Gebsattelbau auf der Comburg modernisiert und restauriert

Der Gebsattelbau ist als Teil der Comburg bei Schwäbisch Hall eine der markantesten und kunsthistorisch bedeutsamsten Klosteranlagen in Baden-Württemberg und zudem ein herausragendes Beispiel für die zeitgemäße Nutzung von historischem Baubestand. Ziel der aufwendigen Restaurierung war der Erhalt des baukulturellen Erbes, nicht als museales Denkmal, sondern als ein belebtes und täglich genutztes Gebäude von besonderer historischer Bedeutung.

Die Comburg ist ein von nahezu sämtlichen Stilelementen des 11. bis 18. Jahrhunderts geprägtes Gebäude. Unter Propst Erasmus Neustetter (1551 bis 1594) wurde viel umgebaut und erneuert. Auch der Gebsattelbau, die ehemalige Propstei, wurde in dieser Zeit als lang gestreckter, dreigeschossiger Baukörper über einem Vorgängergebäude errichtet. Seit 1947 dient der Gebsattelbau als Fortbildungs- und Gästehaus für die Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen und wurde 1965 für diese Nutzung renoviert und modernisiert. Aufgrund der nicht mehr zeitgemäßen Ausstattung und des Reparaturstaus war Anfang 2010 eine erneute umfassende Instandsetzung notwendig geworden, und Architekt Dirk Vogt-Merz vom Amt Heilbronn des Landesbetriebes Vermögen und Bau Baden-Württemberg wurde mit der Planung der Kernsanierung und Restaurierung beauftragt. Nach einer genauen Analyse des Bestands entstanden in den Gewölbekellern Aufenthaltsräume für Gäste der Akademie und in den beiden darüber liegenden Geschossen Übernachtungszimmer. Das Obergeschoss beherbergt heute einen großen Tagungsraum sowie zwei kleinere Gruppenräume. Die Tagungs- und Aufenthaltsräume sind über Rampenanlagen und einen Aufzug barrierefrei zugänglich.

Umfangreiche Restaurierungsarbeiten mussten an den Fassaden durchgeführt werden: Sämtliche Sandsteinbauteile – darunter das prächtige Schmuckportal und die Staffelgiebel – wurden restauriert, die Putzflächen gereinigt, befestigt und mit Keim Purkristalat gestrichen. Das gaubenfreie Satteldach wurde neu gelattet und mit Biberschwanzziegeln gedeckt. Zur energetischen Verbesserung des Bauwerks dämmte man die Außenwände. Alle Fenster wurden durch neue Sprossenfenster mit Zweifachverglasung ersetzt und die gesamte Gebäudetechnik erneuert.

Die aufwendigen Stuckdecken restaurierten die Handwerker ebenso wie die noch vorhandenen Renaissancedecken. Sonstige Decken- und Wandflächen strichen die Mitarbeiter der Maler Urban GmbH aus Schwäbisch Hall je nach Raumprogramm und Anforderung mit mineralischen Innenraumfarben: Die Übernachtungszimmer mit Keim Biosil, in den Fluren, Tagungs- und Aufenthaltsräumen kam Keim Quarzil zur Anwendung.

„Auf der Comburg konnten wir die Leistungen unserer Vorfahren bewahren und dennoch die sinnvolle Forderung nach umweltgerechter, nachhaltiger Sanierung umsetzen. Damit verweisen wir zugleich auf Vergangenheit wie Zukunft“, so Dirk Vogt-Merz.

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