Restaurierung einer repräsentativen Tapete im Kapitänshaus in Großefehn

Für die Restaurierung des Tapetenzimmers im Kapitänshaus in Großefehn stellt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) laut Pressemitteilung dank zahlreicher Spenden sowie der Erträge der Lotterie „Glücksspirale“ 75.000 Euro zur Verfügung. Die dort abgebildete Landschaftsmalerei ist beschädigt und verschmutzt. Der Gulfhof gehört nunmehr zu den über 460 Objekten, die die private DSD dank Spenden, der Erträge ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der „Glücksspirale“, der Rentenlotterie von Lotto, bisher allein in Niedersachsen fördern konnte.

Das Dorf Großefehn befindet sich in landwirtschaftlich geprägter Umgebung in etwa zwischen Aurich und Emden. Gleich an der Landstraße und am Großefehnkanal steht im kleinen Ortsteil Westgroßefehn das einstige Kapitänshaus. 1807 wurde das Haus fertiggestellt, wie der Giebelstein mit Jahreszahl festhält. Noch vor der Errichtung seines Wohn- und Wirtschaftsgebäudes hatte Kapitän Tole Janszen Wiese 1804 bei der niederländischen Manufaktur „Schilder, Druk en Behangelsfabriek" eine repräsentative, handbemalte Leinwandtapete in Auftrag gegeben. Die umlaufende, auf Leisten gespannte Wanddekoration wurde in den südwestlichen Wohnraum eingebaut.

Das komplett erhaltene Tapetenzimmer weist eine architektonisch gefasste Kaminhaube und eine Butzenwand mit Schlafstätten auf. Leinwandbespannungen bedecken alle vier Wände und präsentieren einen Landschaftsausblick mit Bäumen, Horizont und Architekturstaffagen, um dem Betrachter den Eindruck zu geben, er befinde sich im Freien. Neben dem Landschaftszimmer haben sich auch der ursprüngliche Bodenbelag im Flur aus Belgisch Blaustein und die Haustür erhalten.

Zum Objekt:

Der Wohnteil des Hauses ist dreistöckig ausgebildet, bis in das schmale zweite Dachgeschoss belichten hohe Kreuzstockfenster das Innere. Der Schaugiebel ist mit klassizistischem Bauschmuck in Sandstein dekoriert, ein mit Segmentbogen verdachter Giebelstein bekrönt die Fassade, profilierte Sandsteinabdeckungen enden in von einem Gesims unterfangenen Voluten auf Höhe der Traufen. Auch Sohlbänke und die Treppe zur Haustür sind aus Werkstein gearbeitet. Das sorgfältig ausgeführte Ziegelsteinmauerwerk weist über den Fenstern scheitrechte Bögen auf. Rückwärtig schließt sich der etwas breitere Wirtschaftsteil mit Stall und Gulfscheune an.  (bhw/ela)

www.denkmalschutz.de

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