Fotoreportage: Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle

Das Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle an der Saale ist das älteste Gebäude, das eigens als Museum für prähistorische Archäologie errichtet wurde – auch wenn es nicht gerade wie ein Museum aussieht, sondern eher an eine Zitadelle, oder konkreter an die Porta Nigra in Trier erinnert. Das liegt am Baumeister Wilhelm Kreis, nach dessen Entwürfen das Gebäude, in dem heute auch das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt untergebracht ist, in der Zeit von 1911 bis 1913 entstand: Kreis hatte eine ausgesprochene Vorliebe für monumentale Bauten, und das sieht man seinen Entwürfen auch an. 1921 kam eine Freilichtausstellung zum Museum hinzu. Den Zweiten Weltkrieg hat das Gebäude unbeschadet überstanden, so dass die Dauerausstellung schon 1946 wieder eröffnet werden konnte.

Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten wurde die neue Dauerausstellung im 1983 unter Denkmalschutz gestellten Gebäude Mitte 2008 wieder eröffnet. Glanzstück der neuen Ausstellung ist die mittlerweile weltbekannte Himmelsscheibe von Nebra, die der Straßenbauer Henry Westphal im Rahmen einer illegalen Schatzsuche neun Jahre zuvor mit einem Kollegen ausgebuddelt hatte. Im Museum werden neben der Himmelsscheibe weitere Teile des Hortfundes (zwei Bronzeschwerter, drei Axtköpfe und mehrere Armreifen) gezeigt. 2010 kam ein Medienraum mit Kinoleinwand hinzu. 2012 wurde die Dauerausstellung um die Epochen der Mittel- und Spätbronzezeit sowie der Frühen Eisenzeit erweitert. Im Atrium ist zurzeit noch die mit einem Pfeilschauer spektakulär inszenierte Sonderausstellung „3300 BC – Mysteriöse Steinzeittote und ihre Welt“ zu sehen.

Das Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle war eine Station der diesjährigen Pressereise des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz. Weitere Gebäude, die Stationen dieser Pressereise waren, stellen wir in den kommenden Ausgaben der bauhandwerk vor. Die Fotoreportage im nächsten Heft zeigt das Schloss Wörlitz.

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