Abdichtungsnorm um Bauart der FPD erweitert

Die DIN 18533, die die Abdichtung erdberührter Bauteile regelt, hat eine signifikante Erweiterung erfahren und schließt nun auch „FPD – flexible polymermodifizierte Dickbeschichtungen“ ein. Damit reagiert der Normungsausschuss auf die sich ändernden Anforderungen und Praktiken in der Baubranche.

Mit der Erweiterung der DIN 18533 um flexible polymermodifizierte Dickbeschichtungen (FPD) trägt der Normungsausschuss der Baustellenpraxis Rechnung
Foto: Saint-Gobain Weber

Mit der Erweiterung der DIN 18533 um flexible polymermodifizierte Dickbeschichtungen (FPD) trägt der Normungsausschuss der Baustellenpraxis Rechnung
Foto: Saint-Gobain Weber
Zu den wesentlichen Änderungen in der DIN 18533 gehört die Erweiterung der Teile 1 und 3 der Norm um die Abdichtungsbauart der flexiblen polymermodifizierten Dickbeschichtungen (kurz FPD). Neben Abdichtungen auf Bitumenbasis und bahnenförmigen Abdichtungen ist damit nun auch diese Produktgattung normativ geregelt. Die Anforderungen an FPD richten sich wie bei den anderen Abdichtungsarten auch nach den jeweiligen Wasserbeanspruchungsklassen W1-E bis W4-E.

Zweikomponentige, polymermodifzierte Dickbeschichtungen dürfen zukünftig ohne Sondervereinbarung auch bei drückendem Wasser zur Bauwerksabdichtung eingesetzt werden. Einkomponentige FPD sind gemäß Norm nur bei Bodenfeuchte und nicht drückendem Wasser geregelt. Der Einbau einer Verstärkungseinlage bei Druckwasser, wie er von Saint-Gobain Weber bereits in der Vergangenheit empfohlen wurde, wird mit der Änderung der Norm auch für FPD verpflichtend. Zudem wurden die Riss- und Rissüberbrückungsklassen zusammengeführt.

Erleichterungen für die Abdichtungspraxis

In Bezug auf die neuen genormten Rahmenbedingungen äußert sich David Böcker, Leiter Produktmarketing bei Saint-Gobain Weber, positiv: „Wir begrüßen die Überarbeitung der Norm als wichtigen Schritt für die Praxis. Sie bietet Rechtssicherheit für das Fachhandwerk und wird auch von den Verbänden befürwortet.“ Für Planende und Bauträger entfällt mit der Erweiterung der Norm beim Einsatz von FPD die Hinweispflicht auf nicht normgerechte Abdichtungsweisen.

Vorteile speziell in der Sanierung

In der Verarbeitungspraxis bieten FPD zusätzlich zahlreiche Vorteile. Sie sind effizient in der Anwendung, schnellabbindend sowie überstreich- beziehungsweise überputzbar, was im Sockelbereich einen Materialwechsel überflüssig macht. Außerdem sind Produkte wie die bitumenfreie Dickbeschichtung „weber.tec Superflex D 24“ oder „weber BaseGuard“ ideal für den Abdichtungsanschluss an bodentiefe Fenster.

„Besonders hervorzuheben ist die Rolle von FPD in der Sanierung von Gebäuden“, sagt David Böcker. „Aufgrund ihrer Flexibilität und Anpassungsfähigkeit an objektspezifische Gegebenheiten haben sie sich als besonders wertvoll erwiesen, wenn es um Sonderlösungen geht.“ Zudem können FPD aufgrund ihrer universellen Eigenschaften auch zur effizienten Kellerinnenabdichtung eingesetzt werden.

Parallel zur Anpassung der FPD-Richtlinie wurde bereits das WTA-Merkblatt 4-6, das das nachträgliche Abdichten erdberührter Bauteile behandelt, überarbeitet, um die Neuerungen der Norm widerzuspiegeln.



Praxisorientiertes Online-Seminar

Welche Auswirkungen die überarbeitete Norm auf den Baustellenalltag hat, erläutern Andy Boedecker und Stefan Kölling aus der Weber-Anwendungstechnik am Dienstag, den 30. Juni von 15:00 bis 16:00 Uhr in einem Online-Seminar. Hier geht es zur Buchung des Seminars "DIN 18533: Neue Regeln für die Bauwerksabdichtung". Die Teilnahme am Seminar ist kostenfrei.

Thematisch passende Artikel:

Ausgabe 6/2024

DIN 18533 schließt jetzt auch flexible polymermodifizierte Dickbeschichtungen (FPD) ein

Flexible polymermodifizierte Dickbeschichtungen, kurz FPD, haben sich in der Praxis bewährt. Bisher jedoch mussten Handwerksbetriebe diese Abdichtungsbauart als von der Norm abweichende Ausführung...

mehr
Ausgabe 10/2018

Ausführung erdberührter Bauwerksabdichtung entsprechend DIN 18533

Neustrukturierung der Abdichtungsnormen: Die Unterscheidung erfolgt nach dem jeweiligen Bauteil

Die bisherige DIN 18195 bleibt als Begriffsnorm bestehen, verweist aber bei ausführungstechnischen Fragestellungen direkt zu der jeweiligen Norm für das abzudichtende Bauteil. Die DIN 18533 befasst...

mehr
Ausgabe 6/2025

Abdichtung erdberührter Bauteile mit flexiblen polymermodifizierten Dickbeschichtungen (FPD)

Die Abdichtung erdberührter Bauteile mit flüssig zu verarbeitenden Abdichtungsstoffen ist seit Jahrzehnten Stand der Technik und demzufolge auch Bestandteil der Norm. In der Neufassung der DIN...

mehr
Ausgabe 11/2020

Nachträglich erdberührte Bauwerksabdichtung – Ausführung nach der neuen FPD-Richtlinie

Vor dem Aufbringen einer Abdichtung aus FPD m?ssen zun?chst lose Schichten entfernt werden

Hinsichtlich der Verwendung und der Verarbeitung der Produkte orientiert sich die Richtlinie an dem seit Juli 2017 neu konzipierten Regelwerk zur Bauwerksabdichtung, insbesondere an die DIN 18?195 -...

mehr
Ausgabe 06/2019

Radondichte Bauwerksabdichtung

Mit weber.tec Superflex D 24 dichten Planer und Bauherren Bauwerke nicht nur zuverl?ssig und schnell gegen Feuchtigkeit ab, sondern auch gegen Radongas. Die Reaktivabdichtung eignet sich damit als bauliche Ma?nahme zur Einhaltung der neuen Radongrenzwerte

Eine Abdichtung der erdberührten Bauteile mit der bitumenfreien Dickbeschichtung „weber.tec Superflex D 24“ schützt nicht nur gegen Feuchtigkeit, sondern verhindert auch das Eindringen von...

mehr