Dickschichtausgleich in der Sanierung

Was tun, wenn die alte Betonsohle eines Kellers in kurzer Zeit saniert und noch dazu mit einer Fußbodenheizung ausgestattet werden soll? Das Beispiel einer Klinik in Göttingen zeigt, wie der Malerfachbetrieb Duve aus Northeim die Aufgabe mit einem Dickschichtausgleich löste.

Auf dem Papier las sich die Aufgabe nicht gerade spekta­kulär: Ein kompletter Bodenaufbau als Heizfußbodenkonstruktion innerhalb kürzester Zeit mit akzeptablen Trockenphasen, inklusive Untergrundabdichtung gegen kapillar aufsteigende Feuchtigkeit. Doch erst nachdem der Altbelag entfernt war, zeigte sich die besondere Anforderung: Lose abgeplatzt lagen tellergroße Brocken Altestrich und Betonmaterial im Boden. Darüber hinaus befand sich der Untergrund in Schieflage, so dass der Boden zwischen 0,5 mm – und teilweise in Löchern – bis zu 80 mm ausgeglichen werden musste.  

Neuer Estrich kam nicht in Frage

Ein herkömmlicher neuer Estrich kam allein schon wegen der unvermeidbaren langen Trocknungszeit nicht in Frage. Erst recht nicht auf einem derart unebenen Untergrund, denn hier gilt bekanntlich die Vorgabe der DIN 18560 Teil 1 Abschnitt 5.1, nach der eine Estrichscheibe in gleichmäßiger Dicke herzustellen ist. Zudem war unklar, ob und wie der Betonuntergrund nach unten gegen kapillar aufsteigende Feuchtigkeit aus dem Erdreich geschützt ist. „Wir mussten in mehreren Etappen vorgehen“, erläutert Peter Christian Elsner, einer von zwei geschäftsführenden Inhabern des mit der Verlegearbeit beauftragten Malerfachbetriebs Duve OHG. „Zunächst musste der Boden sicher gegen Feuchtigkeit abgesperrt und in die Waage gebracht werden. Nur so war es uns möglich, den ordnungsgemäßen Einbau der Fußbodenheizungselemente sicherzustellen. Erst danach konnte der Bodenaufbau komplettiert werden.“

Weil mit zunehmenden Dicken zementärer Massen unweigerlich höhere Trocknungsspannungen verbunden sind, entschied sich das Duve-Team bei der Vorbehandlung der Betondecke für eine Kombination unterschiedlicher Epoxidharzprodukte. Nachdem der Beton mechanisch geschliffen und sämtliche instabilen Teile entfernt worden waren, verfestigten die Bodenprofis den kritischen Untergrund zunächst mit der niedrigviskosen (dünnflüssigen) Thomsit R 756 Epoxid-Easy-Express-Grundierung. Auf das ausgehärtete, quasi als erste Sperrschicht eingesetzte Reaktionsharz, trugen die Handwerker anschließend Thomsit R 755 Epoxid-Sicherheitsgrundierung auf, die neben ihrer zusätzlichen stark diffusionsbremsenden Wirkung in diesem Aufbau durch eingestreuten Quarzsand als Haftbrücke wirkt.

 

Quarzsandbeimischung macht Ausgleichen tieferer Löcher möglich

Selbst größere Löcher konnten ähnlich behandelt werden, weil sie nur partiell auftraten. Nach genauer Analyse vor Ort signalisierte die Thomsit Technik daher grünes Licht speziell für diesen objektbezogenen Aufbau, zumal der Dickschichtausgleich in kleinen Teilflächen mit bis zu 20 Prozent Quarzsandstreckung angerührt wurde. So sind einzelne Lochverfüllungen bis zu 80 mm für die DS 40/Quarzsandzusatzmischung des Herstellers kein Problem.

Schon die erste, ausgleichende Schicht brachte die Firma im Pumpverfahren ein. Seit Jahren schon verarbeitet der Malerbetrieb Spachtelmassen in allen Flächen über 130 m2 mit Hilfe der maschinellen Förderung. „Gerade bei Flächengrößen wie dieser von über 500 m2 ist Pumpen ein konkurrenzlos effizientes Verfahren“, sagt Elsner. Denn hochgerechnet bedeutet das unter dem Strich: „Normalerweise würde man ein solches Kellergeschoss innerhalb einer Woche spachteln“, so Elsner. „Wir haben dies an einem Tag geschafft.“

 

Pumpen in Rekordzeit

Das Pumpen von Spachtelmassen bietet vor allem zeitliche Vorteile. „Man ist einfach schneller und die gesamte Firma ist somit in allen Abläufen und ihren Entscheidungen erheblich beweglicher“, sagt Peter Christian Elsner. Das war nicht immer so. „Unsere erste Maschine basierte auf einer anderen Technik. Sie erforderte einen konstanten Wasserdruck, der aber auf Baustellen nicht immer garantiert werden kann“, erläutert Elsner. Außerdem kam es vor, dass Massen unter starker Sonneneinstrahlung im 40 m langen Schlauch schlicht eindickten. „Inzwischen besitzen wir eine neue Maschine und haben uns das Know-how systematisch erarbeitet“, ergänzt Elsner.

In Göttingen waren neun Mitarbeiter des Malerfachbetriebs im Einsatz. Vier lösten sich wechselseitig an der Maschine ab. „Das ist das Minimum, denn wir arbeiten in Rekordzeiten und die Leute müssen zwischendurch auch mal verschnaufen können“, sagt Peter Christian Elsner. Der Rest arbeitete mit verteilten Aufgaben – Höhe lasern, Rakeln, Schlauch bewegen, usw. – Hand in Hand. Gegen Abend war das gesamte Kellergeschoss auf ein einheitliches Niveau von rund 30 mm gehoben.

Schon zwei Tage später wurde – nach einer Zwischengrundierung mit Thomsit R 766 – die Fußbodenheizung darauf eingebaut. Im Anschluss konnten die meanderförmig verlegten Warmwasserschlauchleitungen im gleichen Pumpverfahren ebenso sicher in Thomsit DS 40 eingegossen werden. Die Überdeckung über den Rohren beträgt dabei mindestens 5 mm, genügend Masse also, dass der Dickschichtausgleich nach dem Erhärten seine besonders glatte Oberfläche ausbilden konnte.

Das Pumpen von Spachtelmassen bietet vor allem zeitliche Vorteile

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