Start-ups zeigen auf der digitalBAU 2026 neue Tools für den Handwerker-Alltag

300 Aussteller haben auf der Messe digitalBAU in Köln die Zukunft des Bauens gezeigt. An den drei Messetagen informierten sich im März rund 11.000 Besucherinnen und Besucher über Neuheiten und Trends aus dem Bereich Bausoftware. Wir stellen einige interessante Start-ups und Aussteller mit ihren Tools vor.

Aufmaß ohne Aufwand

Leonhard Noll von „Baubyte“ erläutert, wie das Aufmaß eines Gebäudes mit KI-Unterstützung erstellt wird.
Foto: Michaela Podschun

Leonhard Noll von „Baubyte“ erläutert, wie das Aufmaß eines Gebäudes mit KI-Unterstützung erstellt wird.
Foto: Michaela Podschun
Adresse eingeben, Fotos hochladen: Die Berechnung des Aufmaßes beginnt. Das Start-up „BauByte“ aus München hat eine Gebäude-Datenplattform entwickelt. Maler-, Stuckateur- und Gerüstbaubetriebe profitieren vom KI-Aufmaß. „Meister und Bauleiter werden durch die zum Patent angemeldete Computer-Vision-Technologie entlastet“, so Co-Founder Leonhard Noll. Das Aufmaß wird digitalisiert und der Aufwand von mehreren Stunden auf unter acht Minuten reduziert. „Dabei werden sämtliche Teilflächen der Fassade wie Sockel, aber auch Fensterflächen und Laibungslängen automatisiert VOB-konform aufbereitet“, so Noll. Dafür notwendig: nichts weiter als die Adressen der Gebäude und Smartphone-Fotos.

Bauprozesse digital steuern

„BauTask“ aus Hamburg hat ein Tool entwickelt, das über den Materialbedarf über Aufgabenzuweisungen bis zur Urlaubsplanung alles bündelt. Auch eine Fuhrparkverwaltung ist enthalten. Laut Geschäftsführer Anton Lehmann kann sich das Tool mit jeder Software verbinden. „Auch eine Spracheingabe ist vorhanden, damit auch Fachkräfte mit Migrationshintergrund eine Erleichterung haben“, so Lehmann.

Auch „Flexxter“ aus Hannover bietet ein ganzheitliches Baumanagement an. Bautagebuch, Zeiterfassung, Betriebsmittelplanung, Firmenverzeichnis, Dokumentenmanagement und mehr sind integriert. Für Architekten und Baufirmen gibt es vorkonfigurierte Lösungen. Außerdem erkennt der „KI-Agent“ Mängel, versendet selbstständig Berichte und sagt Risiken voraus.

Zeiterfassung

Das Start-up „Craftomatic“ brachte eine Spielzeug-Baustelle mit zur digitalBAU und stellte die neue Form der Zeiterfassung vor
Foto: Michaela Podschun

Das Start-up „Craftomatic“ brachte eine Spielzeug-Baustelle mit zur digitalBAU und stellte die neue Form der Zeiterfassung vor
Foto: Michaela Podschun
„Zeiten eingeben? Kannste vergessen“ ist das Motto von „Craftomatic“. Die Softwarentwickler aus Uhldingen-Mühlhofen haben eine andere Art der Zeiterfassung auf den Markt gebracht. Mitarbeiter locken sich nicht in eine App ein sondern haben einen Chip am Schlüsselbund. Sobald der Handwerker ins Firmenauto steigt, ist er eingeloggt“, erklärt Geschäftsführer Ivan Kostov. Es finde aber kein Live-Tracking statt. Die Fahrzeuge sind mit einem Chip versehen, sodass auch ein digitales Fuhrparkmanagement und ein Geräte-Tracking möglich sind. Projekte würden automatisch erfasst, alles laufe offline im Hintergrund ab.

Wissen digitalisieren

Interaktive Schritt-für-Schritt-Anleitungen, Workflows, die jederzeit abrufbar sind, hat „Vsight“ entwickelt. Laut Marcus Lange, Director of Sales, lasse sich auch das Wissen älterer Mitarbeiter digitalisieren, damit es nicht verloren geht, wenn die Kollegen in den Ruhestand wechseln. Papierbasierte Leitfäden lassen sich durch Excel-Tabellen importieren, Berichte von Workflows werden automatisch im CRM-Tiket-System gespeichert. Auch die Betreuung von Azubis und das Onboarding neuer Mitarbeiter laufe mit diesem digitalen Wissensmanagement effektiv.

KI-gestützte Mängelerkennung

Mit „Zerosnag“ werden Mängel in vier Schritten dokumentiert: Per Handy wird ein Foto gemacht und hochgeladen, die KI analysiert den Schaden, erstellt einen Bericht und gibt Handlungsempfehlungen. Dieser wird an den entsprechenden Verantwortlichen weitergeleitet, der den Mangel beheben soll. Bauherren, Planer und Gutachter sollen durch eine intelligente Bildanalyse unterstützt werden. „Zerosnag“ hat sich vor zwei Jahren gegründet und sitzt in Baienfurt.

Abfall entsorgen

„Wastebox“ bietet die Entsorgung von Baustellen-Abfällen an. Dazu werden die Behälter per App an den jeweiligen Standort bestellt. Wenn die Mulde voll ist, buchen Handwerksbetriebe die Abholung. Alle Informationen zum Müll gibt es später im Dashboard. So soll der gesamte Entsorgungsprozess transparent werden und die Kreislaufwirtschaft verbessern.

Autorin

Michaela Podschun ist Redakteurin der Zeitschriften bauhandwerk und dach+holzbau.

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