farbakzente und harmoniert mit dem rötlichen Braunton des Natursteinbodens.

Blick gen Himmel 

Das Tageslicht gelangt über obenliegende Lichtbänder in den Sakralraum und vermittelt  den Eindruck, als schwebe die Decke Das Tageslicht gelangt über obenliegende Lichtbänder in den Sakralraum und vermittelt
den Eindruck, als schwebe die Decke
Foto: Sven Rahm / Brillux

Das Tageslicht gelangt über obenliegende Lichtbänder in den Sakralraum und vermittelt
den Eindruck, als schwebe die Decke
Foto: Sven Rahm / Brillux
Darüber hinaus verleiht die Lichtführung dem Raum eine besondere Stimmung: Über obenliegende Lichtbänder gelangt stets Tageslicht in den Sakralraum. Zudem integrierten die Architekten auf Anregung des Künstlers Franz Messner oberhalb des Altars eine Lichtkuppel in das Flachdach. Um die Symbolkraft dieses Blickes gen Himmel zu verstärken, erhielt die Kuppel eine goldene Umrandung. Zusammen mit den Lichtbändern entsteht der Eindruck, als schwebe die Decke. Das von der Plausener Künstlerin Evelyn Kuppelwieser gestaltete Glaskreuz an der Altarwand stellt mit seinem Farbverlauf von Goldgelb über Orange und Rot bis hin zu Blau zudem eine Verbindung zur Lichtkuppel her. Mit dimmbaren LED-Leuchten können die Wände zudem gezielt angestrahlt werden. Zusätzlich installierte Deckenleuchten verleihen dem Raum ebenfalls eine feierliche Note. 

Akustisch wirksame Wände und Decken  

Bei der Innenraumgestaltung lag der Fokus auf der Akustik, damit von allen Plätzen aus jedes Wort, das von der Kanzel gesprochen wird, gut zu verstehen ist. Die konzipierten Akustikwände und -decken stellten hohe technische Anforderungen an die Beschichtung. Zudem sollten diese gleichzeitig ein hochwertiges, stumpfmattes Erscheinungsbild haben.

Mit der Deckenbeschichtung wurde der Malerbetrieb Erwin Gögele aus Rabland beauftragt. Für den Wandflächenanstrich war die Firma Bonedil S.R.L. aus Dorf Tirol verantwortlich. „Eine Kirche macht man nicht alle Tage,“ so Geschäftsführer Vincenzo Bonofiglio von Bonedil. „Das war auf jeden Fall ein ganz besonderes Projekt mit speziellen Anforderungen – angefangen bei den technischen Kriterien bis hin zur Raumhöhe.“ Um herauszufinden, welcher Beschichtungsaufbau am besten geeignet ist, wurden in enger Zusammenarbeit mit Brillux zunächst Musterplatten angefertigt, die zur Prüfung an einen auf Akustik spezialisierten Ingenieur in der Schweiz gingen. Die Feststellung des Ingenieurs: Das Brillux Silikat-System erfüllte alle Anforderungen.  

Beschichtungsaufbau im Silikat-System 

Die Brillux Silikat-Produkte sind nicht nur emissionsarm, lösemittel- und weichmacherfrei, sondern zusätzlich frei von Konservierungsmitteln. Sie basieren auf dem mineralischen Bindemittel Kaliwasserglas und beugen mit ihrer hohen Alkalität Schimmelpilzbefall vor. Bei der Kirche in Plaus wünschte sich die Bauleitung den Einsatz von „Eurosil 1907“ darüber hinaus auch wegen ihrer hohen Diffusionsfähigkeit.

Der Sakralraum der in Plaus neu erbauten Moni-kakirche wurde mit natürlichen Materialien wie Natursteinboden, Marmor und Holz zurückhal-tend gestaltet Der Sakralraum der in Plaus neu erbauten Monikakirche wurde mit natürlichen Materialien wie Natursteinboden, Marmor und Holz zurückhaltend gestaltet
Foto: Sven Rahm / Brillux

Der Sakralraum der in Plaus neu erbauten Monikakirche wurde mit natürlichen Materialien wie Natursteinboden, Marmor und Holz zurückhaltend gestaltet
Foto: Sven Rahm / Brillux
Die Akustikdecken und -wände erhielten im ersten Schritt eine Sol-Silikat-Grundierung mit dem tiefeindringenden „Fondosil 1903“. Als strukturgebende Zwischenbeschichtung kam der Silikat-Streichfüller „ELF 3639“ zum Einsatz. Die Schlussbeschichtung erfolgte in zwei Arbeitsgängen mit „Eurosil 1907“. Während „Profisil 1906“ den Standardfarbton Weiß hat, handelt es sich bei „Eurosil 1907“ um eine altweiße Silikat-Innenfarbe. Diesen Farbton wählte die Bauleitung, um stumpfmatte Oberflächen mit einer hochwertigen Optik zu erzielen. „Wir konnten die großen Herausforderungen dieses Projekts mit dem Silikat-System von Brillux sehr gut lösen. Bei der Ausführung kam uns zugute, dass sich die Materialien leicht verarbeiten ließen“, so das Resümee von Verarbeiter Erwin Gögele, der große Flächen bei diesem Projekt beschichtete.

 

Autor

Fabian Störkmann ist Produktmanager Dispersionen bei der Firma Brillux in Münster.

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