Bunte Fassaden auf WDVS

Bei der energetischen Sanierung mehrer Wohngebäude der Gemeinnützigen Baugenossenschaft Landsberg/Lech eG befestigten die Maler ein WDVS der Firma Baumit mit deren Klebeanker-Technik. Anstatt nach der Verklebung zu verdübeln, wird beim Einsatz des Klebeankers dieser vorher auf die gesamte Fassade gebracht.

Die Gebäude der Gemeinnützigen Baugenossenschaft Landsberg/Lech eG sollten energetisch saniert werden. Die Latte wurde auf Mindeststandard KFW 85 gelegt. Der größte Teil der 178 Wohneinheiten sollte also demnach eine umfassende Sanierung erhalten. Zunächst informierte man darüber die Mieter abschnittsweise. Die Vorstandschaft und der Beauftragte des Architekturbüros klärten die Teilnehmer pro Haus persönlich auf.

Verlässliche Handwerker – eine Säule des Erfolgs

„Die Suche nach den richtigen Partnern war eine weitere Säule des Erfolges, denn da ist Verlässlichkeit gefragt“, so Peter Richter, einer der drei Vorstände der Baugenossenschaft. Zusammen mit Barbara Edenhofer-Gerum, der beauftragten Architektin, wählte man Energieberater, Handwerker, Fachgroßhandel und Hersteller für das Gewerk Fassade aus. Diese Fassade hat im Zusammenspiel mit den anderen Gewerken neben der technischen Funktion bei einer derartigen Sanierung die Aufgabe, den Gebäuden ein Gesicht zu geben. Weitere Komponente bei einer Sanierung im bewohnten Zustand und teils engen Zufahrten ist eine funktionierende Logistik bei der Anlieferung des WDVS. Bekannt hierfür ist in Landsberg der Baustoffgroßhandel Renner, der im Vorfeld auch beratend zur Seite stand. Die Vergabe der Fassadenarbeiten erfolgt an die Malerfirmen Aicher und Königsberger. Damit war sicher gestellt, dass die Kapazitäten auch in Stoßzeiten ausreichen.

Zugelassenes WDV-System mit Klebeankern

Bei der Wahl des WDV-Systems entschied man sich für Baumit. Die Befestigungsmechanik mit Klebeankern und die Endbeschichtung hatten sowohl Auftraggeber, Planer als auch die Maler überzeugt. Denn anstatt nach der Verklebung nachträglich zu verdübeln, wird beim Einsatz des Klebeankers dieser vorher auf die gesamte Fassade gebracht. Nach einem vorgegebenen Raster wird der vom DIBT zugelassene Klebeanker also vor der Verlegung der Dämmplatten eingeschlagen. Dies geschieht völlig unabhängig von der Plattenmontage. Niedrige Verarbeitungstemperaturen oder nicht sitzende Dübel gehören damit der Vergangenheit an. Die Verklebung folgt im Wulst-Punkt-Verfahren mit einem mineralisch gebundenen Material. Die Klebefläche auf der Rückseite der Platte liegt hier bei 40 Prozent, analog den marktüblichen Gegebenheiten. Ein zusätzlicher Kleberbatzen wird in kürzester Zeit auf den Kranz des gesetzten Ankers angeworfen und die Dämmplatte kraftschlüssig im Verband eingeschwommen. „Nach kurzer Einarbeitung konnten unsere Mitarbeiter schnell, sicher und zielstrebig die Klebeankertechnik ohne Verzögerungen anwenden“, wie Malermeister Marcus Aicher und der Malerbetrieb Königsberger übereinstimmend nach der Dübelmontage bestätigten.

Plattenverlegung, Detailausbildungen und die mineralische Armierung waren für die Maler die nächsten Schritte. „Gerade bei den Details kann man sehr schnell erkennen, dass hier qualifizierte Handwerker arbeiten“, so Klaus Köbler, Baumit-Fachberater, der die Arbeiten begleitete. Schnittstellen zu Fenstern und Anschlüsse an andere Bauteile, so Köbler weiter, bergen bei nicht fachgerechter Ausführung Gefahrenpotentiale.

Ebenfalls kein Zufall war die Wahl der auf die Armierungslage folgenden Endbeschichtungen NanoporTop: Ein Silikatputz von Baumit, der an der Oberfläche eine hydrophile Zone bildet und so einen gepufferten Wasserhaushalt bei entsprechender Belastung ermöglicht und laut Hersteller ohne Zusatz biozider Substanzen auskommt.

Bunte Gestaltung der WDVS-Fassaden

Sanierungen stehen nicht selten im Fokus einer ganzen Stadt. Sie wirken weit über das unmittelbare Umfeld hinaus. Grund genug für Bauherr und Planer, einen Farbleitplan zu entwickeln. Beratend standen ihnen hier das Stadtbauamt Landsberg/Lech und die Abteilung Farbdesign der Baumit GmbH zur Seite. Und die Verantwortlichen bewiesen zum einen Mut zur Farbe und das Stadtbauamt das nötige Gespür für die altstadtnahen Lage. Denn plötzlich war die Baugenossenschaft Thema in der Lechstadt. Im Ergebnis entstand eine moderne Farbgebung, ohne den typischen Charakter der Siedlungen, die größtenteils in den 1930er und 50er Jahren entstanden sind, zu zerstören.

Autor

Günter Wittmann ist Objektberater bei der Baumit GmbH in Bad Hindelang.

Nach einem vorgegebenen Raster werden die Klebeanker vor der Verlegung der Dämmplatten eingeschlagen

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