Schallschutz, Holzbau und ein Fachwerkhaus mit Hebebühne - Fermacell Holzbautage 2016

90 Ingenieure, Zimmerleute und Architekten besuchten die Fermacell Holzbautage im November. In den Vorträgen ging es nicht nur um die DIN 4109 zum Schallschutz. Sondern auch um ungewöhnliche Holzbauten. Etwa ein Fachwerkhaus mit Auto-Hebebühne.

„Handwerker aller Gewerke haben zusammen gearbeitet, um das „K72“ in Dettingen an der Erms zu bauen. Keiner hat die Verantwortung auf den anderen abgeschoben“, sagt Peter Vaßen in seinem Vortrag bei den Fermacell Holzbautagen. Vaßen stellt das dreistöckige Holzhaus „K72“ vor, das ohne Betonkern auskommt. „Die Handwerker kamen fast alle aus unmittelbarer Nähe der Baustelle“, erzählt Vaßen, „nur die Fensterbauer kamen aus 150 km Entfernung.“ Regional und ökologisch, so ist das Konzept des Hauses. Es bezieht Strom über Photovoltaik, den Rest über Ökostrom. Ein zeitgemäßer Holzbau. Aber nur der am wenigsten spektakuläre, der bei den Fermacell Holzbautagen in Bad Grund vorgestellt wurde.

Fachwerkhaus mit eingebauter Hebebühne

 

Zimmermeister und Dipl.-Ing. Ralf Schulze stellte ein Fachwerkhaus in Detmold mit einer Hebebühne mitten im Wohnzimmer vor. „Der Bauherr ist Maschinenbauer“, erklärte Ralf Schulze, „die Hebebühne nutzt er, um einen Rennwagen vom Wohnzimmer hinab in die Werkstatt zu heben. Er wollte den Wagen so umbauen, das er 600 PS hat, aber jetzt kommt er doch nicht so viel zum Schrauben wie er es ursprünglich wollte“, sagte Schulze in seinem Vortrag. Mehr über das „Detmolder Fachwerkhaus“ finden Sie hier: https://www.detmolderfachwerkhaus.de/home/

„Die Bauberichte haben die Veranstaltung aufgelockert, es ist immer spannend zu sehen, wie etwas umgesetzt wird“, sagte eine Teilnehmerin der Holzbautage.

 

Alle ziehen an einem Strang

 

Susanne Reuter ist Dipl.-Ing. und arbeitet für Adams Holzbau in Niederzissem. Die Ingenieurin war auf den Fermacell Holzbautagen, um sich über den aktuellen Stand bei den Brandschutz- und Schallschutznormen zu informieren. „Das ist wichtig für meine tägliche Arbeit“, sagt Reuter. Insgesamt 90 Ingenieure, Architekten und Zimmerer kamen zu den Holzbautagen nach Bad Grund im Harz. Die Veranstaltung war ausgebucht.

 

Von der Handarbeit zum industriellen Holzbau

 

Leon Wenning, Produktmanager Holzbau bei Fermacell, zeigte in seinem Vortrag, welche Entwicklung der Holzbau in den letzten Jahren genommen hat. „Früher musste viel Handarbeit auf der Baustelle erledigt werden, heute ist der Holzbau in vielen Bereichen industrieller geworden“, sagte Wenning. „Im Holzbau sollte man in Zukunft auf Mehrfamilienhäuser setzen“, betonte er. Der Trend im Holzbau gehe zu großen, in Holzrahmenbauweise gebauten Häusern. Wenning merkte aber auch an: „Ich hoffe, die kleineren Betriebe können sich gegen die großen auch durchsetzen.“ Von der kleinen Zimmerei, wie etwa der von Jörg Kunze in Chemnitz bis zum großen Betrieb kamen Zimmerer aus ganz Deutschland zu den Holzbautagen.

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