Energieverbrauch um 97 Prozent gesenkt

Durch die energetische Sanierung der Gebäudehülle eines Ende der 1960er Jahre in Friedrichshafen erbauten Mehrfamilienendhauses mit PU-Dämmstoffen wurde der Energieverbrauch um 97 Prozent gesenkt. Dafür erhielt Architekt Albrecht Weber den EnEV im Bestand-Award 2015.

Für das im vergangenen Jahr sanierte Studentenwohnheim in Friedrichshafen erhielt der Architekt Albrecht Weber aus Langenargen den EnEV im Bestand-Award 2015 in der Kategorie Mehrfamilienhäuser. Dies ganz zu Recht, denn mit der energetischen Sanierung des 1968 errichteten Gebäudes auf den Standard eines KfW Effizienzhaus 55 konnte der Energieverbrauch um 97 Prozent verringert werden. Dies gelang vor allem durch den konsequenten Einsatz von PU-Dämmstoffen in der gesamten Gebäudehülle.

Wie man den Energieverbrauch niedrig hält

Die Wohnungen werden zum Festpreis warm vermietet. Damit sich der Energieverbrauch in Grenzen hält, verbaute der Bauherr neben PU-Dämmung auch sparsame LED-Lampen und installierte in jeder Wohnung sogenannte Totmannschaltungen. Verlässt ein Bewohner seine Wohnung für längere Zeit, werden fast alle Stromverbraucher abgeschaltet. Ist niemand in der Wohnung, werden die Lüftung mit Wärmerückgewinnung (WRG) und die Heizung reduziert. Das hoch gedämmte Haus kühlt selbst bei längerer Abwesenheit des Bewohners nur minimal aus.

Wohnwert deutlich verbessert

Der Primärenergieverbrauch des Mehrfamilienendhauses sank durch die Grundsanierung von 400 auf nur noch 12 kWh/m²a. Beheizt wird das Gebäude mit der Abwärme mehrerer Server eines dezentral operierenden Rechenzentrums (Cloud & Heat).

Im Zuge der Sanierung wurde natürlich nicht nur die Gebäudehülle gedämmt, sondern auch weitere Arbeiten durchgeführt. So sägte man die Balkone ab und setzte neue Fenster mit Dreifachverglasung (Ug=0,5) ein, erweiterte das Haus zum Süden baurechtskonform, montierte neue Balkone und setzte ein Penthouse auf das Flachdach drauf. Die Nutzfläche erhöhte sich so von 360 m² auf 483 m². Statt der einst drei Mietparteien wohnen hier jetzt in fünf Appartements, zwei Wohnungen und zwei WGs bis zu 16 Personen.

WDVS aus Polyurethan

Die Fassade des Gebäudes ist mit PU-WDV-Systemen auf Basis von Polyurethan („purenotherm“-Dämmstoffen) von puren gedämmt. Diese besitzen seit Ende 2014 eine allgemeine Dämmstoffzulassung für WDV-Systeme. Vorteil dieses WDVS-Dämmstoffs aus Polyurethan ist seine breite Einsatzfähigkeit. Er überzeugt bei vergleichsweise geringen Dämmstoffdicken mit sehr günstigen Lambda-Werten von 0,026 W/mK und sichert auch ohne den Einsatz zusätzlicher Brandriegel den vom Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) geforderten Brandschutz. Eine solche WDVS-Fassade überträgt damit die Schutzfunktion des Brandriegels auf jeden Quadratmeter Fassadenfläche.

Gedämmt vom Keller bis zum Dach

Für den Wärmeschutz des Kellers sorgt eine 16 cm dicke vliesbeschichtete „puren PD“-Perimeterdämmung. Daran schließt ein 16 cm dickes PU-WDV-System an. Zum Einsatz kam ein mineralisches System der Schwenk Putztechnik mit einer Putzdicke von etwa 1 cm. Das Dämmsystem ist lückenlos bis unter das ebenfalls mit puren Dämmstoffen gedämmte Flachdach geführt, wo es mit speziellen Attikaelementen an das Dach angeschlossen ist. Die aus dem Funktionswerkstoff purenit bestehenden Attika-Bauteile gelten mit einem Psi-Wert von 0,005 W/mK laut einer Prüfung des Passivhaus Instituts als wärmebrückenfrei und sind entsprechend zertifiziert. Zu guter Letzt erhielt das geneigte Dach des Penthouses noch eine puren Aufsparrendämmung und macht damit die Dämmung der Gebäudehülle komplett. Dank des Lambda-Wertes von 0,026 W/mK konnten mit dem Dämmstoff Polyurethan in Friedrichshafen an Wänden und Dächern U-Werte um 0,1 W/m²K erreicht.

Autor
Gerard Halama betreibt eine Agentur in Bremen und unterstützt die Firma puren bei der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Als Baufachjournalist schreibt er unter anderem für die Zeitschriften bauhandwerk und dach+holzbau.
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