Flensburger Turm wird von innen gedämmtes Wohnhaus

Das neue Zuhause der Familie Groß ist der ehemalige Wasserturm in Flensburg. Seine Innenwände sind mit dem System „Pura“ gedämmt. Der Turm hat einen Durchmesser von rund 9 m, ist 30 m hoch und bietet einen Blick auf Hafen und Meer. Auf fünf Etagen mit jeweils rund 55 m² Fläche entstanden Wohnräume für Erwachsene und Kinder. Der Umbau bedeutete ein Abenteuer für Familie Groß. Eine Herausforderung war er für das Architekturbüro Neumann+Bendixen sowie die Baufirma Schulz & Kühnapfel. Die äußere Form und die Fassade mussten aus Denkmalschutzgründen erhalten bleiben. „Bei Deckenhöhen von bis zu fünf Metern musste natürlich gedämmt werden, damit die Heizkosten nicht ins Unermessliche steigen. Wir wollten aber auch nicht, dass sich der Turm als Flensburger Wahrzeichen von außen verändert“, sagt Wolfgang Groß. Der Bauherr entschied sich für das Innendämmsystem „Pura“ der Redstone GmbH. „Die Platten haben ein geringes Gewicht und handliches Format. Bei einem runden Grundriss mit schiefwinkligen Leibungen und Spitzbogenfenstern im Turm war das wichtig“, erklärt Maik Riphahn-Bendig, Projektleiter bei Schulz & Kühnapfel. Die Bauherren haben sich auch aus ökologischen Gründen für das Dämmsystem entschieden: „An unsere Innenwände sollte ein natürliches Material ohne Chemikalien gesetzt werden“, sagt Sabine Groß. Die Pura-Mineraldämmplatten bestehen aus Kalk und Sand. Insgesamt wurden 560 m² Fläche mit dem System Pura gedämmt und anschließend mit Kalkzement verputzt. Zum Einsatz kamen Platten in zwei Stärken – in 100 mm und 50 mm Dicke. Dämmplatten und Putz waren in drei Monaten inklusive Putzarbeiten fertiggestellt“, sagt Bernd Dannemann. Übrigens: Der gesamte Umbau vom Wasserturm zum Wohnhaus dauerte ein Dreivierteljahr.

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