15. tubag Sanierungsforum: Denkmalpflege in Rheinland-Pfalz

Das tubag Sanierungsforum gibt es seit 2004. Das erste fand mit Blick auf die Frauenkirche in Dresden statt. Seither tourt die Tagung durchs Land und verortet sich einmal im Jahr thematisch in der Denkmalpflege und Restaurierung in einem historischen denkmalgeschützten Gebäude. 2005 war die Marksburg in Braubach an der Reihe, 2006 fand das Forum mit Blick auf die Umnutzung von Kirchen in der Kornmakrtkirche in Mühlhausen satt und 2007 auf der Museumsinsel in Berlin. 2008 war Koblenz schon einmal Ort des Sanierungsforums. 10 Jahr später eröffnete Walter Simon vom tubag Trass Vertrieb aus Kruft dort nun abermals die Tagung, diesmal allerdings im sanierten Kurfürstlichen Schloss. Er tat dies zum letzten Mal als Organisator des Forums, da er in Rente geht. Seine Nachfolgerin stellte Carsten Beier vor, Geschäftsführer der quick-mix Gruppe bei der Sievert AG: Zünftig liegt die Organisation des Tubag Sanierungsforums in Händen von Dr. Petra Egloffstein vom Institut für Steinkonservierung aus Mainz.

Nach der Begrüßung durch Walter Simon spannte Edda Kurz vom Mainzer Büro Kurz Architekten mit ihrem Thema „Schnittstelle Architektur und Denkmalpflege“ inhaltlich den großen Rahmen der Tagung auf. Danach ging es mit Dr. Petra Bundschuh von der Hochschule RheinMain aus Wiesbaden gleich ins „Eingemachte“: Sie stellte mit „Birds“ – basierend auf systematischen Untersuchungen der Grundrezepturen von Zement, der Farbintensität sowie der Applikation und Dauerhaftigkeit – ein Baukastensystem für die Instandsetzung denkmalgeschützter Sichtbetonbauwerke vor. Dieses gibt dem Handwerk klare Empfehlungen für die Ausführung wie: nimm immer eine Haftbrück, egal wie, womit und was du in der Sanierung von Sichtbetonfassaden tust. Hierüber wird in der bauhandwerk noch ausführlicher zu berichten sein.

Christian Breckner vom Ingenieurbüro Schlier und Partner aus Darmstadt widmete sich am Beispiel der Johanniskirch in Mainz, die als „Alter Dom“ bezeichnet die älteste Kirche der Stadt ist, der Frage, wie man aus historischen Botenaufbauten Fundamente machen kann. Das geht zum Beispiel durch mehrfaches Verpressen der Hohlräume mit Verfüllmörtel NHL:

Das Gebäude, das Dr. Michael Auras vom Institut für Steinkonservierung aus Mainz in den Fokus nahm, ist mit dem Baujahr 308 das mit Abstand älteste, das auf der Tagung vorgestellt wurde: die Kaisertherme in Trier, die übrigens nie in ihrer geplanten Funktion genutzt wurde. 2015 fielen erste Steine auf den Radweg am Gebäude und zeigten damit deutlich an, dass es einer Mauwerkssanierung bedarf. Das Institut für Steinkonservierung hatte bereits Jahre zuvor mit Mörtelanalysen und dem Anlegen von Musterflächen begonnen. Zum Glück ist der für die Sanierung erforderliche Naturstein noch verfügbar. Die flachen Ziegel, die die Römer mit enormen Mengen als Mörtel dazwischen gern verwendetet haben, mussten in der Ziegelei Glindow zahlreiche nachgebrannte werden. Und auch der Mörtel musste akribisch analysiert werden, um ihn von der Rezeptur her nachzustellen.

Gaspare Marsala vom Schwab Lemke Ingenieurbüro für Baukonstruktion aus Köln war der Einzige, der sich mit einem Neubau beschäftigte – zugegebener Maßen einem aus dem 19. Jahrhundert nach Plänen von Friedrich Schinkel, der als Rekonstruktion einer mittelalterlichen Burg entstand. Mit einer Risskartierung und Baugrunduntersuchung und einer daraus abgeleiteten statischen Sicherung mit Nadel- und Zugankern, die wegen wertvoller Oberflächen in der Ausführung keineswegs trivial waren, konnten Mauern, Decken und Gewölbe in Schloss Stolzenfels instandgesetzt werden.

Christoph J. Schiewek, Projektmanager Denkmalpflege beim LBB in Koblenz, stimmte mit seinem Vortrag zum Thema „Denkmal an früher – damit Vergangenheit auch Zukunft hat“ auf die nachmittägliche Besichtigung der Koblenzer Festung Ehrenbreitstein ein, in der das 15. tubag Sanierungsforum zum Ende ging.

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